Janina M Pawelz / CC BY-SA 2.0

Mambai


Mambai

Gesprochen in

Osttimor
Sprecher 131.361 (Stand 2010)[1]
Linguistische
Klassifikation

Austronesische Sprachen

Malayo-polynesische Sprachen
  • Mambai
Offizieller Status
Amtssprache von OsttimorOsttimor Osttimor (Nationalsprache)
Sprachcodes
ISO 639-1:

-

ISO 639-2:

map

ISO 639-3:

mgm

Die Mambai (Mambae, Manbae) sind nach den Tetum die zweitgrößte Ethnie in Osttimor. Sie leben vom Landesinneren des Distrikts Dili bis zur Südküste des Landes, vor allem in den Distrikten Ainaro und Manufahi. Ihre Hauptzentren sind Ermera, Aileu, Remexio, Turiscai, Maubisse, Ainaro und Same. Unter den Exiltimoresen in Australien bilden die Mambai eine der Hauptgruppen.

Sprache

Die größten Sprachgruppen in den Sucos Osttimors.[2]
Anteil von Mambai-Muttersprachlern in den Sucos Osttimors.
Tetum, Mambai und Portugiesisch

2010 gaben 131.361 Einwohner Osttimors an,[1] dass Mambai ihre Muttersprache ist. Es ist eine Zentral-Malayo-Polynesische Sprache des Timorzweigs. Mambai ist eine der in der Verfassung anerkannten 15 Nationalsprachen Osttimors. Es ist nach den Amtssprachen Tetum und Portugiesisch die drittwichtigste Sprache des Landes. Aufgrund der bergigen Landschaft ist die Sprache in viele Dialekte zersplittert (Damata, Lolei, Manua, Mambai). Teilweise hat man das Vokabular von Papua-Sprachen übernommen, so in den südlichen Dialekten (zum Beispiel in Ainaro) vom benachbarten Bunak.

Vergleich Dialekte des Mambai von Ainaro und Aileu
Zahl Ainaro' Aileu
1 id id
2 rua ru
3 tel teul
4 pat fat
5 lim lim
6 lim-nain-ide nen
7 lim-nai-rua hitu
8 lim-nai-tel ualu
9 lim-nai-pata sia
10 sagúl sakúl

Religion

Mambai-Familie in der Nähe von Maubisse

Wie die anderen Volksgruppen Osttimors sind die Mambai heute weitgehend Anhänger des katholischen Glaubens. Trotzdem lassen sich auch heute noch in den christlichen Riten Spuren der animistischen, traditionellen Religion finden. Besonders mit den Riten der benachbarten Kemak finden sich einige Parallelen. So werden bei Mambai und bei Kemak Bestattungszeremonien als Schwarze Rituale bezeichnet. Zweitbestattungen (Mambai: Maet-keon), bei denen die Knochen der Verstorbenen wieder ausgegraben, gereinigt und erneut bestattet werden, waren früher auch bei den Mambai üblich, scheinen aber heute nicht mehr vorzukommen.[3]

In der Kultur der Mambai erhielt während der Kolonialzeit der Kult um die Flagge Portugals eine zentrale Bedeutung. Als die Portugiesen die Timoresen unterwarfen, übergaben sie den Liurais (timoresische Kleinkönige) als Vasallen die portugiesische Flagge, die in den Augen der Timoresen, genauso wie der Flaggenmast, selbst zu heiligen Objekten wurden, welche die Herrschaft der Portugiesen und der ihnen treuen Liurais legitimierte. Nach deren Ursprungsmythos entsteht die Weltordnung durch zwei Brüder. Der ältere Bruder, von dem demnach die Völker Timors abstammen, hat die die rituelle Macht über den Kosmos inne. Der jüngere Bruder besitzt die Macht über die gesellschaftliche Ordnung. Von diesem stammen die nicht-timoresischen Völker ab, in diesem Fall die Portugiesen. Der Mythos berichtet vom Verlust, der Suche und der Wiedererlangung eines verlorenen, heiligen Gegenstandes, nämlich der portugiesischen Flagge. Diese heilige Bedeutung der Flagge führte zu einigen Problemen, als die Flagge Portugals 1910 beim Wechsel von der Monarchie zur Republik geändert wurde.[4][5] (siehe auch Anti-Steuer-Rebellionen)

Bedeutung in der Politik

Vier der acht Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl 2007 waren Mambai:

  • Francisco Xavier do Amaral, ASDT.
  • Fernando de Araujo, PD.
  • Lúcia Lobato, PSD.
  • Manuel Tilman, KOTA.

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010; PDF; 22,6 MB)
  2. Statistisches Amt Osttimors, Ergebnisse der Volkszählung von 2010 der einzelnen Sucos
  3. Center for Southeast Asian Studies, Northern Illinois University - East Timor People and Culture
  4. History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF; 824 kB)
  5. * Monika Schlicher: Portugal in Osttimor. Eine kritische Untersuchung zur portugiesischen Kolonialgeschichte in Osttimor 1850 bis 1912. Abera, Hamburg 1996, ISBN 3-931567-08-7, (Abera Network Asia-Pacific 4), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss, 1994).

Siehe auch

  • Maubere

Weblinks

Ethnie

Sprache


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