Rdghalayini / CC BY-SA 3.0

Khmer (Volk)


Markt in Kambodscha
Khmer-Kunst, Museumsinsel Hombroich

Datei:Khmer dance 1.ogv Die Khmer (ខ្មែរ ˈ:k:m:ɛər) (auch Camarini, Coa Mein, Kambuja, Kampuch, Khmae, Khom, Kui kmi, Kumar oder Mein) sind die wichtigste Ethnie in Kambodscha und stellen mit mehr als 12 Millionen Einwohnern über 86 Prozent der Bevölkerung dar. In vergangenen Jahrhunderten wurden sie als Arbeitskräfte in benachbarte Staaten (Thailand, Laos und Vietnam) umgesiedelt, mitunter mit Gewalt. Etwa drei Millionen Khmer leben heute im benachbarten Ausland. Eine relativ große Gruppe der Khmer, die vor den Roten Khmer und der anschließenden Besatzung der kommunistischen Vietkong fliehen musste, lebt heute im Land des ehemaligen Kolonialherren Kambodschas, in Frankreich, aber auch in den USA.

Die Khmer errichteten Tempel und Tempelstädte, die zu den größten der Welt zählen, wie Angkor im heutigen Kambodscha sowie Prasaat Hin Khao-Phnom-Rung und Prasaat Hin Phimai im heutigen Thailand.

Die Khmer sind eng verwandt mit dem Bergvolk der Mon, deren Nachfahren in Thailand im Wesentlichen als Reisbauern und Fischer leben. Zahlreiche Minoritäten im Süden von Laos, in Nordostkambodscha und Zentralvietnam sprechen ebenfalls verwandte Sprachen.

Die Khmer haben im Verlauf der Geschichte Kambodschas zahlreiche Höhen und Tiefen erfahren. Ihre Vergangenheit ist sehr eng verknüpft mit der Geschichte der Cham, mit denen sie vom 10. bis zum 15. Jahrhundert regelmäßig im Krieg waren. In der zeitgenössischen Geschichte sind die Barbarei und Verbrechen der Roten Khmer zu nennen, die zwischen 1975 und 1979 mehr als drei Millionen Khmer das Leben kostete.

Geschichte der Khmer

Siehe auch den Hauptartikel Geschichte Kambodschas.

Wahrscheinlich im 3. Jahrhundert v. Chr. wanderten Proto-Mon-Khmer aus China nach Süden, doch entsteht erst 802 das erste Reich der Khmer unter dem Herrscher Jayavarman II., nachdem dieser Chenla niedergerungen hatte. Nach dessen Tod 850 übernimmt sein Sohn Jayavarman III. in der Hauptstadt Hariharalaya den Thron. Die Khmer errichteten 893 das erste Kultzentrum der Khmer-Monarchie in Angkor, Yasodharapura und griffen mehr als 50 Jahre später das vietnamesische Reich Champa erfolgreich an. Im 12. Jahrhundert übernahm König Jayavarman VII. den Theravada-Buddhismus und begann mit dem Bau von Angkor Thom. Ende des 12. Jahrhundert waren praktisch alle Khmer vom Hinduismus zum Buddhismus konvertiert.

Mit der Eroberung von Angkor durch die Thai aus Ayutthaya im 14. Jahrhundert endete die Geschichte des gleichnamigen Reiches. Die Hauptstadt wurde im Jahr darauf verlassen. In der Folge waren die Khmer über die meiste Zeit ein Zankapfel zwischen dem vietnamesischen Reich Annam und dem siamesischen Reich von Ayutthaya. Nachdem 1620 eine vietnamesische Prinzessin in die Khmer-Monarchie eingeheiratet hatte, erhielten die Vietnamesen das Siedlungsrecht auf dem Gebiet der Khmer. Dies führte zur Vietnamisierung der östlichen Küstenregion des ehemaligen Kambodschas, heute um Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt) gelegen.

König Norodom I. führte die Khmer 1863 in die französische Kolonialherrschaft, als er um den Schutz Frankreichs vor den Übergriffen seiner Nachbarn bat. War das Gebiet der Khmer zunächst ein französisches Protektorat, wurde es 1887 in die Kolonie Französisch-Indochina eingegliedert. Erst 1953 wird Kambodscha unabhängig.

Sprache

Die Khmer sprechen die Khmer-Sprache, die zur Familie der Mon-Khmer-Sprachen gehört. Die Khmer-Schrift leitet sich von den indischen Silbenschriften her.

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