Orang Asli


Orang Asli (malaiisch orang: „Mensch“; asli: „original“ oder „ursprünglich“, also so viel wie Ureinwohner) ist eine seit 1966 in Malaysia gebrauchte Sammelbezeichnung für verschiedene indigene Völker im Inneren der Malaiischen Halbinsel, die hauptsächlich in Malaysia, aber auch im äußersten Süden Thailands leben.[1]

Sie bestehen aus mehreren Volksgruppen:

  • den Semang oder Negritos, die meist als Jäger und Sammler leben,
  • den Senoi, die im Hochland Reis und Hirse anbauen, und
  • den Jakun (oder aboriginal Malays), die im Tiefland Ackerbau betreiben und als Waldsammler Handel treiben[1].

Die Semang werden wie die Negritos der Philippinen und die Andamaner zu den Negritos gezählt, während die zumeist in Malaysia anzutreffenden Malaien Deutero-Malaien sind, nachgewandert aus Südostasien.

Den Orang Asli wird von der Regierung Malaysias zusammen mit den Malaien und den indigenen Volksgruppen Ostmalaysias (Borneo) der Bumiputra-Status zuerkannt, ein juristischer Status, der den einheimischen Volksgruppen soziale Vorteile gegenüber den eingewanderten Chinesen und Indern im multiethnischen Malaysia gewährt.

Die Sprachen der Orang Asli werden den austroasiatischen Sprachen zugerechnet.

Die Orang Asli zogen sich vor den Nachwanderern zumeist in die höher gelegenen Hügel- und Bergregionen der Halbinsel zurück, leben oft halbnomadisch und in primitiven Verhältnissen. Im Taman Negara (Nationalpark), dem 4340 Quadratkilometer großen und seit 1938 bestehenden Gebiet in der Mitte der Malaiischen Halbinsel, dürfen sie ihrem traditionellen Leben weiterhin nachgehen.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Nagata, Shuichi: Subgroup 'names' of the Sakai (Thailand) and the Semang (Malaysia): a literature survey. Anthropological Science Bd. 114 (2006), 45-57.

Literatur

  • Iskandar Carey, Orang Asli: the aboriginal tribes of Peninsular Malaysia, London [u.a.] 1976 (Oxford Univ. Pr.) ISBN 0-19-580270-5

Weblinks


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