Megalithanlagen bei Steinfeld


Wappen von Bülstedt

Die Megalithanlagen bei Steinfeld liegen bei Steinfeld, einem Ortsteil der Gemeinde Bülstedt im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen. Sie stammen aus dem mittleren Neolithikum (3500–2800 v. Chr) und sind Megalithanlage der Trichterbecherkultur (TBK). „Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie jungsteinzeitlicher Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung“.[1]

Beschreibung

Eine Megalithanlage (Sprockhoff-Nr.650) liegt weitgehend zerstört im Steinfelder Holz nordöstlich des Dorfes. Vorhanden ist noch der südliche Abschluss der Kammer. Auffällig ist der gewaltige Deckstein.

Die zweite Anlage (Sprockhoff-Nr.649) liegt unweit einer Baumgruppe links neben der Straße. Sie ist besser erhalten und als Ganggrab anzusehen. Nur ein Tragstein fehlt, die übrigen befinden sich teilweise in situ. Drei Decksteine liegen auf ihren Tragsteinen, einer ist in die Kammer verstürzt. Ehemals könnten fünf Steine die Kammer bedeckt haben. Eine schmale Lücke in der Mitte einer Langseite ermöglichte den Zugang zur Kammer. Die Steinkammer lag früher unter einem (in dieser Region seltenen) Rundhügel, von dessen Einfassungssteinen eine Anzahl um die Kammer herum liegt.

Martin Mushard (1699–1770) berichtet von dem Ottersberger Amtmann Justus Kelp (1650–1720), der ein „Monumentum zu Stenfeld ... durch, etliche Leute untergraben“ ließ. Nach eigener Aussage bekam ihm der Ausgrabungsversuch nicht: „In der Nacht erschienen ihm drei Männer, die untereinander eine unbekannte Sprache redeten und von denen einer einäugig war. Mit bedrohlichem Blick bedeuteten sie ihm schließlich: „Sie wären für ihr Vaterland als Helden gestorben, würde er verfolgen sie zu beunruhigen, sollte er hinführ weder Stern noch Glück haben.“ Kelp war ein Gelehrter und Sammler, dessen Spuren man überall in der Geschichte der Lande um Bremen findet.

Siehe auch

Literatur

  • Hery A. Lauer: Archäologische Wanderungen im nördlichen Niedersachsen. Ein Führer zu Sehenswürdigkeiten der Ur- und Frühgeschichte. Band II. Verlag H. Lauer, Angerstein 1979, S. 150

Weblinks

Einzelnachweise

  1. J. Müller In: Varia neolithica VI 2009 S. 15

53.220239.21292Koordinaten: 53° 13′ 13″ N, 9° 12′ 47″ O


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