Meckelscher Knorpel


Der (paarige) Meckelsche Knorpel (Meckel-Knorpel, die Cartilago Meckeli, benannt nach seinem Entdecker J.F. Meckel 1820) ist der embryonale Vorläufer des Unterkieferknochens der Kiefermäuler. Traditionell setzt man ihn serial homolog einem Ceratobranchiale der Kiemenbogen (was nicht denknotwendig ist). Zum Teil wird er in der Ontogenese von Deckknochen (z. B. dem zahntragenden Dentale) umhüllt, z. T. durch Ersatzknochen (das größte ist das Articulare) verdrängt (Vorder- und Hinterende verknöchern sogar beim Menschen noch). Bei Knochenfischen bleibt der Knorpel zeitlebens ein funktionell wichtiges Element im Unterkiefer, das Elastizität einbringt. Beim Säuger bildet der Meckelsche Knorpel, sobald das Dentale als alleiniger Unterkiefer in Erscheinung tritt, nur mehr die Grundlage für die Serie der Gehörknöchelchen (das primäre Kiefergelenk zwischen Palatoquadratum und Meckelschem Knochen wurde zum Gelenk zwischen Amboss und Hammer).

Literatur

  • Westheide und Rieger (Hrsg.): Spezielle Zoologie II, Wirbel- oder Schädeltiere. 2010.
  • Waldeyer: Anatomie des Menschen. 2002.

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