Jens Peter Laut


Jens Peter Laut (* 6. Januar 1954 in Hannover) ist ein deutscher Orientalist und Professor für Turkologie und Zentralasienkunde an der Georg-August-Universität Göttingen.

Wissenschaftliche Laufbahn

Laut studierte von 1976-1980 Religionswissenschaft, Indologie und Turkologie in Marburg und Gießen. Er schloss sein Studium mit einer Magisterarbeit über buddhistische Höllenvorstellungen ab und wurde 1985 mit einer Studie zur alttürkischen Sprache und Literatur promoviert, die 1986 unter dem Titel Der frühe türkische Buddhismus und seine literarischen Denkmäler veröffentlicht wurde. Von 1981-1984 war er Mitarbeiter des Gießener DFG-Projekts Indische Lehnwörter im Alttürkischen, und von 1985-1988 Mitarbeiter des DFG-Projekts Tübinger Atlas des Vorderen Orients (TAVO). 1993 habilitierte er sich in Göttingen mit einer Arbeit zur modernen türkischen Sprachreform: Das Türkische als Ursprache? (veröff. 2000). Von 1996-2008 war er Professor (C3) für Islamwissenschaft/Turkologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, und ist seit 2008 Professor (W3) für Turkologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Seit 2010 ist er ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Seine Forschungsschwerpunkte sind das vorislamische und frühislamische türkische Zentralasien (Sprachen, Religionen, Geschichte), die Sprachreform in der Türkei, Moderne türkische Literatur, Kemalismus und der Islam in der Türkei.

Projekte

  • 2002-2004 PROCOPE-Projekt: „Maitreya bei den Tocharern und Türken“ (zusammen mit Georges-J. Pinault, Sorbonne, Paris)
  • 2004-2007 Leiter des DFG-Projekts „Nurculuk: Fundamentalistische Theologie in der Türkei“ (Mitarbeiter: Martin Riexinger, Freiburg)
  • 2003-2010 Zusammen mit Erika Glassen Geschäftsführender Hrsg. des Übersetzungsprojekts Türkische Bibliothek (20 Bände, Projekt der Robert Bosch Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Unionsverlag, Zürich)
  • Seit 2010/2011 Leiter von zwei Projekten (Maitrisimit und Daśakarmapathāvadānamālā) zur alttürkischen Literatur (Projektmitarbeiter: Ablet Semet und Jens Wilkens)

Publikationen (Auswahl)

  • Der frühe türkische Buddhismus und seine literarischen Denkmäler. Wiesbaden 1986.
  • Materialien zu Evliya Çelebi. 1. Erläuterungen und Indices zur Karte B IX 6 „Kleinasien im 17. Jahrhundert nach Evliya Çelebi. Wiesbaden 1989.
  • Das Türkische als Ursprache? Sprachwissenschaftliche Theorien in der Zeit des erwachenden türkischen Nationalismus. Wiesbaden 2000
  • Das Osmanische Reich 1574-1683. The Ottoman Empire 1574-1683. Wiesbaden 1991. (TAVO. Karte B IX 7).
  • Kleinasien im 17. Jahrhundert nach Evliya Çelebi. Asia Minor in the 17th Century According to Evliya Çelebi. Wiesbaden 1992. (TAVO. Karte B IX 6).
  • Chronologie wichtiger Ereignisse im Verlauf der türkischen Sprachreform. Von den Anfängen bis 1983. In: Materialia Turcica 24 (2003), S. 69-102.
  • Zur sexuellen Lexik des Türkeitürkischen. In: Studia Etymologica Cracoviensia 10 (2005), S. 69-122.
  • Das Zusammentreffen mit Maitreya. Die ersten fünf Kapitel der Hami-Version der Maitrisimit. In Zusammenarbeit mit H. Eimer und J.P. Laut hrsg., übersetzt und kommentiert von Geng Shimin und H.-J. Klimkeit. 1. Text, Übersetzung und Kommentar. 2. Faksimiles und Indices. Wiesbaden 1988. (Asiatische Forschungen. 103.)
  • Eine buddhistische Apokalypse. Die Höllenkapitel (20-25) und die Schlußkapitel (26-27) der Hami-Handschrift der alttürkischen Maitrisimit. Unter Einbeziehung von Manuskriptteilen des Textes aus Säŋim und Murtuk. Einleitung, Transkription und Übersetzung von Geng Shimin, H.-J. Klimkeit und J.P. Laut. Opladen 1998. (Abhandlungen der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. 103.)
  • Bibliographie alttürkischer Studien. Ausgew. u. chronologisch angeordnet von V. Adam, J.P. Laut u. A. Weiß. Wiesbaden 2000.(Orientalistik Bibliographien und Dokumentationen. 9.) (Regelmäßige Aktualisierung in: Ural-Altaische Jahrbücher, Neue Folge, 2001 ff.)

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