Itep


Itep in Hieroglyphen
Altes Reich
M17X1
R7
N21X1
O49
[A 1]
Jtp(t) / Jdp(t)

Itep (griechisch Itos; arabisch Edfa) ist die altägyptische Bezeichnung einer Siedlung sechs Kilometer nordwestlich des heutigen Sohag, die im neunten oberägyptischen Min-Gau auf der westlichen Seite des Nils lag. Die teilweise veränderte Schreibung in hieratischer Schrift lässt auch eine Lesung des Ortes als Idep möglich erscheinen. Nicht weit entfernt befand sich auf der östlichen Seite des Nils Chemmis, der Kultort des Horus von Chemmis.

Hintergrund

Itep (Ägypten)
Edfa (Itep)
Edfa (Itep)
Dendera
Dendera
Karte von Ägypten

Bedeutung als Kultort

Einer Inschrift an der Außenmauer des Tempels von Edfu ist zu entnehmen, dass Itep Kultort des Horus Iunmutef war. An der Südwand des Pronaos ist Horus Iunmutef in diesem Zusammenhang als „Reiniger vom großen Haus des Horus, der in seiner Barke von Itep ist” an der Spitze des Geleitzuges für Horus zu sehen.

Aus den Darstellungen auf der Nordwand des Mammisi von Dendera sind weitere Hinweise zum Ort Chemnis erhalten, die eine Zuordnung von Itep in unmittelbarer Nähe zu Chemnis erlaubten. Ergänzend führt Osiris den Titel „Herr von Itep”.

Auf mehreren Ostraka, die im heutigen Edfa gefunden wurden, war die griechische Schreibung Itos/Itou zu sehen, die sich aus dem ägyptischen Itep ableitete und die Wurzel für den arabischen Namen Edfa bildete. Zusätzlich wird auf zweien dieser Ostraka ein Geflügelzüchter „Horo(n)mephis” genannt. Sein Name stellt die gräzisierte Form des „Horus Iunmutef” dar.

Ortsgründung

Das Determinativ [A 2] „njwt” lässt Rückschlüsse auf das Alter des Ortes zu, da es sich bei „njwt-Orten” mit volkstümlichem Namen um bereits seit langem bestehende Siedlungen und dazugehörige Felder handelt. Teilerträge aus der Landwirtschaft flossen in der Regel in die königliche oder private Totenopferversorgung.

Die Entstehungszeit des Ortes reicht daher mindestens bis zum Anfang der 4. oder 5. Dynastie zurück. Ein Tempel des Horus Iunmutef konnte bislang in dieser Gegend archäologisch nicht nachgewiesen werden.

Literatur

  • François Daumas: Les mammisis de Dendara. Univers. Paris, Paris 1955; S. 123, Tafel LX.
  • Dieter Kurth u.a.: Die Inschriften des Tempels von Edfu. Abteilung I Übersetzung; Band 2. Edfou VII. Harrassowitz Wiesbaden 2004, ISBN 3-447-05016-0 (Übersetzung sämtlicher Texte der Außenseite der Umfassungsmauer des Tempels)
  • Serge Sauneron: Edfou In: Le Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale (BIFAO) 62. 1964, S. 42-45.

Anmerkungen

  1. In einigen Literaturangaben auch mit
    M17X1
    R7
    M44X1
    O49
    geschrieben.
  2. O49

26.5531.7Koordinaten: 26° 33′ 0″ N, 31° 42′ 0″ O


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