Landesmuseum für Natur und Mensch


Stelen aus dem Wittemoor im Landesmuseum

Das Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg (Oldenburg) ist ein überregional bedeutendes Sammlungsmuseum mit den Abteilungen Archäologie, Naturkunde und Völkerkunde. Schwerpunkte sind die Geologie und die Moorarchäologie Nordwestdeutschlands. Die Abteilung Naturkunde beherbergt auch die interdisziplinären Dauerausstellungen Moor & Geest und Küste & Marsch. Sonderausstellungen ergänzen das Programm des Museums.

Geschichte

Das Landesmuseum für Natur und Mensch wurde 1836 von Großherzog Paul Friedrich August als Naturhistorisches Museum Oldenburg eröffnet. Erster Museumsvorstand war Oberkammerherr Alexander von Rennenkampff, in Osternburg als Bauherr der "Villa Rennenkampff" bekannt.

Die Sammlung umfasste anfangs nur präparierte Insekten und Vögel. Durch das persönliche Engagement des Großherzogs wurde die Sammlung jedoch stetig erweitert, Schwerpunkte waren die Erfassung der heimischen Tierwelt und eine naturwissenschaftliche Heimatforschung, deren Mittelpunkt Oldenburg wurde. 1867 wurden die völkerkundliche Sammlung, das Naturalien-Cabinett und die Altertümersammlung aus dem Schloss des Herzogs in das Museum integriert. 1880 wurde ein Neubau nötig, um die angewachsenen Sammlungen zu beherbergen. Seitdem befindet sich das Museum an seinem heutigen Standort. In der Nacht vom 22. auf den 23. September 1943 wurde das Gebäude bei einem Luftangriff auf Oldenburg schwer beschädigt.[1]

Die intensive Besinnung auf die eigene Vergangenheit, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts immer mehr die Gestaltung kultureller Einrichtungen prägt, sorgt dafür, dass die Archäologie in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des Museums rückt. Die Erforschung des kulturellen Erbes und die Vermittlung der Ur- und Frühgeschichte an ein breites Publikum wurden zur zentralen Aufgabe.

Mit den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen des frühen 20. Jahrhunderts änderte sich auch die Trägerschaft und der Name des Museums: erst wurde es staatliches Naturhistorisches Museum, 1938 dann Staatliches Museum für Naturkunde und Vorgeschichte.

1971 wurde das Gelände des Museums um das benachbarte ehemalige Gebäude der Landesbibliothek Oldenburg erweitert, damit wurde mehr Raum geschaffen für Dauer- und Sonderausstellungen.

Seit 1995 folgte die Gestaltung der Dauerausstellung der Idee, interdisziplinär die Integration von Natur- und Kulturgeschichte und das Werden und Wirken von Mensch und Tier darin darzustellen. Zentrale Themen sind Moor, Geest, Küste und Marsch, die typischen Landschaften der nordwestdeutschen Küstenregion. Als Verbindungsglied zwischen den Regionen dient die Hunte, die sie durchfließt. In einem großen Aquarium werden Wassertiere, Insekten und Pflanzen vorgestellt, deren Lebensraum die Hunte ist.

Literatur

  • Mamoun Fansa (Hg.), Von der Kunst Wissen zu vermitteln. 175 Jahre Landesmuseum Natur und Mensch. Geschichte und Gegenwart, Wienand Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-86832-079-4
  • Die Völkerkundliche Sammlung des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg. In: Herausgeber Gundolf Krüger, Ulrich Menter, Jutta Steffen-Schrade: TABU?! Verborgene Kräfte - Geheimes Wissen. Imhof Verlag, September 2012. Seite 105-107 und zahlreiche Abbildungen aus dem Museumsbestand. ISBN: 3865688640 EAN: 9783865688644 Libri: 5333814

Einzelnachweise

  1. Jörg Deuter: Oldenburg - ein norddeutsches Stadtbild, S. 215. Oldenburg 1988.

Weblinks

53.1337188.219494Koordinaten: 53° 8′ 1″ N, 8° 13′ 10″ O


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