Kammerburg


Kammerburg

BWp1

Entstehungszeit: um 1295
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Mauerreste
Ständische Stellung: Klerikale, Niederadel
Ort: Lorch
Geographische Lage 50° 4′ 57,3″ N, 7° 52′ 37,7″ O50.0825867.87713192.8Koordinaten: 50° 4′ 57,3″ N, 7° 52′ 37,7″ O
Höhe: 192,8 m ü. NN
Kammerburg (Hessen)
Kammerburg

Die Kammerburg ist eine Burgruine nordöstlich der Stadt Lorch im Mittelrheintal im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen.

Geografische Lage

Die Ruine der Höhenburg liegt im östlichsten Zipfel der Gemarkung von Lorch zwischen dem Wispertal und dem Werkerbachtal auf einem Bergrücken bei 192,8 m ü. NN in südöstlich gerichteter Spornlage über der Wisperstraße. Nur 500 Meter entfernt in nordwestlicher Richtung und 75 Meter höher liegt Burg Rheinberg. Direkt unter der Nordostseite der Kammerburg liegt im Tal das Gasthaus zur Kammerburg und die Einmündung der von Wollmerschied kommenden Kreisstraße K 625 in die Wisperstraße.

Geschichte

Die Burg wurde erstmals 1304 urkundlich erwähnt und vermutlich um 1295 vom Erzstift Mainz als Belagerungsburg gegen die Burg Rheinberg erbaut.

Ab 1304 war der Ritter Johann von Rheinberg im Auftrag des Trierer Erzbischofs acht Jahre Burgmann auf der Burg. Die Burg diente im Spätmittelalter dem Erzstift Mainz häufig als Pfandobjekt und schützte das Rheingauer Gebück, eine Landwehr, die hier das Wispertal überquerte.

Im 15. Jahrhundert verlor die Burg ihre strategische Bedeutung, war 1483 nur noch von einem Knecht besetzt, wurde noch vor 1500 als Wehranlage aufgegeben, als sie vermutlich schon unbewohnbar war.

Im 16. Jahrhundert gelangte die ruinöse Burganlage in den Besitz der niederadeligen Familien von Rüdesheim, Blankenheim und der Pfalzgrafen, war ab Anfang des 19. Jahrhunderts im Besitz der Familie von Zwierlein aus Geisenheim und gelangte später an die Familie Haniel.

Anlage

Von einem 10 mal 11 Meter großen innerem Bering mit einer im Norden nach der Burg Reinberg gerichteten Schildmauer und einem Bergfrieds mit Tor sind nur noch geringe Reste erhalten. Im Westen und Süden war dem Bering vermutlich ein offener Zwinger vorgelagert.

In den 1960er Jahren wurden der Vorburgbereich durch ein Wohnhaus überbaut. Die Ruine ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

Literatur

  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage, Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 491-492.
  • Ferdinand Luthmer – Die Bau- und Kunstdenkmäler des Rheingaus. Frankfurt a.M., 1907
  • Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990 ISBN 3-89214-017-0, S. 241.

Weblinks


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