Maamorilik (Ort des Marmors)
Mâmorilik
Kommune Avannaata Kommunia
Distrikt Uummannaq
Geographische Lage 71° 7′ 33″ N, 51° 16′ 28″ WKoordinaten: 71° 7′ 33″ N, 51° 16′ 28″ W
Maamorilik (Grönland)
Einwohner 0
(seit 1993)
Gründung 1933
Zeitzone UTC-3
Besonderheiten Marmorabbau

Maamorilik [ˈmaːˌmɔʁilik] (nach alter Rechtschreibung Mâmorilik; häufig auch Maarmorilik) ist eine wüst gefallene grönländische Siedlung im Distrikt Uummannaq in der Avannaata Kommunia.

Lage

Maamorilik liegt an der Mündung des Fjords Affarlikassaa in den Qaamarujuup Sullua am Fuße des Bergs Akuliarusikassak. Etwa 24 km westsüdwestlich liegt der nächste Ort Ukkusissat.[1]

Geschichte

Erste Abbauphase

1933 begann man in Maamorilik Marmor abzubauen. Anfangs lebten etwa 300 Bergarbeiter im Ort. Der hier abgebaute Marmor lässt sich beispielsweise im Gebäude der ehemaligen Overformynderiet (Holmens Kanal 20) in Kopenhagen oder im Rathaus von Lyngby finden. 1945 endete der Marmorabbau in Maamorilik vorerst.[2]

Zweite Abbauphase

Bereits in den 1930ern war entdeckt worden, dass in Maamorilik nicht nur Marmor zu finden ist. 1971 erhielt die kanadisch-dänische Firma Greenex die Genehmigung den Abbau an der Den Sorte Engel (englisch The Black Angel) genannten Mine wieder aufzunehmen. Schließlich wurde ab 1973 neben Marmor auch Zink, Blei, Eisen und geringe Mengen Silber abgebaut. Die 20 m dicke Erzschicht enthielt u. a. die Minerale Sphalerit, Galenit, Pyrit und Pyrrhotin. Zu dieser Zeit waren 200 bis 360 Personen im Bergbau von Maamorilik beschäftigt, von denen knapp die Hälfte Grönländer waren. Jeden Tag wurden etwa 2000 Tonnen Erz verarbeitet, insgesamt waren es 11,3 Millionen Tonnen. Kosten in Höhe von 2,6 Milliarden Dänische Kronen (etwa 330 Millionen Euro) verursachte der Bergbau in Maamorilik insgesamt, der einherging mit massiver Umweltverschmutzung, wie sich durch den Fund von Schwermetallen in der Fauna zeigte. 1990 wurde der Abbau erneut aufgegeben und Maamorilik entvölkert.[2]

Geplante dritte Abbauphase

Ab 2006 begann das englische Bergbauunternehmen Angus & Ross sich für die Wiedereröffnung der Zinkmine in Maamorilik zu interessieren.[3] 2008 wurde schließlich ein 30-jährigen Abbaurecht durch das Tochterunternehmen Black Angel Mining, das auch das Goldbergwerk Nalunaq betrieb, von der grönländischen Regierung genehmigt.[4] Die geplante Eröffnung musste jedoch wenige Monate später wegen der Weltfinanzkrise auf unbestimmte Zeit verschoben werden.[5] Erst Anfang 2010 wurde vermeldet, dass Maamorilik 2011 wieder in Betrieb genommen werden soll.[6] Nach verstärkten Aktivitäten mussten im Sommer 2010 dennoch erneut die Vorbereitungen aus finanziellen Gründen abgebrochen werden.[7]

Söhne und Töchter

  • Thue Christiansen (* 1940), Politiker (Siumut) und Künstler

Bevölkerungsentwicklung

Maamorilik beherbergte in Bestzeiten über 300 Bergarbeiter sowie deren Familienmitglieder. Die Einwohnerzahl sank ab Ende der 1970er Jahre jedoch rapide ab und als die Mine 1990 geschlossen wurde, wurden alle Bewohner umgesiedelt. Seit 1993 ist Maamorilik verlassen.[8]

<graph>Skriptfehler: Ein solches Modul „Graph“ ist nicht vorhanden.</graph>

Einzelnachweise