Ohrspeicheldrüse


Speicheldrüsen:
1 Glandula parotis
2 Glandula submandibularis
3 Glandula sublingualis
Ausführungsöffnung der Ohrspeicheldrüse: Papilla parotidea

Die Ohrspeicheldrüse (auch Parotis oder Glandula parotidea) ist bei höheren Wirbeltieren die größte Speicheldrüse im Kiefer-Mundbereich. Sie unterscheidet sich von den anderen Mundspeicheldrüsen durch ihre Größe, Lage, sowie die Zusammensetzung des Speichels, den sie produziert.

Lage und Größe

Beim Menschen liegt die Drüse zu beiden Seiten des Gesichts vor und unter dem Ohr. Sie reicht vom Jochbogen bis zum Kieferwinkel herunter. Sie hat eine flache, dreieckförmige Gestalt und ein Gewicht von 20–30 Gramm. Sie ist von einer Bindegewebskapsel (Faszie) umgeben, auch Parotisloge oder Fascia parotidea genannt. Im Inneren ist sie durch Bindegewebe in Läppchen geteilt. Die dort liegenden Drüsenzellen produzieren einen Primärspeichel, der sich auf dem Weg durch das ableitende System in seiner Zusammensetzung ändert. Ihr Ausführungsgang (Ductus parotideus, Stenon-Gang) läuft entlang der Kaumuskulatur (Musculus masseter) und dringt durch den Backenmuskel (Musculus buccinator) und die Backenschleimhaut hindurch. Die Endung des Ausführungsganges (Papilla parotidea) in der Mundhöhle ist gegenüber dem ersten bis zweiten oberen Backenzahn als kleiner dunkler Punkt zu erkennen.

In der Parotis befindet sich der sogenannte Plexus parotideus, der aus Fasern des Nervus facialis (VII. Hirnnerv) besteht. Die den Plexus parotideus verlassenden Fasern sind unter anderem für die Steuerung der mimischen Muskulatur im Gesicht zuständig. Außerdem läuft durch die Parotis der Nervus auriculotemporalis, ein sensibler Nerv, der aus dem hinteren Stamm des Nervus mandibularis kommt, welcher wiederum aus dem Nervus trigeminus kommt. Der Nervus auriculotemporalis gibt einige mit sich führende parasympathische Fasern zur Parotis ab (parasympathische Innervation durch Nervus glossopharyngeus (IX) → „Jacobson-Anastomose“).

Durch die Parotis verläuft außerdem die Arteria carotis externa, die sich in diesem Bereich in ihre Endäste, die Arteria maxillaris und Arteria temporalis superficialis aufteilt. Die Parotis wird vom Ramus parotideus der Arteria auricularis posterior versorgt. Der Blutabfluss erfolgt über die Venae parotideae, welche in die Vena retromandibularis und schließlich in die Vena jugularis interna münden.

Der Lymphabfluss erfolgt über die Parotislymphknoten.

Zusammensetzung des Parotisspeichels

Die Glandula parotis gehört zu den rein serösen Drüsen. Das bedeutet, der von ihr produzierte Speichel ist rein flüssig ohne schleimigen Zusatz. Daher ist der Speichel der Parotis dünnflüssig, leicht alkalisch und reich an Proteinen und Enzymen, vor allem an Amylase. Dieses Enzym dient der Zersetzung von Kohlenhydraten. Außerdem enthält der Speichel der Parotis Immunglobuline, die der immunologischen Abwehr im Munde dienen.

Krankheiten der Parotis

Erkrankungen der Parotis, Parotistumor, Mumps

Untersuchungsmöglichkeiten der Parotis

  • Palpation des Organs und des Ausführungsganges
  • Ultraschall
  • Biopsie aus dem Organ
  • Gangdarstellung mit Röntgenkontrastmittel als Sialografie
  • Computertomografie
  • NMR

Weblinks

Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


Knochen des Tages

Elemente:

,

18.02.2021
Neandertaler-Gene und Covid-19 Verläufe
Letztes Jahr entdeckten Forscher, dass wir den wichtigsten genetischen Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Krankheit Covid-19 vom Neandertaler geerbt haben.
29.01.2021
Als Flüsse durch eine grüne Sahara flossen
Große Teile der heutigen Sahara-Wüste waren vor Tausenden von Jahren grün.
29.01.2021
Beweglicher Daumen ebnete den Weg zur menschlichen Kultur
Präzise Greifen und grazilere Werkzeuge herstellen: Vor rund zwei Millionen Jahren verschaffte ihre bessere Feinmotorik den ersten Menschen einen evolutionären Vorteil
23.01.2021
Befreundete Schimpansen kämpfen gemeinsam gegen Rivalen
Menschen kooperieren in großen Gruppen miteinander, um Territorien zu verteidigen oder Krieg zu führen.
21.01.2021
Über 18.000 Funde: Forschungsgrabung in Untermaßfeld abgeschlossen
Seit vier Jahrzehnten wird in der thüringischen Wirbeltierfundstelle Untermaßfeld regelmäßig ausgegraben.
21.01.2021
Was das Genom des Lungenfischs über die Landeroberung der Wirbeltiere verrät
Das vollständig sequenzierte Genom des Australischen Lungenfisches ist das größte sequenzierte Tiergenom und hilft, den Landgang der Wirbeltiere besser zu verstehen – Evolutionsbiologen der Universität Konstanz sind maßgeblich beteiligt
21.01.2021
Alte DNA gibt Aufschluss über die Besiedlung der Marianeninseln
Im Vergleich zur Erstbesiedlung Polynesiens hat die Besiedlung der Marianen im Westpazifik vor etwa 3.500 Jahren bisher nur wenig Beachtung gefunden.
21.01.2021
Asiatische Gewürze erreichten den Mittelmeerraum vor mehr als 3000 Jahren
Der LMU-Archäologe Philipp Stockhammer fand Hinweise über asiatische Gewürze wie Kurkuma und Früchte wie die Banane im Mittelmeerraum schon viel früher als bislang gedacht.
10.12.2020
Fossilien zeigen Folgen der Ozeanerwärmung auf
Forschende aus Berlin und Großbritannien haben die ökologischen Auswirkungen einer raschen und ungewöhnlich intensiven Phase der Klimaerwärmung während der Jurazeit vor etwa 182 Millionen Jahren auf die Meeresfauna erforscht.
03.12.2020
Das älteste “Ortsnamenschild” der Welt
Wissenschaftler der Universität Bonn haben zusammen mit dem Ägyptischen Antikenministerium das älteste Ortsnamenschild der Welt entschlüsselt.
30.11.2020
Der Popa-Langur: ein neu entdeckter Affe aus Asien
Erbgutanalysen, unter anderem an hundert Jahre altem Museumsexemplar, erlauben Einblick in die Evolutionsgeschichte der Haubenlanguren.
25.11.2020
Treue Paare im Regenwald
Rote Springaffen verzichten auf Seitensprünge.
24.11.2020
Manche mögen‘s heiß: Globale Erwärmung als Motor für Evolution der Langhalssaurier
Ein internationales Paläontologen-Team, zu dem auch SNSB-Forscher Oliver Rauhut gehört, findet Belege für einen raschen Klimawandel vor 180 Millionen Jahren als Ursache für die Ausbreitung der weithin bekannten Langhalssaurier (Sauropoden).
03.11.2020
Neanderthaler-Mütter stillten nach fünf bis sechs Monaten ab
Als Grund für das Aussterben der Neanderthaler vermuten einige Forscher, dass die damaligen Mütter ihre Säuglinge lange stillten und die Säuglinge so nicht früh genug vielfältige Nährstoffe für eine Höherentwicklung des Gehirns erhielten.
31.10.2020
Populationsgeschichte der Hunde deckt sich nur teilweise mit der des Menschen
Wissenschaftler haben die Genome von bis zu 10.900 Jahre alten Hunden untersucht und zeigen, dass die Populationsgeschichte der prähistorischen Hunde sich nur teilweise mit der des Menschen deckt.
30.10.2020
Denisovaner-DNA im Erbgut früher Ostasiaten
Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Mongolischen Akademie der Wissenschaften haben das Genom des ältesten menschlichen Fossils, das bis jetzt in der Mongolei gefunden wurde, analysiert: Die 34.000 Jahre alte Frau hatte rund 25 Prozent ihrer DNA von Westeurasiern geerbt.
24.10.2020
Bissspuren und ausgefallene Zähne bringen Licht ins Fressverhalten von Dinosauriern
Forscherteam der Universität Tübingen untersucht 160 Millionen Jahre alten Fressplatz im Nordwesten Chinas.
22.10.2020
Kognitive Bausteine der Sprache existierten schon vor 40 Millionen Jahren
Nicht nur Menschen, sondern auch Affen und Menschenaffen erkennen Regeln in komplexen sprachlichen Konstruktionen. Dies haben Sprachwissenschaftler durch Experimente mit einer künstlichen Grammatik herausgefunden. Daraus lässt sich schliessen, dass diese Fähigkeit auf gemeinsame Vorfahren zurückgeht.
21.10.2020
Mehr noch als Fleisch und Milch
Stabile Isotopendaten von Menschen- und Tierknochen zeigen eine sehr effektive Nutzung des vielfältigen Nahrungsangebots im nördlichen Kaukasus und den vorgelagerten Steppen durch bronzezeitliche Viehhalter im heutigen Süden Russlands.
18.10.2020
Madagaskar: Mensch und Klima verursachten Massenaussterben
Die gesamte endemische Megafauna Madagaskars und der östlich davon gelegenen Inselkette der Maskarenen, zu der Mauritius und Rodrigues zählen, wurde im vergangenen Jahrtausend ausgerottet.
17.10.2020
Chemische Evolution - Am Anfang war der Zucker
Der Ursprung allen Lebens liegt in organischen Molekülen. Doch wie sind diese aus anorganischen Stoffen entstanden? Der LMU-Chemiker Oliver Trapp berichtet über einen Reaktionsweg, bei dem sich Zucker an Mineralien ohne Wasser bilden.
14.10.2020
Der moderne Mensch kam auf Umwegen nach Europa
Klimatische Bedingungen leiteten die geographische Ausbreitung von Homo sapiens in der Levante vor 43.000 Jahren.
12.10.2020
Reiter wetteiferten vor 3000 Jahren um die ältesten Lederbälle Eurasiens
Wissenschaftler haben in Gräbern von Reitern in Nordwest-China die ältesten Bälle Eurasiens untersucht.
08.10.2020
Forscher rekonstruieren Käfer aus der Kreidezeit
Ein internationales Forscherteam hat vier neu gefundene Exemplare der fossilen Käfer Mysteriomorphidae mithilfe der Computertomographie untersucht und weitestgehend rekonstruieren können. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf die Evolution der Arten während der Kreidezeit zu.
01.10.2020
Jagdverhalten säbelzahntragender Raubtiere erforscht
Ein internationales Team von Forschenden aus dem Vereinigten Königreich und Spanien sowie unter Beteiligung vom Museum für Naturkunde in Berlin, untersuchten über 60 verschiedene säbelzahntragende Tierarten.