Sebastian Kasten / CC BY-SA 3.0

Iqaluit


Iqaluit
ᐃᖃᓗᐃᑦ
Hafengebiet von Iqaluit
Hafengebiet von Iqaluit
Lage in Kanada
Iqaluitᐃᖃᓗᐃᑦ (Kanada)
Iqaluitᐃᖃᓗᐃᑦ
Iqaluit
ᐃᖃᓗᐃᑦ
Staat: Kanada
Territorium: Nunavut
Region: Qikiqtaaluk
Koordinaten: 63° 45′ N, 68° 33′ W63.75-68.55Koordinaten: 63° 45′ N, 68° 33′ W
Einwohner: 6699 (Stand: ?)
Postleitzahl: X0A 0H0
X0A 1H0

Iqaluit ist die Hauptstadt des seit 1. April 1999 bestehenden kanadischen Territoriums Nunavut und zugleich Verwaltungssitz der Region Qikiqtaaluk (Baffin). Die Stadt hat 6.699 (Stand: 2011) Einwohner (davon knapp 85 % Inuit)[1] und wurde 2001 in den Rang einer ville bzw. city erhoben. Das Inuktitut-Wort Iqaluit bedeutet „Ort mit viel Fisch“ [2].

Geschichte

Iqaluit, bis 1. Januar 1987 Frobisher Bay genannt, liegt am hinteren Ende der Frobisher-Bucht auf der südlichen Baffin-Insel im Nordpolarmeer. Der Ort hat sich aus einem US-amerikanischen Luftwaffenstützpunkt entwickelt, der mit Zustimmung der kanadischen Regierung 1942 entstanden war und 1963 in den Besitz der kanadischen Luftwaffe (Royal Canadian Air Force) überging.

In der Region waren seit rund 4.000 Jahren Vorfahren der heutigen Inuit ansässig, zunächst Menschen der Dorset-Kultur, dann der Thule-Kultur. Als erster Europäer erreichte Martin Frobisher 1576 auf der Suche nach der Nordwestpassage die später nach ihm benannte Bucht (ohne allerdings bis an ihr Ende vorzudringen). Im 18. und im 19. Jahrhundert kamen immer wieder Forscher, Händler und Walfänger an die Küsten des südlichen Teils der Baffin-Insel und schließlich auch Missionare.

1950 verlegte die Hudson’s Bay Company ihren bis dahin am 50 Kilometer entfernten Ward Inlet gelegenen Handelsposten an eine Stelle an der Frobisher Bay, die Mitte der 1950er Jahre von der kanadischen Regierung zu einer Mustersiedlung mit Namen Apex (von den Inuit Niaqunngut genannt) ausgebaut wurde. Heute ist das 5 Kilometer vom Zentrum Iqaluits entfernte Apex ein Vorort der Hauptstadt. 1955 begann auch der Aufbau der DEW Line („Distant Early Warning Line“, Frühwarnsystem), und seither hat sich die Einwohnerzahl verfünffacht.

Einrichtungen

Anglikanische, einem Iglu nachgeformte Kirche St. Jude in Iqaluit
Eingang des Nunavut-Parlamentsgebäudes in Iqaluit
Eingang zum Sylvia-Grinnell-Territorialpark am Stadtrand

Am Regierungssitz Iqaluit befinden sich Regierungsgebäude und auch ein sehr besuchenswertes Parlamentsgebäude, das Gerichtsgebäude für Nunavut (Prozesse finden aber auch an anderen Orten statt), ein 2008 neu erbautes Polizeipräsidium und ein Gefängnis. Außerdem besitzt Iqaluit mehrere Kirchen, so die römisch-katholische Kirche „Our Lady of the Assumption“, die anglikanische Kirche „St. Simon“ in Apex, eine Kirche der Pfingstler (Pentecostal Church) und sogar ein Bahai-Haus. Die anglikanische Kirche „St. Jude“, in ihrer äußeren Form einem Iglu nachempfunden, die als der wohl schönste Sakralbau der Arktis galt, wurde 2004 bei einem Brandanschlag zu großen Teilen zerstört, woraufhin sie abgerissen wurde; ein Wiederaufbau mit veränderter Architektur wird - abhängig von verfügbaren Mitteln - angestrebt. Besuchenswert sind das „Nunatta Sunakkutanngit Museum“ (historische und archäologische Sammlung) und das „Unikkaarvik“- Besucherzentrum (u. a. Sammlung erlesener Inuit-Kunst). Ferner verfügt Iqaluit über ein Klinikum und alle wichtigen schulischen Einrichtungen (Elementary School, High Schools und Nunavut Arctic College).

Verkehr

Der Flughafen von Iqaluit ist sehr gut ausgebaut und wird auch von mittelgroßen Düsenflugzeugen angeflogen. Am 5. Februar 2006, 20:30 Uhr landete hier sogar ein Airbus A380 bei einem Probeflug in die Arktis, um dort Kältetests durchzuführen.

Sehenswürdigkeiten

Iqaluit ist Ausgangspunkt für Touren in den Qaummaarviit-Geschichtspark, den Sylvia-Grinnell-Territorialpark und den sich bis nahe Kimmirut erstreckenden Katannilik-Territorialpark.

Bekannte Persönlichkeiten

  • Eva Aariak, kanadische Politikerin
  • Paul Okalik, ehemaliger Premierminister von Nunavut zwischen 1999-2008
  • Sheila Watt-Cloutier, kanadische Aktivistin

Klima

Iqaluit
Klimadiagramm
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Canadian Climate Normals 1971-2000: Iqaluit Airport; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Iqaluit
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) -22,5 -23,8 -18,8 -9,9 -0,9 6,8 11,6 10,3 4,7 -2,0 -8,9 -18,5 Ø −5,9
Min. Temperatur (°C) -30,6 -32,2 -28,6 -19,6 -7,8 0,3 3,7 3,3 -0,4 -7,7 -16,7 -26,9 Ø −13,5
Temperatur (°C) -26,6 -28,0 -23,7 -14,8 -4,4 3,6 7,7 6,8 2,2 -4,9 -12,8 -22,7 Ø -9,8
Niederschlag (mm) 21,1 15,0 21,8 28,2 26,9 35,0 59,4 65,7 55,0 36,7 29,1 18,2 Σ 412,1
Sonnenstunden (h/d) 1,1 3,5 5,5 7,5 6,2 6,6 7,0 5,5 3,0 1,8 1,3 0,6 Ø 4,1
Regentage (d) 11,9 10,6 12,0 12,5 12,2 10,5 13,2 15,0 15,3 15,4 14,3 11,8 Σ 154,7
Luftfeuchtigkeit (%) 72 71 70 75 79 77 75 78 79 80 76 72 Ø 75,4
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10,3
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-26,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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59,4
65,7
55,0
36,7
29,1
18,2
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Gebäude der Hudson’s Bay Company im Ortsteil Apex

Literatur

  •  Miriam Dewar (Hrsg.): The Nunavut Handbook: Travelling in Canada's Arctic. Ayaya Marketing & Communications, Iqaluit/Ottawa 2004, ISBN 0973675403.

Weblinks

 <Lang> Commons: Iqaluit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Iqaluit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. About Iqualuit: Demographics. In: Statistics Canada Census 2011. Statistics Canada, abgerufen am 30. Dezember 2012 (english).
  2. About Iqualuit: History. In: City of Iqaluit. City of Iqaluit, abgerufen am 3. Februar 2009 (english).

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