Danimations / CC BY-SA 4.0

Kevin Buzzacott


Kevin Buzzacott (* 1947) ist ein Elder der Aborigines der Arabunna im nördlichen South Australia, der auch Uncle Kev genannt wird. Er setzt sich für die Anerkennung der Kultur, der Menschenrechte und der Landrechte der Aborigines ein. Buzzacott initiierte und führte zahlreiche politische Kampagnen gegen das Uranbergwerk Olympic Dam auf dem Land der Arabunna und gegen die Ausbeutung des Trinkwassers im Great Artesian Basin.

Er wird als Uncle Kev anerkennend genannt und sowohl von den Aborigines als auch von den Nichtaborigines für seinen Einsatz zum Schutz seines Landes, der Kultur und des australischen Geistes anerkannt.

Kampagnen

Im April 1999 versuchten der australische Außenminister Alexander Downer und der Umweltminister Robert Hill den Lake Eyre aus der Liste des UNESCO-Weltnaturerbe zu streichen, um der Bergwerksgesellschaft BHP Billiton Minenaktivitäten zu ermöglichen. Der Beschwerdeführer Kevin Buzzacott bezeichnete in dem Gerichtsverfahren, das er verlor, die Initiative des Ministers Downer als einen Genozid an den australischen Aborigines.[1] Daraufhin initiierte Buzzacott einen Marsch vom Lake Eyre bis zu den Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney[2][3] und einen weiteren von der Uranmine Olympic Dam nach Hiroshima in Japan.

2002 forderte Buzzacott die Stammestotems Emu und Känguru zurück, die im australischen Wappen außerhalb am Parliament House in Canberra angebracht sind. Drei Jahre später wurde er wegen Diebstahl dieses Wappens für die Zelt-Botschaft, ein Mahnmal des Aboriginesprotests, zwangsweise in Haft genommen.[4] Dies mündete ein in eine gerichtliche Auseinandersetzungen, in der die australische Regierung einen der ausführlichsten Schriftsätze zum Genozid niederlegte.

2003 produzierte der Special Broadcasting Service gemeinsam mit der Australian Film Commission of the Unit Aborigines eine Dokumentationserie mit dem Titel We of Little Voice, die Kevin Buzzacott auf einer Reise durch das nördliche South Australia zeigte, wo er die Elders der Aborigines über ihre Erfahrungen mit der Atomindustrie im Uranabbau und über die Atomwaffentests befragte.[5]

Er unterstützte die Zelt-Botschaft der Aborigines in Canberra, wo er in 1988 in eine gerichtliche Auseinandersetzung geriet. Er war auch beteiligt am Camp Sovereignty während der Commonwealth Games von 2006 in Melbourne, die von vielen Aborigines als die die Stolen-Wealth Games bezeichnet werden.

In Melbourne sammelte am 21. April 2007 eine Gruppe von Aborigines und Nichtaborigines Geld für Buzzacott, damit dieser die Aufklärung der australischen Bevölkerung über die Folgen des Uranabbaus weiter betrieb.

Preise

2001 erhielt den Kevin Buzzacott den renommierten Nuclear-Free-Future-Award in Irland, was ihm ermöglichte durch Europa zu reisen und Vorträge des Kampfes der Aborigines für ihre Landrechte zu halten.[6]

Die Australian Conservation Foundation (ACF) zeichnete Buzzacott 2007 mit dem Peter Rawlinson Award für seine über zwei Generationen anhaltende Arbeit gegen den Uranbergbau und für seinen Einsatz für ein nuklearfreies Australien aus.[7] Der geschäftsführende Direktor der ACF bezeichnet Buzzacott anlässlich seiner Preisübergabe:

A passionate and effective advocate for sustainable water management and for responsibility, respect and recognition of the rights, aspirations and traditional knowledge of Australia’s Indigenous peoples. Kevin is a cultural practitioner, an activist, an advocate and an educator. He has travelled tirelessly, talking to groups large and small about the impacts of uranium mining and the threats posed by the nuclear industry. Kevin has had a profound impact on the lives of many people – especially young people – with his many tours and ‘on-country’ events. For many young activists ‘Uncle Kev’ is truly an unsung hero and, against the current pro-nuclear tide, his is a very important struggle and story. [8]

Einzelnachweise

  1. Nulyarimma v Thompson (1999) FCA 1192 Federal Court of Australia judgment, Austlii, Abgerufen am 8. Juni 2007
  2. Walking the Land for our Ancient Rights: Interview with Kevin Buzzacott Indigenous Law Bulletin [2000] ILB 6, Austlii. Abgerufen am 8. Juni 2007
  3. Unofficial flame to highlight Aboriginal issues ABC Online vom 2. September 2000. Abgerufen am 8. Mai 2007
  4. Police remove man from Aboriginal tent embassy Sydney Morning Herald vom 6. April 2005. Abgerufen am 8. Juni 2007
  5. Australia By Numbers Series 3. SBS. Abgerufen 8. Juni 2007
  6. Kevin Buzzacott, 2001 Nuclear-Free Future Resistance Award Recipient Nuclear Free News. Abgerufen am 8. Juni 2007
  7. Aboriginal awarded environmental gong vom 5. Juni 2007. Abgerufen am 8. Mai 2007
  8. Indigenous nuclear campaigner wins national environment award Australian Conservation Foundation, 5. Juni 2007. Abgerufen am 8. Juni 2007

Weblinks


Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


Knochen des Tages

Elemente:

,

18.02.2021
Neandertaler-Gene und Covid-19 Verläufe
Letztes Jahr entdeckten Forscher, dass wir den wichtigsten genetischen Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Krankheit Covid-19 vom Neandertaler geerbt haben.
29.01.2021
Als Flüsse durch eine grüne Sahara flossen
Große Teile der heutigen Sahara-Wüste waren vor Tausenden von Jahren grün.
29.01.2021
Beweglicher Daumen ebnete den Weg zur menschlichen Kultur
Präzise Greifen und grazilere Werkzeuge herstellen: Vor rund zwei Millionen Jahren verschaffte ihre bessere Feinmotorik den ersten Menschen einen evolutionären Vorteil
23.01.2021
Befreundete Schimpansen kämpfen gemeinsam gegen Rivalen
Menschen kooperieren in großen Gruppen miteinander, um Territorien zu verteidigen oder Krieg zu führen.
21.01.2021
Über 18.000 Funde: Forschungsgrabung in Untermaßfeld abgeschlossen
Seit vier Jahrzehnten wird in der thüringischen Wirbeltierfundstelle Untermaßfeld regelmäßig ausgegraben.
21.01.2021
Was das Genom des Lungenfischs über die Landeroberung der Wirbeltiere verrät
Das vollständig sequenzierte Genom des Australischen Lungenfisches ist das größte sequenzierte Tiergenom und hilft, den Landgang der Wirbeltiere besser zu verstehen – Evolutionsbiologen der Universität Konstanz sind maßgeblich beteiligt
21.01.2021
Alte DNA gibt Aufschluss über die Besiedlung der Marianeninseln
Im Vergleich zur Erstbesiedlung Polynesiens hat die Besiedlung der Marianen im Westpazifik vor etwa 3.500 Jahren bisher nur wenig Beachtung gefunden.
21.01.2021
Asiatische Gewürze erreichten den Mittelmeerraum vor mehr als 3000 Jahren
Der LMU-Archäologe Philipp Stockhammer fand Hinweise über asiatische Gewürze wie Kurkuma und Früchte wie die Banane im Mittelmeerraum schon viel früher als bislang gedacht.
10.12.2020
Fossilien zeigen Folgen der Ozeanerwärmung auf
Forschende aus Berlin und Großbritannien haben die ökologischen Auswirkungen einer raschen und ungewöhnlich intensiven Phase der Klimaerwärmung während der Jurazeit vor etwa 182 Millionen Jahren auf die Meeresfauna erforscht.
03.12.2020
Das älteste “Ortsnamenschild” der Welt
Wissenschaftler der Universität Bonn haben zusammen mit dem Ägyptischen Antikenministerium das älteste Ortsnamenschild der Welt entschlüsselt.
30.11.2020
Der Popa-Langur: ein neu entdeckter Affe aus Asien
Erbgutanalysen, unter anderem an hundert Jahre altem Museumsexemplar, erlauben Einblick in die Evolutionsgeschichte der Haubenlanguren.
25.11.2020
Treue Paare im Regenwald
Rote Springaffen verzichten auf Seitensprünge.
24.11.2020
Manche mögen‘s heiß: Globale Erwärmung als Motor für Evolution der Langhalssaurier
Ein internationales Paläontologen-Team, zu dem auch SNSB-Forscher Oliver Rauhut gehört, findet Belege für einen raschen Klimawandel vor 180 Millionen Jahren als Ursache für die Ausbreitung der weithin bekannten Langhalssaurier (Sauropoden).
03.11.2020
Neanderthaler-Mütter stillten nach fünf bis sechs Monaten ab
Als Grund für das Aussterben der Neanderthaler vermuten einige Forscher, dass die damaligen Mütter ihre Säuglinge lange stillten und die Säuglinge so nicht früh genug vielfältige Nährstoffe für eine Höherentwicklung des Gehirns erhielten.
31.10.2020
Populationsgeschichte der Hunde deckt sich nur teilweise mit der des Menschen
Wissenschaftler haben die Genome von bis zu 10.900 Jahre alten Hunden untersucht und zeigen, dass die Populationsgeschichte der prähistorischen Hunde sich nur teilweise mit der des Menschen deckt.
30.10.2020
Denisovaner-DNA im Erbgut früher Ostasiaten
Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Mongolischen Akademie der Wissenschaften haben das Genom des ältesten menschlichen Fossils, das bis jetzt in der Mongolei gefunden wurde, analysiert: Die 34.000 Jahre alte Frau hatte rund 25 Prozent ihrer DNA von Westeurasiern geerbt.
24.10.2020
Bissspuren und ausgefallene Zähne bringen Licht ins Fressverhalten von Dinosauriern
Forscherteam der Universität Tübingen untersucht 160 Millionen Jahre alten Fressplatz im Nordwesten Chinas.
22.10.2020
Kognitive Bausteine der Sprache existierten schon vor 40 Millionen Jahren
Nicht nur Menschen, sondern auch Affen und Menschenaffen erkennen Regeln in komplexen sprachlichen Konstruktionen. Dies haben Sprachwissenschaftler durch Experimente mit einer künstlichen Grammatik herausgefunden. Daraus lässt sich schliessen, dass diese Fähigkeit auf gemeinsame Vorfahren zurückgeht.
21.10.2020
Mehr noch als Fleisch und Milch
Stabile Isotopendaten von Menschen- und Tierknochen zeigen eine sehr effektive Nutzung des vielfältigen Nahrungsangebots im nördlichen Kaukasus und den vorgelagerten Steppen durch bronzezeitliche Viehhalter im heutigen Süden Russlands.
18.10.2020
Madagaskar: Mensch und Klima verursachten Massenaussterben
Die gesamte endemische Megafauna Madagaskars und der östlich davon gelegenen Inselkette der Maskarenen, zu der Mauritius und Rodrigues zählen, wurde im vergangenen Jahrtausend ausgerottet.
17.10.2020
Chemische Evolution - Am Anfang war der Zucker
Der Ursprung allen Lebens liegt in organischen Molekülen. Doch wie sind diese aus anorganischen Stoffen entstanden? Der LMU-Chemiker Oliver Trapp berichtet über einen Reaktionsweg, bei dem sich Zucker an Mineralien ohne Wasser bilden.
14.10.2020
Der moderne Mensch kam auf Umwegen nach Europa
Klimatische Bedingungen leiteten die geographische Ausbreitung von Homo sapiens in der Levante vor 43.000 Jahren.
12.10.2020
Reiter wetteiferten vor 3000 Jahren um die ältesten Lederbälle Eurasiens
Wissenschaftler haben in Gräbern von Reitern in Nordwest-China die ältesten Bälle Eurasiens untersucht.
08.10.2020
Forscher rekonstruieren Käfer aus der Kreidezeit
Ein internationales Forscherteam hat vier neu gefundene Exemplare der fossilen Käfer Mysteriomorphidae mithilfe der Computertomographie untersucht und weitestgehend rekonstruieren können. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf die Evolution der Arten während der Kreidezeit zu.
01.10.2020
Jagdverhalten säbelzahntragender Raubtiere erforscht
Ein internationales Team von Forschenden aus dem Vereinigten Königreich und Spanien sowie unter Beteiligung vom Museum für Naturkunde in Berlin, untersuchten über 60 verschiedene säbelzahntragende Tierarten.