Jürgen Kunow


Jürgen Kunow (* 13. Februar 1953 in Greifswald) ist ein deutscher Prähistorischer Archäologe.

Jürgen Kunow studierte Ur- und Frühgeschichte, Alte und Mittelalterliche Geschichte, Vorderasiatische Archäologie, Provinzialrömische Archäologie und Europäische Ethnologie in Berlin, Freiburg und Marburg. In Marburg wurde Kunow 1980 mit einer Arbeit zum Thema „Der römische Import in der Germania libera“ promoviert. Von 1981 bis 1992 war er zuerst als wissenschaftlicher Referent am Rheinischen Landesmuseum Bonn und am Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege im Bereich Großgrabungen tätig, anschließend als Abteilungsleiter für den Denkmalschutz, zuletzt als Stellvertretender Dienststellenleiter. 1992 wurde Kunow zum Landesarchäologen von Brandenburg berufen und seit 1999 mit der Fusion des Brandenburgisches Landesmuseums für Ur- und Frühgeschichte mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege Stellvertretender Direktor des neuen Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums. Seit 1995 ist Kunow zudem Honorarprofessor für das Fach "Archäologische Denkmalpflege und Museumswesen" an der Humboldt-Universität zu Berlin. Hier gab er Lehrveranstaltungen zur Tätigkeit der Landesarchäologie und des Archäologischen Museums sowie zur Ur- und Frühgeschichte Brandenburgs. 2004 wurde er Leiter des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege in Bonn und ist damit Landesarchäologe des Rheinlandes. Damit hat er eine der prestigeträchtigsten Stellen in der deutschen archäologischen Forschung inne. Außerdem ist er seit 2003 als Nachfolger Dieter Plancks Vorsitzender des Verbandes der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland. Kunow ist Lehrbeauftragter am Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Bonn.

Hauptforschungsbereiche Kunows sind die Schutzstrategien und Forschungskonzepte in der Landesarchäologie, die Museale Vermittlung archäologischer Inhalte, die Arbeitsstrukturen und gesetzliche Regelungen der Bodendenkmalpflege in Europa sowie die Forschungsgeschichte des Faches Ur- und Frühgeschichte. Zudem beschäftigt sich Kunow mit dem Archaeoprognose-Projekt, der Rekonstruktion des ur- und frühgeschichtlichen Siedlungsverhaltens und anthropogener Landschaftsgestaltung.

Kunow ist Korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts, Mitglied der Brandenburgischen Historischen Kommission und der Kommission zur Erforschung von Sammlungen archäologischer Funde und Archivalien im nordöstlichen Mitteleuropa und war Mitglied in der Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland.

Schriften (Auswahl)

  • Der römische Import in der Germania libera bis zu den Markomannenkriegen. Studien zu Bronze- und Glasgefässen (Dissertation), Wachholtz, Neumünster 1983 (Göttinger Schriften zur Vor- und Frühgeschichte, Bd. 21) ISBN 3-529-01521-0 und ISBN 3-529-01522-9
  • 100 Jahre Fibelformen nach Oscar Almgren (Herausgeber), Brandenburgisches Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte, Wünsdorf 2002 (Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg, 5) ISBN 3-910011-17-9
  • Das "Königsgrab" von Seddin in der Prignitz (Herausgeber), Brandenburgisches Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte, Wünsdorf 2003 (Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg, 9) ISBN 3-910011-24-1
  • Jürgen Kunow und Hans-Helmut Wegner (Hrsgg.): Urgeschichte im Rheinland (Jahrbuch 2005 des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz), Verlag des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln 2006, ISBN 3-88094-814-3

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