Typenreihe sardisch-korsischer Monumente

Das kleine Gigantengrab Li Mizzani liegt bei Palau in der Provinz Olbia-Tempio auf Sardinien. Die in Sardu „Tumbas de sos zigantes“ und auf italienisch (plur.) „Tombe dei Giganti“ genannten Bauten sind die größten pränuraghischen Kultanlagen Sardiniens und zählen europaweit zu den spätesten Megalithanlagen. Die 321 bekannten Gigantengräber sind Monumente der bronzezeitlichen Bonnanaro-Kultur (1.800-1.500 v. Chr.), die Vorläuferkultur der Nuragher ist.

Typenfolge

Baulich treten Gigantengräber in zwei Varianten auf. Die Anlagen mit Portalstelen und Exedra gehören zum älteren Typ. Bei späteren Anlagen besteht die Exedra statt aus monolithischen Stelen, aus einer in der Mitte deutlich erhöhten Quaderfassade aus bearbeiteten und geschichteten Steinblöcken. Das Gigantengrab Li Mizzani ist eine Anlage des älteren Typs (mit Portalstele).

Beschreibung

Die Exedra besitzt eine vergleichsweise kleine, nur 2,8 m hohe und 1,55 m breite Portalstele mit einer ungewöhnlich großen Türöffnung. Sie ist nach innen abgeschrägt, und nicht nach außen wie bei den anderen Anlagen dieser Art. Anders als bei diesen gibt es auch keinen erhabenen phallischen Umriss auf der zentralen Stele. Bis auf sieben fehlen die übrigen Steine der Exedra, insbesondere die höheren in der Mitte. Rudimentär erhalten sind die Basis der Exedra und der untere Teil der 7,25 m langen Grabkammer. Ursprünglich war sie von Steinplatten, sowie einem Hügel aus kleinen Steinen und Erde bedeckt, diese wurden 1918 entfernt um damit Trockenmauern zu errichten. Die Ausgrabungen haben Scherben erbracht, die auf die Zeit zwischen dem 15. und 11. Jahrhundert v. Chr. datiert worden sind.

Weblinks

41.141529.33286Koordinaten: 41° 8′ 29″ N, 9° 19′ 58″ O


Diese Artikel könnten dir auch gefallen


Die News der letzten 14 Tage 0 Meldungen

Knochen des Tages
SK 885
SK 885

Australopithecus robustus

Elemente: L. LM3

Swartkrans , Südafrika