Ausbreitung fester Siedlungen in Schweden während der jüngeren Eisenzeit, (0 bis 550 n. Chr.), der Vendel- (550 bis 800 n. Chr.) und der Wikingerzeit (800 bis 1050 n. Chr.)

Die Keramik der älteren Eisenzeit in Schweden (etwa 400 v. Chr. bis 0) umfasst einige 1000 Gefäße (für schwedische Verhältnisse eine hohe Anzahl in einem begrenzten Zeitraum), die ohne eine größere Variationsbreite aufzuweisen, mehrere Typen repräsentieren. Von besonderer Bedeutung sind die großen Keramikmengen von den Gräberfeldern Ekehögen (200 Gräber), Fiskeby, Horn und Sjögestad. Die hohe Anzahl verdankt sich der Sitte, den Leichenbrand in Tongefäßen beizusetzen.

Die meisten Gefäße der älteren Eisenzeit sind einfache Haushaltsware. Dazu gehören oft tonnenförmige oder leicht gebauchte Kruken mit geschwungenem oder geradem Rand. Einige sind von profilierter Form und besserer Qualität. Aus Gräberfeldern im westlichen Schweden stammen geglättete, dunkelgefärbte Gefäße, bisweilen mit abgesetztem Fuß, große, weitbauchige Henkelgefäße, Tassen mit Henkel und in kleinerem Umfang doppelkonische Gefäße. Teilweise zeigen die westschwedischen Gefäße Beziehungen zur Kraghedegruppe auf Jütland in Dänemark. Ein Dekor fehlt oder besteht aus einfachen Linienornamenten.

Mäanderähnliche Verzierungen, die auf norddeutsche Einflüsse deuten, weisen einige Gefäße aus Väster- und Östergötland auf. Doppelkonische Gefäße kommen auch auf Öland und in Östergötland vor. Öland weist ferner pokalähnliche Becher mit Entsprechungen südlich der Ostsee auf. Eine ausgeprägte Keramik kann während der Endphase der frühen Eisenzeit nicht ausgeschieden werden. Die Gefäßformen sind in jenen Landesteilen, in denen dieses Handwerk präsent ist, einheitlich und einfach.

Zum Teil spiegelt die Keramik Formen wider, die in der vorausgehenden Periode wurzeln. Einzelne tonnenförmige, hohe Gefäße aus Öster- und Västergötland zeigen eine Affinität mit spätbronzezeitlichen Formen, die kaum auf Zufälligkeit beruhen kann. Sie drücken den Traditionszusammenhang mit der Bronzezeit und deren Keramiken aus, so dass anhand der Keramik eine Siedlungskontinuität greifbar wird.

Literatur

  • Mårten Stenberger: Nordische Vorzeit. Band 4: Vorgeschichte Schwedens. Wachholtz, Neumünster 1977, ISBN 3-529-01805-8.