Lucius Domitius Ahenobarbus († 25) war ein römischer Senator der augusteischen und tiberischen Zeit.

Domitius Ahenobarbus war ein Sohn des Gnaeus Domitius Ahenobarbus, Konsul im Jahr 32 v. Chr., und mit Antonia der Älteren verheiratet, einer Tochter des Marcus Antonius.

Domitius war 22 v. Chr. kurulischer Ädil und im Jahr 16 v. Chr. ordentlicher Konsul. Im Jahr 12 v. Chr. war er Prokonsul der Provinz Africa. Als Statthalter von Illyricum (6 v. Chr.–1 n. Chr.) führte Domitius Feldzüge nach Germanien, wobei er im Jahre 3 v. Chr. als erster römischer Militärbefehlshaber[1] über die Elbe vordrang.[2] Anschließend war er Befehlshaber des Heeres in Germanien und legte die pontes longi („lange Brücken“) an, einen Bohlenweg, möglicherweise im Sumpfland zwischen Rhein und der Ems. Im Jahr 14 n. Chr. wurde Domitius Arvalbruder.

Domitius war der Vater des Gnaeus Domitius Ahenobarbus, des Konsuls des Jahres 32 n. Chr. und Vaters des Kaisers Nero, der Domitia und der Domitia Lepida.

Siehe auch

Literatur

  • Peter Moeller: Domitius Ahenobarbus. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 5, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1984, ISBN 3-11-009635-8, S. 602–604.
  • Edmund Groag: Domitius 28. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band V,1, Stuttgart 1903, Sp. 1343–1346.

Anmerkungen

  1. Es wird angenommen, dass es in augusteischer Zeit mindestens drei Vorstöße über die Elbe gab. Jürgen Deininger, Germaniam pacare. Zu neueren Diskursion über die Strategie des Augustus gegenüber Germanien. In: Chiron 30, 2000, S. 751.
  2. Tacitus, Annales 4, 44, 2.

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