Lochstein (Archäologie)


Als Lochstein (engl. holed stone regional auch Quoit) bezeichnet man in der Archäologie einen durchlochten plattenartigen Menhir oder den artifiziell mit einem Seelenloch versehenen Eingangsstein einer Megalithanlage. Derartige Steine sind bei Galeriegräbern, bei Dolmen vom Typ Schwörstadt, in der Bretagne und auf den Britischen Inseln häufiger anzutreffen. Mehrere Dutzend findet man in Irland. Die meisten Löcher sind rund. Bei Tobernaveen im County Sligo steht ein Stein mit quadratischem Durchbruch.

Britische Inseln

Mên-an-Tol in Cornwall
  • In der Republik Irland findet sich im County Louth der Hurlstone. Ein kleiner Lochstein steht bei Kilmalkedar in der Grafschaft Kerry. Der Stein von Caherurlagh im County Cork ist 2,25 m lang. Der Cloch a ’Phoill steht bei Tullow im County Carlow. Der Stein von Lackendarragh südwestlich von Mallow im County Cork hat, wie einige andere Steine ein natürlich entstandenes kleines Loch.
  • In Nordirland steht der Lochstein von Doagh im County Antrim.
  • In Cornwall stehen bei Gweek der Tolvan Holed Stone und bei Tregeseal The Little People. Der bekannteste Lochstein der Insel ist der mittlere Stein der Megalithanlage Mên-an-Tol.
  • Ein Lochstein und ein weiterer Menhir in Staffordshire in den West Midlands in England werden als Devil’s Ring and Finger bezeichnet.
  • Auf der Orkneyinsel North Ronaldsay steht der gelochte Stan Stane.

Alpenraum

Heidenstein in Niederschwörstadt mit Seelenloch

Im voralpinen Raum werden oft die stehengelassenen Eintrittssteine eines ausgegangenen Galeriegrabes als Lochsteine bezeichnet. Man nennt diese Durchbohrung auch Seelenloch. Der Ausdruck beruht auf der Vorstellung, die Erbauer der Gräber hätten das Loch in der Frontplatte angebracht, um den Seelen der Bestatteten die Reise ins Jenseits zu ermöglichen.

Die Dolmen vom Typ Schwörstadt im Schweizer Jura weisen solche Lochsteine auf, wie z. B. der Pierre-Percée in Courgenay, der Dolmen von Laufen und der Dolmen von Aesch. Ein weiterer steht auf dem Älbachegg im Kanton Luzern. Beispiele aus Deutschland sind der Dolmen von Degernau und der Heidenstein in Niederschwörstadt.

Mittelmeerraum

  • Dolmen de Viera bei Antequera

Hercynischer Raum

  • Das Seelenloch von Großenrode im Harzvorland
  • Eintrittstein des Galeriegrabs von Züschen.
  • Der Lochstein von Watenstedt Landkreis Helmstedt

Literatur

  • Kenneth McNally: Standing Stones and other Monuments of early Ireland. Appletree Press, Belfast 1984, ISBN 0-86281-121-X.
  • Homer Sykes: Mysterious Britain. Weidenfeld and Nicholson, London 1993, ISBN 0-297-83196-8.

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