Nóatún (Mythologie)

Nóatún (altnord.: „Schiffsplatz“) ist in der nordischen Mythologie der Wohnsitz des Meeresgottes Njörðr und nach dem Grímnismál einer der Götterpaläste in Asgard. Snorri Sturluson berichtet in der Gylfaginning und im Skáldskaparmál, dass Njörðrs Gattin Skaði nicht in Nóatún am Meer wohnen wollte, sondern lieber in den schneebedeckten Bergen.

„Noatun ist die elfte: da hat Njördr
Sich den Saal erbaut.
Ohne Mein (Fehl) und Makel der Männerfürst
Waltet hohen Hauses.“

Edda, Grímnismál, Strophe 16

Der altnordische Name Nóatún bedeutet „Schiffsstadt, Schiffsplatz“. Der erste Teil des Wortes (nóa-) gehört etymologisch zum indogermanischen (rekonstruierten) Wort *nāus (altnordisch: nór, lateinisch: navis), das die Bedeutung „Schiff“ hat. Der zweite Teil (-tún) gehört zum altnordischen Wort tún („Hof, Stadt“; vergl. engl. town – „Stadt“). Die Bedeutung des Namens Nóatún unterstreicht also auch den Zusammenhang zwischen Njörðr und dem Meer.

Literatur

  • Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie (= Kröners Taschenausgabe. Band 368). 3., völlig überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-36803-X.

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