Kaminahu


Kaminahu (altsüdarabisch kmnhw; heute Kamna) ist der Name einer altsüdarabischen Stadt im nördlichen Dschauf im heutigen Jemen, 107 km nordnordöstlich von Sana'a auf etwa 1100 m über N.N.

In der Frühzeit war Kaminahu ebenso wie die anderen Städte des Dschuaf wie Haram und Naschan ein eigener Stadtstaat. Um 715 v. Chr. wurde Kaminahu von Yitha'amar Watar I. von Sabas unterworfen, nachdem es Naschan und die Nachbarstadt Manhiyat annektiert hatte.[1] Im von Karib'il Watar I. (um 685 v. Chr.) geführten Krieg Sabas gegen Naschan und wohl auch gegen Ausan unterstützte Ilsamaʿ von Kaminhau gemeinsam mit Yadhmurmalik von Haram die Sabäer; zur Belohnung wurde Kamninahu ein eroberter Bewässerungskanal von Naschan zugeteilt.[2] Zu dieser Zeit scheint Kaminahu seine Blütezeit erlebt zu haben, denn Ilsamaʿ wird auf vielen Inschriften genannt.[2] Außerdem berichten Bauinschriften, dass Ilsamaʿ Nabaṭ von Kaminahu die Stadtbefestigung von Naschq gebaut habe.[2] Die verschiedenen Weiheinschriften aus dieser Zeit lassen darauf schließen, dass in Kaminahu neben Athtar Hagar, einer Sondergestalt des Gottes Athtar auch die lokalen Götter Nabʿal und Mdhww verehrt wurden. Mit der Gründung des Reiches Ma'in im 6. Jahrhundert v. Chr. verlor Kaminahu seine Bedeutung.

Könige von Kaminahu

Die Reihenfolge und Datierung der meisten Könige ist ungeklärt.[3]

  • 'Ammyithaʿ und ʿAmmschafiq (Zugehörigkeit zu Kaminahu unsicher)
  • Muhaqim und Ilsamaʿ
  • Ilsamaʿ, wohl identisch mit dem Koregenten des Muhaqim
  • Nabatʿali (Amir), Sohn des Ilsamaʿ, Verbündeter des Karib'il Watar I. (um 685 v. Chr.)
  • Ḏmrkrb Rym, Sohn des Ilsamaʿ[4]
  • S[... (möglicherweise Sumhuyafa)
  • Ilsamaʿ Nabaṭ
  • Wahbu, Sohn des Mas'ud
  • Ilsamaʿ Ḏrḥn[5]

Einzelnachweise

  1. Norbert Nebes: Itaʾamar der Sabäer: Zur Datierung der Monumentalinschrift des Yiṯaʿʾamar Watar aus Ṣirwāḥ. In: Arabian archaeology and epigraphy. Kopenhangen 2007, 18 (2007), S. 25-33.
  2. 2,0 2,1 2,2 Walter W. Müller (Hrsg.) / Hermann von Wissmann: Die Geschichte von Sabaʾ II. Das Grossreich der Sabäer bis zu seinem Ende im frühen 4. Jh. v. Chr. (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse. Sitzungsberichte, Band 402) Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien, 1982 ISBN 3-7001-0516-9
  3. Zu Einzelheiten siehe: K. A. Kitchen: Documentation for Ancient Arabia I, Liverpool 1994, S. 113-114, 181-182 ISBN 0-85323-359-4
  4. Fehlt bei Kitchen. Siehe:  S. Frantsouzoff: Once more on the interpretation of mṯl in Epigraphic South Arabian (a new expiatory inscription on irrigation from Kamna). In: Proceedings of the Seminar for Arabian Studies. 40, 2010, S. 161-170.
  5.  Christian Robin: Vers une meilleure connaissance de Kaminahu (Jawf du Yémen). In: J.F. Healey und V. Porter (Hrsg.): Studies on Arabia in Honour of G. Rex Smith (= Journal of Semitic Studies Supplement. 14). Oxford 2002, S. 191-213.

16.202544.708333333333Koordinaten: 16° 12′ N, 44° 42′ O


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