Joseph Sauer


Dieser Artikel befasst sich mit dem Theologen Joseph Sauer. Für den Karikaturisten siehe Josef Sauer.

Joseph Sauer (* 7. Juni 1872 in Unzhurst (Baden); † 13. April 1949 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Theologe, Christlicher Archäologe und Kunsthistoriker.

Leben und Wirken

Nach dem Abitur 1891 in Rastatt begann Sauer im selben Jahr an der Universität Freiburg Katholische Theologie zu studieren, wobei er sich nicht als Anhänger der Neu-Scholastiker sah. Nach seiner Priesterweihe 1898 in St. Peter wurde er 1900 mit der Arbeit Die Symbolik des Kirchengebäudes und seiner Ausstattung in der Auffassung des Mittelalters an der Universität Freiburg promoviert. Sauer war Schüler des als liberal geltenden Kirchen- und Kunsthistorikers Franz Xaver Kraus. 1900/1901 erhielt er ein Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts. Nach dem Tod von Kraus im Dezember 1902 trat er als Vertreter des Modernismus in Erscheinung und vertrat die Erneuerung der Theologie. Sauer unterstützte die Anstrengungen von Carl Muth, der sich einem konstruktiven Dialog des Katholizismus mit den Künsten verpflichtet fühlte.

Trotz seiner liberalen Ansichten auf dem Gebiet der Theologie war Joseph Sauer politisch konservativ. Während der Weimarer Republik war er zumindest privat der Ansicht, dass Deutschland keine demokratisch-säkulare Gesellschaft sein solle.

Von 1909 bis zu seinem Tode war er Konservator der kirchlichen Denkmäler in Baden und erwarb sich größte Verdienste um die Denkmalpflege. Am 14. November 1916 erhielt Joseph Sauer das neu geschaffene Ordinariat für Patrologie und Christliche Archäologie an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg, das er bis zu seiner Entpflichtung 1937 innehatte. Er führte seine Lehrtätigkeit auch als Emeritus bis 1948 fort. Er bekleidete 1925/1926 sowie 1932/1933 das Amt des Rektors der Freiburger Universität. Auslandsreisen zur Besichtigung von Ausgrabungen führten ihn nach Palästina Ägypten, Syrien und Armenien. Für seine Verdienste ernannte ihn die katholische Kirche 1933 zum Päpstlichen Hausprälaten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Sauer maßgeblich beim Wiederaufbau der Universität Freiburg beteiligt und fungierte als Berater für die sich neu formierende CDU.

Literatur

  • Alfons Maria Schneider: Joseph Sauer †. In: Historisches Jahrbuch. 62/69, 1949, S. 970–983
  • Karl Hausberger: Sauer, Joseph. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 8, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0.
  • Claus Arnold: Katholizismus als Kulturmacht. Der Freiburger Theologe Joseph Sauer (1872–1949) und das Erbe des Franz Xaver Kraus. Schöningh, Paderborn 1999, ISBN 3-506-79991-6
  • Claus Arnold: Sauer, Joseph. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22. Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 455 f. (Digitalisat).

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Heinrich Weber Rektor der Universität Freiburg
1932–1933
Wilhelm von Möllendorff

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