Die Oidipodeia ist ein kyklisches Epos aus dem 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.[1] und entstammt dem thebanischen Sagenkreis. Es wurde dem Kinaithon von Lakedaimon zugeschrieben, jedoch gilt seine Autorenschaft in der moderneren Forschung als unsicher.[2] Von dem Werk sind nur wenige Fragmente und Testimonia überliefert.[3]

Die Oidipodeia handelte in 6600 Versen vermutlich über die Entführung des Haimons durch die Sphinx und der Befreiung Thebens von der Sphinx durch Ödipus.[4]

Literatur

  • Erich Bethe: Thebanische Heldenlieder. Epen des thebanisch-argivischen Sagenkreises. S. Hirzel, Leipzig 1891, S. 1–28. Bei Archive.org
  • Lexikon der Alten Welt (LAW). Hrsg. von C. Andresen u. a., Albatros, Düsseldorf 2001 (ND), ISBN 3-491-96036-3.

Anmerkungen

  1. Sabine Föllinger: Genosdependenzen: Studien zur Arbeit am Mythos bei Aischylos. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, S. 145, Anm. 74.
  2. Christos Tsagalis: Early Greek Epic Fragments I. Antiquarian and Genealogical Epic. De Gruyter, Berlin/Boston 2017, S. 183f.
  3. Gherardo Ugolini: Teiresias. Untersuchungen zur Figur des Sehers Teiresias in den mythischen Überlieferungen und in der Tragödie. G. Narr, Tübingen 1995, S. 92.
  4. Christiane Zimmermann: Der Antigone-Mythos in der antiken Literatur und Kunst (= Classica Monacensia. Münchener Studien zur klassischen Philologie. Band 5). Narr, Tübingen 1993, S. 61