Irisches Sweathouse


Irische Sweathouses (Schwitzhäuser) sind kleine, nicht selten bienenkorbförmige vorzeitliche Strukturen aus Feldsteinen mit Kraggewölben. Sie haben Durchmesser und Höhen, die selten mehr als zwei Meter betragen. Die Zugänge sind Kriechgänge. Die meisten von jenen, die überlebt haben, boten nicht mehr als drei bis vier Personen Platz. Sie gleichen kleinen in Wällen errichtete „Höhlen“, in denen laut Berichten im 17. Jahrhundert viele Iren sogar gelebt haben sollen.

Der erste detaillierte Bericht über irische Sweathouses kam im späten 18. Jahrhundert von Latocnayem, einem Mann, der kein irisch sprach[1].

Lage

Sie liegen oft abseits an eher versteckten Orten, weit weg von Wohnhäusern und oft auch von Wegen, in der Nähe von kleinen Bächen[2]und/oder in kleinen Wäldchen oder Gebüschen. Das unterscheidet sie von den Kalköfen (lime kilns), die auch in den zentralen Countys Leitrim und Cavan vorkommen und einen ähnlichen Aufbau, aber kleinere „Zugänge“ haben.

Sweathouses wurden sorgfältig gebaut, oft mit Kraggewölben, manchmal aber auch mit Plattendächern. Einige Gemarkungen (engl. townlands, Landereien von sehr unterschiedlicher Größe, in der Regel aber kleiner als eine Gemeinde) hatten mehrere Sweathouses, und auch heute haben drei von vier Townlands mehr als ein intaktes oder zerstörtes Sweathouse.

Nutzung

Sie werden anhand völkerkundlicher Vergleiche meist als Saunen interpretiert. Einige haben Spalten für den Rauch oder Lüftungskanäle. Wo diese zu groß waren, wurden sie mit Grassoden oder mit Mörtel gestoppt. Sie wurden oft mit Plaggen abgedeckt. Dass sie befeuert wurden, ist sicher, da bei einigen Anlagen an den Decken Ruß anhaftete. Damit unterscheiden sie sich von nordamerikanischen Inipis, die selten, wenn überhaupt, aus Stein gebaut waren und durch heiße Steine aus einem nahegelegenen Feuer erhitzt wurden.

Verbreitung

Die gegenwärtig festgestellte Verteilung bevorzugt die ärmeren Regionen Irlands:

Cavan, Fermanagh, Leitrim und Nord-Sligo - wobei „Ausreißer“ im Cork, Kerry, Tyrone (Sweathouse von Cadian) und Wicklow erkannt wurden.

Kontext

Über Europa verbreitet gibt es eine große Anzahl Kraggewölbebauten aus Trockenmauerwerk wie etwa die Kuppelbauten der Hebriden, die den Sweathouses sehr ähnlich sind. Alle anderen Typen haben jedoch richtige Türen, im Gegensatz zu den winzigen Eingängen der irischen Sweathouses.

Literatur

  • R. Battaglia: Richerche Paleontologiche e Folkloristiche Sulla Casa Istriana Primitiva. Atti e Memorie della Societa Istriana di Archeologia e Storia Patria 38:2 1926
  • G. Rohlfs G. Primitive Kuppelbauten in Europa 1957
  • J. E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Band 36 in Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, 2003, ISBN 3-930036-70-32003.

Einzelnachweise

  1. A Frenchman's Walk Through Ireland, (Ein Franzose zu Fuß durch Irland) Übersetzung von Blackstaff Press, Belfast; 1984 nachgedruckt
  2. damit weisen sie Parallelen zu den Burnt Mounds auf

Weblinks


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