Oldendorfer Totenstatt


Die Oldendorfer Totenstatt ist ein Ensemble von sechs Grabhügeln und Megalithanlagen in Oldendorf nördlich von Amelinghausen im Tal der Luhe im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen. Es besteht aus den Hünenbetten (Nr. 1, 3 und 4) und den Rundhügeln (Nr. 2, 5 und 6). Es sind Megalithanlagen der Trichterbecherkultur (TBK). Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie jungsteinzeitlicher Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.[1]

Hünenbett IV (maßstabgetreu)

Hünenbetten 1, 3 und 4

  • Anlage 1 ist ein 45 m langes, größtenteils zerstörtes Hünenbett. Es trägt die Sprockhoff-Nr. 683
  • Anlage 3 ist ein noch 43 m langer Rest des Erdwalles, dessen Einfassungssteine in situ oder umgestürzt teilweise vorhanden sind. Die Kammer muss sich in dem Teil befunden haben der nicht mehr vorhanden ist. Es trägt die Sprockhoff-Nr. 685
Modell des Hünenbettes III
  • Anlage 4 ist ein 80 m langes Hünenbett, von dessen etwa 100 Einfassungssteinen noch 14 in situ standen, die restlichen wurden bei der Restaurierung (ein Teilstück wurde mit Zwischenmauerwerk restauriert) wieder aufgestellt. Das Ganggrab besteht aus einer etwa acht Meter langen Kammer mit 12 Tragsteinen und einem Gangsteinpaar. Die ehemals fünf Decksteine der Kammer und diejenigen des Ganges fehlen. Die Lage der Kammer im Hünenbett ist extrem endständig, ebenso ist der Zugang zur Kammer seitlich stark versetzt, so dass die Anlage dem Typ der so genannten "Holsteiner Kammer" entspricht.Es trägt die Sprockhoff-Nr. 686

Anlagen 2, 5 und 6

Nachbildung der Bandhenkeltasse aus der Anlage II
Nachbildung eines dünnwandigen Bechers aus der Oldendorfer Totenstatt
  • Anlage 2 ist ein Rundhügel von etwa 20 m Durchmesser in dessen Zentrum der Rest (Tragsteine und der Schwellenstein) eines Ganggrabes zu finden sind. Es trägt die Sprockhoff-Nr. 684
  • Anlage 5 und 6 sind bronzezeitliche Rundhügel.

Grabungen

Innerhalb der Kammern der Anlage 2 und 4 fanden sich Relikte der Trichterbecherkultur, der Kugelamphoren-Kultur und der Einzelgrabkultur in getrennten Schichten.

Siehe auch

Literatur

  • Gerhard Körner / Friedrich Laux: Ein Königreich an der Luhe, Lüneburg 1980
  • Ernst Andreas Friedrich: Die Totenstatt von Oldendorf, S. 29-32, in: Wenn Steine reden könnten. Band I, Landbuch-Verlag, Hannover 1989, ISBN 3-7842-03973.

Einzelnachweise

  1. J. Müller In: Varia neolithica VI 2009 S. 15

Weblinks

53.14639910.21942Koordinaten: 53° 8′ 47,04″ N, 10° 13′ 9,91″ O


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