Lapis Satricanus


Der Lapis Satricanus, oder „Stein von Satricum“, ist ein gelber Stein, der in den Ruinen des antiken Satricum, heute Le Ferriere, Stadtteil von Latina (41° 31′ N, 12° 45′ O41.51305555555612.755) 1977 gefunden wurde. Er wurde dort im Fundament eines Tempels für Mater Matuta wiederverwendet. Er wurde auf das späte 6. bis frühe 5. Jahrhundert v. Chr. datiert.[1]

Seine Inschrift lautet:

(?)IEI STETERAI POPLIOSIO VALESIOSIO SVODALES MAMARTEI

Diese kann übersetzt werden mit: „Die (?) widmeten dies, als Begleiter von Publius Valerius, dem Mars.“

Mit „Popliosio Valesiosios“ ist wahrscheinlich der römische Senator Publius Valerius Publicola gemeint.

Die Inschrift ist in Frühlatein oder einem ihm ähnelnden Dialekt geschrieben. Sie ist wichtig für die indogermanistische Sprachvergleichung, da sie den einzigen lateinischen Beleg für die Genitivendung „-osio“ der thematischen Nominalflexion darstellt. Das spätere Latein hat „î“ als Endung dieses Falls. Aus dem Vergleich mit anderen altitalischen Sprachen, mit dem Griechischen und dem Sanskrit ergibt sich jedoch, dass die ursprüngliche Endung -osio lautete.

Literatur

  • Conrad M. Stibbe: Lapis Satricanus: archaeological, epigraphical, linguistic, and historical aspects of the new inscription from Satricum, Staatsuitgeverij, 1980, ISBN 90-12-02951-1
  • Rudolf Wachter: Altlateinische Inschriften: Sprachliche und epigraphische Untersuchungen zu den Dokumenten bis etwa 150 v. Chr., P. Lang, Bern 1987
  • Robert Stephen Paul Beekes: Comparative Indo-European linguistics. An introduction. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam/Philadelphia 1995.

Einzelnachweise

  1. Conrad M. Stibbe: Lapis Satricanus.

Weblinks


Diese Artikel könnten dir auch gefallen