Kommende Welheim


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Kommende Welheim
Lageplan

Lageplan

Entstehungszeit: vor 1255
Geographische Lage 51° 31′ 19,3″ N, 6° 58′ 35,5″ O51.5220194444446.9765388888889Koordinaten: 51° 31′ 19,3″ N, 6° 58′ 35,5″ O
Kommende Welheim (Nordrhein-Westfalen)
Kommende Welheim

Die Kommende Welheim war ein mittelalterlicher Rittersitz in Form einer Wasserburg in Bottrop und eine Kommende genannte Niederlassung der Westfälischen Ballei des Deutschen Ordens im Kurkölnischen Vest Recklinghausen.

Geschichte

Ursprünglich gehörte das Gut Welheim einer gleichnamigen Familie. 1230 übergab Everhard von Welheim sein Gut dem Deutschen Orden, welcher es zur Kommende ausbaute. Bis zur Säkularisation blieb die Kapelle der Kommende die katholische Hauptkirche von Welheim, Batenbrock und Boy.

Der Deutsche Orden um 1300

Die Anlage bestand ursprünglich aus einer Vorburg mit Wirtschaftshof, Schlosskapelle, Gärten und der eigentlichen Wasserburg, dem Komturhaus. Die gesamte Anlage wurde mehrfach zerstört – so 1598 im Achtzigjährigen Krieg – und zuletzt 1723 wiederaufgebaut. Von Gründung der Kommende 1254 bis zur Reformation 1572 hatte sie das Patronatsrecht über die Salvatorkirche in Duisburg, und der jeweilige Komtur war Erbmarkenrichter in der Welheimer Mark. Beachtlicher Grundbesitz wurde durch Schenkungen und Ankauf erworben, und die Kommende wurde zum größten Landbesitzer der Umgebung. Wirtschaftlich war die Kommende für den Deutschen Orden nicht immer profitabel. Nur durch Einkunftsverzicht des Komturs wurde ein Konkurs zum Ende des 17. Jahrhunderts verhindert. Im Zuge der Säkularisation gelangte das Gut in den Besitz des Herzogs von Arenberg. Der letzte Komtur erhielt eine lebenslange Pension. Die Ländereien gingen nach und nach verloren. 1928 wurde direkt neben der Burg die Kokerei Prosper gebaut. Bombenabwürfe während des Zweiten Weltkrieges trafen das Gebäude, seine Reste wurden 1954 abgetragen und der Grund und Boden 1980 eingeebnet und teilweise mit Werkshallen bebaut.

Denkmäler

Ein Gedenkstein befindet sich heute an der Prosperstraße. Ein Standbild des hl. Nepomuk aus dem Kommendegarten steht heute im Quadrat Bottrop, eine Replik davor.

Komture

  • Schweder von Vondern (1396)
  • Wilhelm Overlacker (1529–1535)
  • Hermann Overlacker (1540–1560)
  • Röttger Overlacker (1565–1577)
  • Christoph von Dellwig (1591–1625)
  • Rab Luther von Schilder (1629–1632)
  • Henrich von Ittersum (1628–1650)
  • Eberhard von Dellwig (1651/52)
  • Henrich von Ittersum (1653/53–1660)
  • Gisbert von der Capellen (1662–1670)
  • Eberhard von Dellwig (1671–1674)
  • Johann Hunold von Plettenberg (1675–1679)
  • Wilhelm von Plettenberg (1679–1688/92)
  • Ferdinand Röttger von Dobbe (1692–1703)
  • Georg Levin von Nagel (1705–1711)
  • Rosier Gottfried von Dellwig (1713–1718)
  • Franz Gaudenz Xerxes von Westrem (1718–1724)
  • Franz Wilhelm Bernd von Westrem (1727–1729)
  • Raban Henrich von Haxthausen (1737–1793)
  • Friedrich Ernst von Spiegel (1793–1794)
  • Johann Wilhelm von Loe

Welheimer Reise

Die Essener St.Sebastians-Schützen zogen seit dem 14. Jahrhundert am Mittwoch nach Pfingsten zur Welheimer Kommende. Diese bedankte sich mit der immer wiederkehrenden Einladung für die Schutzfunktion der Essener Schützen für die Kommende. Diese Tradition wurde am 3. Juni 1789 vom Vestischen Statthalter Graf von Nesselrode beendet. Er ließ 600 Recklinghauser Schützen an den Emscherübergängen Position nehmen, um den Essener Schützen den Übergang zu verwehren. Die Schützen zogen ab und ein Kleinkrieg wurde verhindert. Im Ratssaal des Bottroper Rathauses hängt ein Gemälde von Josse Goosen zur Welheimer Reise. Heute wird diese Tradition von der Historischen Gesellschaft Bottrop neu gepflegt.

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