Nordamerika Native Museum


Museumsgebäude mit Holzpavillon

Das NONAM, Nordamerika Native Museum – Indianer und Inuit Kulturen in Zürich ist ein Völkerkundemuseum zur Kunst und Kultur der nordamerikanischen Indianervölker sowie der Inuit.

Geschichte

Karl Bodmer: Indianische Bisonjagd. Original kolorierte Aquatinta vom Jahr 1839 aus dem Museumsbestand.
Karl Bodmer 1877

Das NONAM basiert auf der ehemals privaten Sammlung Hotz. Die Stadt Zürich erwarb die Sammlung 1961 und präsentierte sie ab 1963 im neu erschaffenen Indianermuseum in einem Schulhaus in Zürich Aussersihl. Bis 1977 stand das Museum unter der Leitung von Gottfried Hotz. Sein Nachfolger Hans Läng baute die Sammlung weiter aus. Im Museumsbestand befindet sich eine umfassende Sammlung der Bildtafeln und Vignetten von Karl Bodmer aus dem Buch Reise in das innere Nord-America in den Jahren 1832 bis 1834. Nach Längs altersbedingtem Rücktritt im April 1993 war die Pädagogin und Ethnologin Denise Daenzer bis im Februar 2012 die leitende Kuratorin. Sie übergab die Leitung danach ihrer Stellvertreterin Heidrun Löb weiter.[1]

Seit 1993 werden die Wechselausstellungen aus dem Fundus der Sammlung durch thematische Sonderausstellungen ergänzt. 2003 wurde das Indianermuseum in Nordamerika Native Museum umbenannt. Gleichzeitig bezog es grössere Räumlichkeiten an der Seefeldstr. 317 beim Bahnhof Tiefenbrunnen. Dank der grösseren Ausstellungsfläche können jeweils eine Wechselausstellung und zusätzlich eine oder zwei Sonderausstellungen im Jahr gezeigt werden. Der Neubau eines Pavillons[2] über dem Empfangsgebäude im Winter 2008/2009 ermöglicht Kulturprogramme, Workshops und Angebote der Museumspädagogik. Der Pavillon wurde 2009 mit einer Anerkennung des Prix Lignum 2009 ausgezeichnet. Der Holzpreis Schweiz – Prix Lignum 2009 zeichnet den besonders hochwertigen und zukunftsweisenden Einsatz von Holz in Bauwerken, im Innenausbau, bei Möbeln und künstlerischen Arbeiten aus.

Der Name des Museums NONAM, Nordamerika Native Museum – Indianer und Inuit Kulturen soll die Arbeitsbereiche des Museums verdeutlichen.

Finanzierung

Das Museum wird zum grössten Teil noch immer von der Stadt Zürich getragen. Der Förderverein Amerindias unterstützt Veranstaltungen, Führungen, Kurse und Workshops sowie Reise- und Aufenthaltskosten von indigenen Gästen. Stiftungen und Firmen leisten punktuelle finanzielle Beiträge.

Die Dauerausstellung Von Lachsmenschen und Regenmachern

Die Dauerausstellung steht unter dem Namen Von Lachsmenschen und Regenmachern und zeigt das indigene Nordamerika in seiner kulturellen Vielfalt.

Der Klangraum

Der Klangraum entführt den Hörer in die Welt der Inuit am Polarkreis, der Kwakwaka'wakw an der pazifischen Nordwestküste Kanadas sowie der Hopi und Navajo im Südwesten der USA. Indianer und Inuit verwendeten ursprünglich keine Schriftsprachen. Die Aufnahme und Weitergabe Ihrer Informationen geschah im Wesentlichen durch akustische Kommunikation und orale Überlieferung. Im Klangraum haben die Besucher die Möglichkeit, die heutige Lebenswelt der first nations auf akustischer Ebene kennenzulernen.

Sonderausstellung LERNEN überLEBEN" vom 8. Mai 2013 bis zum 28. Februar 2014

Lernen ohne Schule? Was uns heute undenkbar erscheint, war für Indianer und Inuit einst Alltag. Wie aber lernten Kinder ohne Schule und ohne Schrift? Gab es Sport und Spiele, wenn man ums Überleben kämpfen musste? Stimmt es, dass indianische Kinder nicht bestraft wurden? Diesen und vielen anderen spannenden Fragen widmen wir uns in der Ausstellung «LERNEN überLEBEN». Mit indianischen Mythen, interaktiven Stationen und einer Vielzahl von Exponaten aus verschiedenen Kulturen Nordamerikas zeigt das NONAM das Thema Lernen aus ungewöhnlichen Perspektiven.

Feier zum fünfzigjährigen Bestehen des NONAM am 15. bis 16. Juni 2013

Die Feier zum fünfzigjährigen Bestehen des NONAM findet am Samstag, 15. Juni 2013, und am Sonntag, 16. Juni 2013, im NONAM statt.

Betriebsferien

Das NONAM ist vom 29.07. bis zu 11.8.2013 geschlossen!

Fernsehfilm Ehre sei den Tieren

Das Schweizer Fernsehen SF produzierte in Zusammenarbeit mit dem NONAM den Fernsehfilm Ehre sei den Tieren.[3]

Literatur

  • Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich: Indianermuseum der Stadt Zürich. Prestel-Museumsführer. Prestel-Verlag, München und New York 1996. ISBN 3-7913-1635-4
  • Nordamerika Native Museum Zürich: Karl Bodmer. A Swiss Artist in America 1809–1893. Ein Schweizer Künstler in Amerika. Scheidegger & Spiess, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-236-0 (Text: deutsch und englisch).
  • Nordamerika Native Museum: Traditions of Change – neue Kunst der Athapasken und Tlingit aus dem Yukon. Elf Künstlerbiographien. NONAM, Zürich 2005.
  • Nordamerika Native Museum: Kanu Kajak – Boote der Indianer und Inuit. NONAM, Zürich 2007.
  • Nordamerika Native Museum: Reich geschmückt – Indianischer Schmuck aus Arizona und New Mexico. NONAM, Zürich 2007.
  • Nordamerika Native Museum: Inuit – Leben am Rande der Welt. Inuit – Life at the Edge of the World. Kontrast Verlag, Zürich 2007. Mit 141 Fotografien und 7 Panoramabildern von Markus Bühler-Rasom. Inkl. Booklet «Reisetagebuch». ISBN 978-3-906729-55-8 (deutscher Text), ISBN 978-3-906729-59-6 (englischer Text).
  • Nordamerika Native Museum Zürich: aiguuq! – Arktische Schätze aus Schweizer Museen. NONAM, Zürich 2008. Mit Einführung und Objekttexten von Jean-Loup Rousselot.
  • Nordamerika Native Museum: mantu'c – little spirits: Die Sprache der Glasperlen. NONAM, Zürich 2010.
  • Nordamerika Native Museum Zürich: Faszination Indianer: Vorstellungen, Darstellungen – ein Streifzug durch die Jahrhunderte. Mit optionalem englischem Begleitheft erhältlich. NONAM, Zürich 2012.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Frau Indianerhäuptling tritt ab. In: Tages-Anzeiger vom 1. Februar 2012
  2. Aufstockung Mehrzweckraum: Projekt und Ausführung 2007-2009 (PDF-Datei; 1,20 MB)
  3. Schweizer Fernsehen: Netz Natur

47.34758.5647222222222Koordinaten: 47° 20′ 51″ N, 8° 33′ 53″ O; CH1903: 685089 / 244682


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