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Heinrich Barth


Dieser Artikel behandelt den Afrikaforscher. Weitere Personen dieses Namens finden sich unter Heinrich Barth (Begriffsklärung).
Heinrich Barth, um 1865
Heinrich Barth H.Günter BNF Gallica.jpg

Heinrich Barth (* 16. Februar 1821[1] in Hamburg; † 25. November 1865 in Berlin) war ein deutscher Afrikaforscher und Wissenschaftler (Historiker, Geograph, Philologe).

Heinrich Barth gehört nicht zu den bekanntesten Afrikaforschern wie etwa Henry Morton Stanley und David Livingstone, was primär damit zusammenhängt, dass sein Reisewerk kein Bestseller wurde. Barth wandte sich weniger an das breite Publikum als vielmehr an die Wissenschaftler, vornehmlich die Geographen und Historiker, und lieferte eine detailreiche Reisebeschreibung und lange Exkurse zur Kultur und Geschichte der nord- und westafrikanischen Völker, jedoch keine spannenden Abenteuer, obwohl der Fortgang der Expedition mehrfach durch lebensbedrohliche Situationen gefährdet war. Angesichts des geringen zeitgenössischen Interesses an Afrika in Deutschland wurde Barths umfangreiches Werk nur teilweise zur Kenntnis genommen, und sein weit vorausschauendes Konzept einer interdisziplinären Afrikawissenschaft wurde erst nach 1950 aufgegriffen. In der Gegenwart gilt er nicht nur als Pionier der Afrikaforschung, sondern auch als einer der wenigen Forschungsreisenden des 19. Jahrhunderts, die den Afrikanern ausgesprochen unvoreingenommen begegneten und bereit waren, beispielsweise mit den Vertretern des afrikanischen Islam in einen interkulturellen Dialog einzutreten.

Leben

Jugend und Studium

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Die Gelehrtenschule des Johanneum (um 1840)
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Philipp August Boeckh (1785–1867), Barths Doktorvater

Heinrich (eigentlich: Johann Heinrich) Barth wurde als Sohn eines wohlhabenden Fleischereibesitzers in Hamburg geboren, besuchte zuerst eine Privatschule und wechselte an das renommierte Johanneum, wo er 1839 sein Abitur ablegte. Schon während seiner Schulzeit zeigten sich eine ausgesprochene Begabung für das Erlernen von Fremdsprachen und ein großes Interesse an der Antike. Ob er bereits während der Schulzeit Arabisch lernte, wie zuweilen zu lesen ist, muss bezweifelt werden. Vermutlich erwarb er sich diese Sprachkenntnisse erst später vor seiner Reise entlang der nordafrikanischen und vorderasiatischen Küste.

Geografieprofessor Carl Ritter (1779–1858)

Er immatrikulierte sich danach an der Universität zu Berlin, wo er die Hauptfächer Altertumswissenschaft und Geographie belegte, aber auch Vorlesungen und Seminare in Germanistik, Geschichte und Recht besuchte. Seine Interessenschwerpunkte waren Archäologie und Handelsgeschichte. Nach einer Studienreise, die ihn bis nach Sizilien führte, promovierte er 1844 bei dem berühmten Altphilologen August Boeckh und beim Begründer der modernen Geographie, Carl Ritter, mit einer Doktorarbeit über die antike Handelsgeschichte im östlichen Mittelmeer. Drei Jahre später, nach einer Studienreise durch Nordafrika und den Vorderen Orient, habilitierte er sich mit einer Arbeit über den Mittelmeerraum in der Antike als Privatdozent für Geographie (inkl. Geschichte der Geographie) an der Universität zu Berlin. Angesichts der revolutionären Ereignisse von 1848, die Barth kaum zur Kenntnis nahm, fanden sich nur wenige Hörer in seinen Vorlesungen und Seminaren ein. Überdies war der Dozent kaum in der Lage, seinen Unterrichtsstoff fesselnd und strukturiert vorzutragen. Angesichts der restriktiven Stellenpolitik des Preußischen Staates eröffnete sich für Barth auf absehbare Zeit keine Möglichkeit, zum ordentlichen Professor berufen zu werden. Daher griff er zu, als ihm die Beteiligung an einer britischen Expedition angeboten wurde. Eine unglückliche Liebesbeziehung, die zuweilen in der biografischen Literatur erwähnt wird, ist quellenmäßig nicht belegt und dürfte kaum den Ausschlag für Barths Entscheidung gegeben haben. Die Expedition stellte ein kalkulierbares Risiko dar, da die Route zum Tschad-See bereits von Europäern genutzt worden war und sich als relativ sicher erwiesen hatte: Die Gefahr, an Malaria zu erkranken, schien gering zu sein, und die dort lebenden Völker – vornehmlich Tuareg und Kanuri – hatten sich stets fremdenfreundlich gezeigt.

Nebenher war Barth ein ausgezeichneter Linguist und sprach fließend Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Türkisch, und Arabisch, außerdem erlernte er mehrere afrikanische Sprachen. Er hatte es sich auf seiner Afrikareise zur Maxime gemacht, nach Möglichkeit mit den Menschen, mit denen er zusammentraf, in ihrer Landessprache kommunizieren zu können. So beherrschte er mehrere Dialekte des Tamaschaq, der Sprache der Tuareg, die maurisch-arabischen Dialekte Nordwestafrikas, das Hausa, das Fulfulde und das Kanuri.

Kurzüberblick über die beiden Afrikareisen

Seine erste Afrikareise führte Barth von 1845 bis 1847 entlang der Mittelmeerküste Tunesiens und Libyens und nach Malta. Hierbei interessierte er sich vornehmlich für die archäologischen Spuren der Antike (Phönizier, Griechen und Römer) und noch nicht für die Völker Innerafrikas und deren Geschichte und Kultur. Im Grenzgebiet zwischen dem heutigen Libyen und Ägypten wurde Barth Opfer eines Überfalls, bei dem er einen Teil seiner Tagebücher und vor allem seine Daguerre-Fotokamera einbüßte. Der Bericht über diese Reise, der sich vor allem der Bedeutung Nordafrikas in der antiken Kultur- und Handelsgeschichte widmete, wurde 1847 an der Berliner Universität als Habilitationsschrift anerkannt.

Im Jahre 1849 beauftragte die britische Regierung den Missionar und Abolitionisten James Richardson mit einer Expedition durch die Sahara, die von Tripolis an den Tschadsee führen sollte. Da Richardson über keine wissenschaftliche Vorbildung verfügte, wurde Barth durch die Vermittlung des preußischen Botschafters in London, des Freiherrn Christian Karl Josias von Bunsen, als Begleiter an die britische Seite vermittelt. Zusätzlich wurde noch der Astronom und Geologe Adolf Overweg engagiert. Durch diese Reise, die die wohl bedeutendste und auch am besten ausgerüstete Afrikaexpedition darstellte, erlangte Barth Weltruhm, wenn auch nur für wenige Jahre.

Diese Reise dauerte für Barth sechs Jahre; seine Begleiter Richardson und Overweg starben allerdings 1851 (im heutigen Nordnigeria) bzw. 1852 (am Tschadsee). Daraufhin wurde Barth von der britischen Regierung zum Leiter der Expedition ernannt. Er erforschte die Gebiete südlich des Tschadsees und den Flusslauf des Benue (Nebenfluss des Niger). Dann drang er weiter bis zur berühmten Handelsstadt Timbuktu vor und kehrte anschließend an den Ausgangspunkt Tripolis zurück. Von dort reiste er nach London. Auf dem Rückweg von Timbuktu traf er auf Eduard Vogel, der Barth nachgereist war, da dieser als vermisst galt. Die beiden trennten sich jedoch schon sehr bald wieder. Insgesamt legte Barth auf der gesamten Reise knapp 20.000 km zurück.[2]

Der britische Missionar James Richardson

Barths große Reise durch Nord- und Westafrika (1849–1855)

Vorgeschichte

Nach einer ersten Expedition zu den nördlichen Tuareg im Tassili n'Ajjer hatte der Missionar James Richardson den Eindruck gewonnen, dass es möglich sei, durch die Intensivierung des Transsaharahandels den Sklavenhandel durch die Sahara zu unterbinden. Der Export von nicht-menschlicher Ware aus dem Sudan sollte gefördert werden, und die in Innerafrika begehrten europäischen Fertigprodukte sollten nur gegen Ausfuhrprodukte der genannten Art getauscht werden. Zu diesem Zweck wollte Richardson mit den Herrschern in Bornu und Sokoto entsprechende Abkommen abschließen. Die Tuareg als Träger des Transsaharahandels sollten als Verbündete für die Abschaffung des Sklavenhandels gewonnen werden. Deshalb war geplant, mit ihren Führern Verträge abzuschließen, die den Nomaden Schutz vor dem französischen Ausgreifen in Richtung Sahara garantierten. Im Jahre 1849 wurde der Missionar von der britischen Regierung mit der Leitung einer großangelegten Expedition betraut, die das Ziel hatte, mehr über die großen Handelswege von den Oasen der Sahara zu den Städten am südlichen Rand der Wüste herauszufinden. Die Expedition wurde von der britischen Regierung und der Royal Geographical Society finanziert, denn in diesen Kreisen erhoffte man sich nicht nur eine Erweiterung des geografischen Wissens, sondern auch einen direkten Zugriff auf die Handelsgüter Innerafrikas und gleichzeitig auf die Steigerung der Ausfuhr von industriellen Fertigprodukten.[3]

Richardson, der selber über keine wissenschaftliche Vorbildung verfügte, wollte seine Expedition so international wie möglich machen, und als preußische Stellen den Privatdozenten Barth, der bereits Erfahrung in der Erforschung des Nahen Ostens und von Nordafrika gesammelt hatte, vorschlugen, wurde dieser von Richardson gebeten, an der Expedition teilzunehmen. Er schien, besonders wegen seiner Sprachkenntnisse, ein idealer Anwärter zu sein, und stimmte der Bitte Richardsons begeistert zu. Kurzfristig war seine Teilnahme gefährdet, weil Barths Familie die erforderliche finanzielle Beteiligung nicht aufbringen wollte. Das dritte Mitglied der Expedition wurde der junge deutsche Astronom und Geologe Adolf Overweg.

Reise durch die Sahara

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Tuaregkrieger in naiv romantisierender Sicht als Nachfahre eines Kreuzritters, aus dem 1. Bd. von Barths Reisewerk

Die Expedition verließ im März 1850 Tripolis (heutige Hauptstadt Libyens), um die Sahara zu durchqueren. Als erstes mussten sie die wasserlose Hammada al-Hamra überwinden, bevor sie im Mai 1850 den Ort Murzuq im Fessan erreichten. Erst am 13. Juni ging es weiter über das Hochplateau des Messak Settafet und am Akkakus-Gebirge vorbei nach Ghat. Nach kurzem Aufenthalt in Ghat reiste die Expedition über die Ausläufer des Tassili N’Ajjer und des Ahaggar-Gebirges nach Tintellust im Aïr-Gebirge, das sie am 4. September erreichten.

Die Expedition war gut organisiert worden. Sie hatten ausreichend Ausrüstung, einschließlich eines großen hölzernen Bootes, das dazu gedacht war, den Tschadsee zu erforschen. Barth war wissenschaftlich besonders gut vorbereitet, während Richardson bereits Wüstenerfahrung mitbrachte und sich bestens mit dem Ödland und seinen Gefahren auskannte. Überdies hatte er bereits mit den Führern der Tuareg Freundschaft geschlossen, was das Fortkommen der Expedition erleichterte. Allerdings schienen die beiden Männer bald eine persönliche Abneigung füreinander entwickelt zu haben, was dazu führte, dass die Expedition sich in zwei nationale Gruppen aufteilte, welche sogar in zwei verschiedenen Lagern die Nacht verbrachten.

Im Hochplateau des Messak Settafet entdeckte Barth einige Bilder, welche in die Felsen eingemeißelt waren.[4] Der archäologisch interessierte Forscher erkannte als erster Wissenschaftler überhaupt, dass die Felsbilder – nicht nur die nordafrikanischen! – einmal eine wichtige Quelle für die Rekonstruktion früherer Kulturepochen von Wert sein würden, wenngleich seine vor Ort formulierten Interpretationen und vor allem die Datierung nicht mehr dem Stand der heutigen Forschung entsprechen.


Das Idinen-Massiv, wie Barth es 1850 sah

Kurz bevor sie Ghat erreichten, passierten sie das Bergmassiv des Idinen. Barth beschloss, dieses allein zu erforschen, weil er dort Reste einer frühgeschichtlichen oder antiken Kultur, möglicherweise Spuren des Volkes der Garamanten, vermutete. Er erreichte zwar den Gebirgskamm, doch er war erschöpft und durstig, da er seinen ganzen Wasservorrat aufgebraucht hatte. Später verirrte er sich und fiel in Ohnmacht. Als er schließlich wieder aufwachte, trank er sein eigenes Blut, um bei Bewusstsein zu bleiben. Er wurde dann von einem Targi, der den Mut hatte, sein Leben für einen Christen aufs Spiel zu setzen, gerettet und zur Expedition zurückgeführt.

Der Durchgang durch die Berge war sehr schwierig und anstrengend für die Expedition, da sie auch von Plünderern überfallen wurden und später auch noch weitere Probleme mit den einheimischen Tuareg entstanden, da diese die Fremden als Bedrohung für ihr Monopol für den Transsaharahandel sahen. Der Handel mit dem Sudan bildete eine wichtige Lebensgrundlage für die Sahara-Bewohner. Ein weiterer Faktor, der die Reise erheblich erschwerte, war die Angst der einheimischen Bevölkerung vor einer europäischen Eroberung. Nach der Besetzung von Algier im Jahre 1830 und der Niederschlagung des von Abd el-Kader organisierten Widerstands im Jahre 1847 dehnten die Franzosen ihren Einfluss auf die nördlichen Oasen der Sahara aus, und es häuften sich die Hinweise darauf, dass das Ziel dieser Expansion der Tschadsee oder der Niger sein sollte.

Die Reisen im Sudan

Adolf Overweg

Vom Aïr, einer Bergkette im heutigen Niger, reiste die Gruppe südwärts nach Agadez (heutiges Niger), eine der großen Handelsstädte am Rande der Sahara. Barth beschrieb die Stadt als im Niedergang begriffen, deren Bevölkerung von 50.000 auf 7.000 Bewohner geschrumpft war, da der Wohlstand in der Mitte des 19. Jahrhundert erheblich gesunken war.

Nun entschieden die Expeditionsteilnehmer, die Gruppe zu trennen. Richardson wollte mit seinem Teil der Gruppe direkt zum Tschadsee reisen, die zwei Deutschen wollten noch eine westliche Route zum Tschadsee finden. Kurz darauf teilte Barth seine Gruppe abermals und ging alleine zu den Städten Katsina und Kano (heutiges Nigeria). Die drei Männer, Richardson, Barth und Overweg, hatten ausgemacht, sich im April 1851 in Kukawa zu treffen, doch Richardson starb drei Wochen zuvor an Fieber.

In Kuka(wa) entdeckte Barth den Girgam, die Königschronik des Reiches von Kanem-Bornu, die er exzerpierte, womit er einen weiteren wichtigen Stein in sein Mosaik der afrikanischen Geschichte einfügen konnte.

Overweg war der letzte, der den Tschadsee erreichte. Doch als er schließlich im Mai 1851 dort ankam, war er sehr erschöpft und litt unter Fieber. Barth erforschte nun die Gegend südlich und östlich des Tschadsees und außerdem den Flusslauf des Benue, einem Nebenfluss des Niger, und als Overweg wieder gesund war, erforschte dieser den See selbst mit Hilfe des Bootes, das die Gruppe mitgenommen hatte. Die Forschungen dauerten ungefähr 15 Monate. Als die britische Regierung erfuhr, dass Richardson gestorben war, wurde Barth zum neuen Führer der Expedition ernannt. Da der Weg nach Osten in Richtung Nil versperrt war, beschlossen die beiden Überlebenden, stattdessen nach Westen, in Richtung Timbuktu (heutiges Mali) zu reisen, doch zuvor starb Overweg an Malaria.

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Ländliche Idylle in den Hombori-Bergen (Mali)

Nach den Erforschungen am und um den Tschadsee reiste Barth, nun der einzige Forscher der Gruppe, ins Königreich Kanem-Bornu (um den Tschadsee). Dabei nahm er gezwungenermaßen an einem Feldzug teil, der in eine organisierte Sklavenjagd ausartete. Barths Schilderung der von Afrikanern an Afrikanern begangenen Gräueltaten gehört zu den erschütterndsten Darstellungen in der klassischen Afrikaliteratur. Bei seiner Rückkehr nach Kukawa war er etwa 32 Monate von Tripolis aus unterwegs und wusste, dass die Reise bis Timbuktu noch über ein Jahr dauern würde. Doch Barth war überzeugt, dieses Ziel erreichen zu können.

Aufenthalt in Timbuktu

Plan von Timbuktu (aus einem 1855 veröffentlichten Artikel von Heinrich Barth)

Auf dem letzten Stück seiner Reise entlang des Niger war Barth gezwungen, sich als türkischer Muslim auszugeben, der aus Ägypten gekommen war, um dem obersten Korangelehrten von Timbuktu, dem Kunta-Scheich Sidi Ahmad al-Baqqai, wertvolle Bücher aus Mekka zu bringen. Hintergrund für die Fremdenfeindlichkeit war die Erinnerung an die Fahrt des Schotten Mungo Park, der bei seiner Befahrung des Niger im Winter 1805–1806 aus Furcht vor einem Überfall auf jeden, der sich dem Ufer näherte, hatte schießen lassen.

Heinrich Barth (auf dem Pferd, in arabischer Tracht) nähert sich Timbuktu

Barth erreichte Timbuktu am 7. September 1853. Er fand die Stadt wohlhabender vor, als René-Auguste Caillié, ein französischer Afrikaforscher, sie 25 Jahre zuvor beschrieben hatte. Allerdings ist diese Stadt nie wieder zu dem Handelsplatz für die Sahara geworden, wie sie es bis zum Ende des 16. Jahrhunderts gewesen war. Für Barth bedeutete es eine große Genugtuung, die lange Zeit – vor allem von britischer Seite – angezweifelten Angaben Cailliés über den tatsächlichen Zustand von Timbuktu bestätigen zu können. Noch am Tag seiner Ankunft verfasste er diesbezügliche Briefe an die Präsidenten der Geographischen Gesellschaften in London und Paris.

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Lager des Scheihk al-Baqquai im Winter 1853–54 (nach Heinrich Barth)

Barths Ankunft in Timbuktu fiel zusammen mit Nachrichten über französische Eroberungen in Südalgerien und am Senegal. Die Bevölkerung nahm ihn mit großem Misstrauen auf, und der mächtige Fulbe-Herrscher von Macina im heutigen Mali verlangte seine Auslieferung. Doch wurde der Forscher vom geistlichen Oberhaupt der Stadt, Sidi Ahmad al-Baqqai, geschützt. Der Scheich erstellte sogar eine Art Fatwa, ein Rechtsgutachten, in dem er dem Fulbe-Herrscher kategorisch das Recht absprach, einen als Freund angereisten Christen verfolgen zu lassen.[5] Unter dem Schutz dieses berühmtesten Koran-Gelehrten Westafrikas konnte Barth seinen historischen Forschungen nachgehen und Dokumente über die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Reiche Westafrikas (Mali und Songhai) einsehen und teilweise exzerpieren. Gleichzeitig führte er lange theologische Gespräche mit al-Baqqai, in denen beide Männer über die Ähnlichkeiten zwischen Islam und Christentum diskutierten und die großen Ähnlichkeiten zwischen den Religionen anerkannten. Zeitweise musste Barth wegen der Nachstellungen durch die Fulbe die Stadt verlassen und sich unter den Schutz der Tuareg begeben, die al-Baqqai als ihren religiösen Führer anerkannten.

Barths Rückkehr nach Europa

Eduard Vogel

Im Frühjahr 1854 verließ Barth Timbuktu endgültig und reiste zurück zum Tschadsee. Die Route führte ihn unter anderem nach Gao, wo er die Gräber der Songhai-Herrscher besuchte und zeichnete. Auf dem Weg nach Osten erfuhr er, dass eine Expedition unter der Leitung des Deutschen Eduard Vogel am Tschadsee angekommen war; die britische Regierung hatte diese Expedition ausgesandt, um Barth, der als verschollen bzw. tot galt, zu suchen und gegebenenfalls seine Forschungen fortzusetzen. Als sich die Gruppen trafen, wurde entschieden, dass Barth nach Kuka(wa) (heutiges Nigeria) zurückkehren und Vogel nach Zinder (heutiges Niger) reisen sollte. Von dort aus wollte er versuchen, den von Europäern noch nicht erforschten Lauf des Niger zu bereisen und von dort aus eventuell an den Nil vorzudringen. Bei diesem Unterfangen wurde Vogel jedoch im Reich Wadai (im heutigen Tschad) ermordet. Von Kuka reiste Barth über Murzuq zurück nach Tripolis (Ankunft in Tripolis am 28. August 1855), wobei er zwei britische Soldaten, die Vogel begleitet und sich mit ihm zerstritten hatten, wieder mitnahm. In seiner Begleitung befanden sich auch zwei von Adolf Overweg freigekaufte Sklaven aus dem Sudan, Abbega und Durugu, die ihm bei der Abfassung seiner sprachwissenschaftlichen Werke helfen sollten. Über Marseille und Paris reiste er zuerst nach Hamburg, dann nach London, wo er sich auf Dauer niederlassen und seinen Forschungen nachgehen wollte.

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Muhamad al-Qatruni, nach einer Fotografie von Gerhard Rohlfs, um 1875

Barths Leben nach der großen Afrikareise

Barth siedelte sich zuerst in London an, wo er gleichzeitig die deutsche und die englische Fassung seines 3.500 Seiten starken Reisewerkes niederschrieb. Beide Ausgaben sind weitgehend identisch, unterscheiden sich aber in einigen wesentlichen Punkten. Gleichzeitig bemühte er sich, die britische Regierung zu einem politischen Engagement in der Sahara und im Sahel zu bewegen, um die gewaltsame Ausdehnung des französischen Kolonialreiches in das Land der Tuareg und nach Timbuktu zu verhindern, stieß aber auf kein Interesse.

Überdies sah sich der Forscher massiven Angriffen von Seiten der Missionsgesellschaften und der Antisklavereibewegung ausgesetzt, die ihm vorwarfen, er habe an Sklavenjagden teilgenommen, obwohl die von Barth gelieferte Schilderung erstrangige Argumente im Kampf um die Abschaffung der Sklaverei bot. Weiterhin wurde der Vorwurf erhoben, er habe auch Sklaven mit nach England gebracht. Tatsächlich hatte er zwei freigekaufte Afrikaner mit nach London genommen, damit sie ihn bei der Abfassung seiner sprachwissenschaftlichen Werke unterstützten. Dies war nichts Ungewöhnliches, auch andere Reisende, Missionare, Kapitäne etc. brachten schwarze Diener mit nach England. Der Hintergrund der gegen Heinrich Barth inszenierten Kampagne war nicht zuletzt in der Tatsache zu suchen, dass er als Ausländer dem populären Missionar und Forscher David Livingstone den Rang abzulaufen drohte. Doch auch Barths positive Einschätzung des Islam passte nicht in das Weltbild der Briten.

Im Jahre 1858 verließ Barth London und ging zurück nach Berlin, weil er hoffte, man werde ihm die Professur seines emeritierten Lehrers Carl Ritter im Fach Geographie übertragen, was nicht geschah. Von 1858 bis 1862 bereiste Barth noch Kleinasien, Griechenland und Bulgarien sowie Spanien, Italien und die Alpen. Er war als Nachfolger von Carl Ritter Präsident der „Gesellschaft für Erdkunde in Berlin“ und förderte eine Reihe junger Afrikaforscher wie etwa den Franzosen Henri Duveyrier, der an Barths Forschungen bei den Tuareg in der nördlichen Sahara anknüpfte. Zeitweise bemühte sich Barth angesichts der Schwierigkeiten, eine feste Anstellung zu finden, um die Entsendung als Konsul nach Konstantinopel, wurde aber nicht in Betracht gezogen, weil er als undiplomatischer Charakter galt. 1863 wurde er zum außerordentlichen Professor an der Universität in Berlin ernannt, was bedeutet, dass er ohne Honorar Vorlesungen und Seminare abhielt. Eine ordentliche Professur wurde ihm jedoch verwehrt, so dass er in erster Linie von der Leibrente leben musste, die ihm der preußische König Friedrich Wilhelm IV. gewährte. Sein Reisewerk verkaufte sich wegen der hohen Wissenschaftlichkeit, des Umfangs (3.500 Seiten) und des dadurch bedingten hohen Preises nur sehr schleppend. Auch eine zweibändige Volksausgabe wurde kein Verkaufsschlager.

Im Jahre 1865 starb Heinrich Barth an einem Magendurchbruch, möglicherweise der Spätfolge einer Schussverletzung, die er auf seiner Mittelmeerreise 1847 in Libyen erlitten hatte. Er wurde auf dem III. Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde vor dem Halleschen Tor in Berlin-Kreuzberg beigesetzt.

Leistung und Nachwirken

Vorbemerkung

Trotz der unzähligen Schwierigkeiten und auch des Todes von Richardson und Overweg wurde die Expedition zu einem großen Erfolg, der besonders Barth angerechnet wurde. Er hatte eine riesige Menge an Informationen über Nordafrika eingeholt, so dass sein Gönner und Förderer Alexander von Humboldt sagen konnte, Barth habe der europäischen Wissenschaft einen neuen Erdteil aufgeschlossen. Er war weiterhin der erste Forscher, der Karten von großen Gebieten von Afrika (Sahara und Sahel) erstellt hatte, wenngleich Alexander von Humboldt kritisierte, die geografischen Messungen Barths seien wenig professionell gewesen. Aus der Sicht der heutigen Wissenschaft liegt Barths Hauptverdienst ohnehin in der Erforschung der afrikanischen Kulturen, die der Forscher als erster Europäer umfassend und weitgehend vorurteilsfrei beschrieben hat. Gerade in dieser Hinsicht ist Barths Forscherleistung im Nachhinein höher einzuschätzen als die von so bekannten Reisenden wie Henry Morton Stanley oder David Livingstone. Ihre Werke kamen dem europäischen Publikumsgeschmack sehr viel mehr entgegen, da sie den weißen Mann, den Boten der Zivilisation, bei seinem ständigen Kampf mit wilden Tieren und wilden Menschen schilderten, während Barth auf 3.500 Seiten eine wissenschaftliche Darstellung von Kulturen lieferte, von deren Existenz die europäische Wissenschaft bislang kaum etwas gewusst hatte und aus zum Teil rassenideologisch motivierter Engstirnigkeit auch weiterhin nichts wissen wollte. Barths Reiseschilderung war verschiedentlich von umfangreichen Exkursen zu völkerkundlichen und historischen Themen unterbrochen, etwa zur Kultur der Tuareg, zur Geschichte von Agades oder Songhai, und jeder dieser Exkurse, die erst nach 1900 angesichts der rasch fortschreitenden Erforschung der Kolonien ergänzt und aktualisiert wurden, hatte für sich die Qualität einer akademischen Dissertation, da der Verfasser auch frühere Literatur – bis zu antiken Autoren wie Herodot und Plinius – zum Vergleich heranzog. Die Ausführungen zu den Tuareg des Tassili n’Adjer, des Aïr-Gebirges oder des Umlandes von Timbuktu sind auch für die heutige Völkerkunde noch unverzichtbar.

Barth hatte seine fünfjährige Afrikareise fast ohne einen einzigen Schuss zu seiner Verteidigung abzufeuern durchgeführt. Während er in Europa als schroff und undiplomatisch galt, machte er sich in Sahara und Sudan zahlreiche Freunde. So konnten spätere Forscher, die sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts – d. h. bis zur kolonialen Inbesitznahme durch Frankreich – bei den Tuareg aufhielten und sich als Barths Sohn oder Neffe ausgaben, relativ gefahrlos reisen, so etwa Oskar Lenz, der 1879 Timbuktu besuchte und von den Freunden seines angeblichen Vaters begrüßt wurde. Es muss aber nachdrücklich darauf verwiesen werden, dass Barth das Glück hatte, in dem Karawanenführer Mohammad aus der libyschen Oase Qatrun einen kompetenten und absolut loyalen Begleiter zu haben. Mohammad al-Qatruni diente später auch Gerhard Rohlfs und Gustav Nachtigal.

Das Scheitern der diplomatischen Aktivitäten Barths

In England stieß Barth mit seiner Forderung nach der Ratifikation der Handels- und Schutzverträge, die er mit den Afrikanern abgeschlossen hatte, auf taube Ohren. Eine Delegation des Großen Rates von Timbuktu, die auf Anregung des Forschers nach London reisen wollte, wurde in Tripolis unter entwürdigenden Umständen festgehalten und dann unter dem Spott der britischen Presse wieder in den Sudan zurückgeschickt. Die britische Außenpolitik hatte ihr Augenmerk von der Sahara abgewandt, noch während Barth in Afrika reiste. Eine fast zeitgleich ausgesandte Expedition unter Leitung des Arztes Balfour Baikie hatte den Weg vom Niger-Delta im heutigen Nigeria nach Innerafrika erschlossen und den Nachweis erbracht, dass diese Route für Europäer ungefährlich war, wenn sie sich mit Chinin vor den üblichen Fieberkrankheiten schützten. Damit war die längere Sahara-Route, auf der keine Seuchen drohten, uninteressant geworden. Nach dem Ende des anglo-französischen Konflikts, d. h. in den Jahren nach dem Krim-Krieg, in dem beide Länder Verbündete gewesen waren, überließ die britische Außenpolitik den Franzosen die Sahara und beanspruchte stattdessen die Kontrolle über große Teile der westafrikanischen Küste, vor allem über das Niger-Delta. Die französische Seite war mit einer solchen Aufteilung der Interessenszonen einverstanden, da in Paris das Ziel der Vereinigung der Kolonien in Algerien und am Senegal verfolgt wurde, und das Gebiet zwischen diesen beiden Besitzungen war das Land der Tuareg, mit denen Barth ebenfalls Verträge geschlossen hatte. Barths Eintreten für die afrikanischen Völker und seine Forderung nach der Ratifizierung der Verträge wurden im Foreign Office schließlich als lästig empfunden, und man bedeutete ihm, dass er politisch naiv sei und den Kurswechsel in der britischen Afrikapolitik zur Kenntnis nehmen solle.[6]

Im Bewusstsein der britischen Öffentlichkeit spielte Timbuktu keine herausragende Rolle mehr, da die Stadt für die Exportwirtschaft offenbar keine große Rolle mehr zu spielen versprach. Barths Entdeckungen in Sachen Geschichte waren nicht faszinierend genug angesichts der Frage nach den Quellen des Nils, die in der Presse heftig diskutiert wurde. Auch die Tatsache, dass Barth in London Ausländer war und dem äußerst populären David Livingstone eventuell Konkurrenz machen konnte, darf nicht unterschätzt werden. Auch die Missionsgesellschaften und die „Anti-Slavery Society“ machten Stimmung gegen ihn, was sicherlich auch durch seine betont positive Haltung gegenüber dem Islam bedingt war. Barth wurde zwar zum „Companion of the Order of the Bath“ ernannt – eine für einen Nicht-Briten außergewöhnliche Auszeichnung, aber er wurde im Rahmen dieser Ehrung nicht der Königin Victoria vorgestellt, etwa im Gegensatz zu dem Ungarn Arminius Vambéry, der in Zentralasien Gebiete bereist hatte, auf welche die britischen Kolonialpolitiker ihr Augenmerk richteten. In Deutschland hingegen verübelte man Barth, dass er in britischem Auftrag gereist war, und das zu einem Zeitpunkt, als die britische Außenpolitik die von vielen liberalen Intellektuellen ersehnte Einigung Deutschlands verhindert hatte (1849).

Bemühungen um eine akademische Stellung

Hinzu kamen eher akademische Probleme, die letztlich dazu führten, dass ihm die ordentliche Professur an der Universität Berlin verweigert wurde, obwohl er alle Qualifikationen hierfür mitbrachte. Aber sein hartnäckiges Eintreten für die Gleichwertigkeit der Afrikaner, seine Behauptung, Afrika sei keineswegs ein geschichtsloser Kontinent, und wohl auch sein unzeitgemäß positives Bild vom Islam machten ihn bei den etablierten Professoren verdächtig. Leopold von Ranke, Deutschlands bekanntester Historiker und Lehrstuhlinhaber in Berlin, schrieb in einem Gutachten, Barth sei wohl ein kühner Abenteurer, aber kein ernst zu nehmender Gelehrter. Ranke hatte selber den Afrikanern jede Geschichtsfähigkeit bestritten, was im 19. Jahrhundert, in dem die anzunehmende Entwicklungs- und Geschichtsfähigkeit eines Volkes als ein wichtiges Kriterium für seine Rangfolge innerhalb der Menschheit angesehen wurde, ein vernichtendes Urteil darstellte. Damit war Barths Versuch, die Erforschung der afrikanischen Geschichte im akademischen Bereich zu etablieren, wenn auch über dem Umweg über die historische Geografie, endgültig gescheitert.

Zeitweise war eine Berufung an die Universität Jena im Gespräch, doch daran scheint Barth nicht interessiert gewesen zu sein. Erst 1863 wurde er als außerordentlicher Professor für Geographie an die Berliner Universität berufen, was in der Praxis bedeutete, dass er weiterhin ohne feste Bezüge unterrichtete und seinen Lebensunterhalt von der Leibrente, die König Friedrich Wilhelm IV. ausgesetzt hatte, bestreiten musste. Offenbar mit Blick auf die Ablehnung seines Afrikabildes im akademischen Kreis hielt er Lehrveranstaltungen ab, die sich thematisch im allgemein akzeptierten Rahmen bewegten und teilweise nicht viel mehr als eine leicht aktualisierte Neuauflage von Vorlesungen Carl Ritters waren. Es scheint, dass Barth versuchte, durch eine für die Fakultät deutlich erkennbare Anlehnung an die Konzeptionen seines akademischen Lehrers doch noch dessen Nachfolge antreten zu können.

Barth, Afrika und die Afrikaner

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Barth wird für einen großen Korangelehrten gehalten und um seinen Segen gebeten (Darstellung aus dem späten 19. Jahrhundert)

Ob Heinrich Barth 1849, als er die Einladung zur Teilnahme an der „Central African Mission“ annahm, aus Interesse an Innerafrika annahm oder sich in erster Linie Hoffnungen machte, an einem spektakulären Forschungsprojekt teilzunehmen und danach die ersehnte Professur für Geografie an der Universität Berlin zu erhalten, ist umstritten. Man kann aber zumindest annehmen, dass er bei seiner ersten Reise entlang der nordafrikanischen Küste erkannt hatte, dass die Welt des Mittelmeers in ständigem Kontakt mit Innerafrika gestanden hatte, und der Archäologe und Altertumsforscher Barth war sicher darum bemüht, Spuren dieser kommerziellen und kulturellen Beziehungen in der Sahara oder sogar südlich davon zu finden.

Barths Interesse an den afrikanischen Kulturen entwickelte sich rasch und in einem für europäische Reisende des 19. Jahrhunderts ungewöhnlichem Maße. Der Forscher war bereit, die Afrikaner als Seinesgleichen anzuerkennen, trat nicht als arroganter Weißer auf, der sich nur über Dolmetscher mit den Menschen unterhalten konnte, sondern erlernte die Sprachen Zentralafrikas bis zu einer solchen Perfektion, dass er später in der Lage war, sie wissenschaftlich zu analysieren. Der Völkerkundler Gerd Spittler (Universität Bayreuth) bezeichnet Barth als einen der wichtigsten Vorläufer der ethnologischen Feldforschung, die man in der Wissenschaftsgeschichte erst mit Bronisław Malinowskis Buch über die Trobriand-Insulaner (1922) beginnen lässt.[7]

Wenn sich bei Barth auch vereinzelt Anklänge an die zeittypische Überzeugung der Europäer finden, ihre Kultur sei allen anderen überlegen, so verwandte er doch den für deutsche Gemüter hochemotionalen Begriff „Nation“ für die Völker Afrikas und stellte sie damit auf eine Stufe mit den Europäern. Wenn die Schlussfolgerungen, die er aus seinen Forschungsergebnissen zog, heute überwiegend veraltet oder gar widerlegt sind, so bleibt festzuhalten, dass er die Sprachen und Kulturen der Afrikaner als einen würdigen Gegenstand der wissenschaftlichen Untersuchung betrachtete. In diesen Zusammenhang passt auch die Tatsache, dass Barth die zu seiner Zeit verfochtenen Theorien über die biologische Minderwertigkeit der Afrikaner überhaupt nicht zur Kenntnis nahm, weil für ihn die Kulturfähigkeit nicht durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse bedingt war, sondern eine allen Menschen gleichermaßen verliehene Fähigkeit betrachtete, die durch den Kontakt mit anderen Kulturen in einem durchaus dialektischen Sinne zur weiteren Entfaltung gelangte. Damit stand er ganz in der Tradition seines Lehrers Carl Ritter und im schroffen Gegensatz zu Geschichtsphilosophen wie Hegel, Historikern wie Ranke und Rassenideologen wie Karl Andree, dem Herausgeber der populären Zeitschrift Globus.

Die Erforschung der Geschichte Afrikas

Titelvignette der „Reisen in Central-Afrika – von Mungo Park bis auf Dr. Barth u. Dr. Vogel“ (1859)

Bereits bei der Durchquerung der nördlichen Sahara war Barth auf die Überreste der antiken Geschichte Nordafrikas gestoßen, die ihm aus den Schriften griechischer und römischer Autoren bestens bekannt war. Auch die Berichte der arabischen Reisenden hatte er studiert. Insofern bewegte sich sein Geschichtsbegriff in den Bahnen der akademischen Tradition, die das Studium schriftlicher Quellen in den Vordergrund stellte. Die Entdeckung der Felsbilder bedeutete für ihn einen Bruch in seinem Geschichtsverständnis, denn zum ersten Mal erkannte er, dass der klassische Quellenbegriff hier versagte, es sei denn, man wollte den Afrikanern die Geschichtlichkeit absprechen, wie dies die führenden Historiker und Philosophen in Europa taten. Es wundert daher nicht, dass Leopold v. Ranke zu denjenigen Gutachtern an der Berliner Universität gehörte, der sich den Anträgen, Barth eine Professur zu verleihen oder ihn als ordentliches Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufzunehmen, mit der Begründung widersetzte, der Kandidat habe nichts Wertvolles für die Geschichtsforschung geleistet, sondern sei eher ein „kühner Reisender“, was im Sprachgebrauch der Zeit nicht als Kompliment zu werten war.[8]

Barth erkannte zum einen, dass die Afrikaner nicht nur eine Vergangenheit besaßen, sondern eine Geschichte, die sie selber gestaltet hatten. Diese Auffassung allein stellte schon einen massiven Bruch mit dem europäischen Geschichtsbild dar, denn sowohl Hegel als auch der Kulturhistoriker Gustav Friedrich Klemm hatten die Afrikaner als passive Rasse dargestellt, die nie Subjekt, sondern nur Objekt der Geschichte war und allenfalls durch einen Anstoß von außen aktiviert werden konnten. Barth attestierte den Afrikanern eine bewusst gestaltete Geschichte, die im Konflikt und Kontakt mit der außerafrikanischen Welt stand, von dort Impulse erhielt, aber auch ihrerseits auch Anstöße nach außen gab. Diese Erkenntnis führte ihn zu dem ketzerischen Ausspruch, dass die Weltgeschichte nicht geschrieben werden könne, solange die afrikanische Geschichte nicht vollständig erforscht worden sei. Es ist nicht zu bestreiten, dass Barth die Afrikaner für historisch zurückgeblieben hielt. Er verglich die Königreiche des Sudan gern mit dem europäischen Mittelalter, was aber keineswegs ausschloss, dass sie sich weiter entwickeln würden, wenn dieser Prozess nicht durch kriegerische Ereignisse und falsche Einflussnahme von außen behindert würde.[9] Damit stand er durchaus im Einklang mit den Geschichtsphilosophen seiner Zeit, auch mit Karl Marx und Friedrich Engels, die ebenfalls eine starre Stufenfolge der geschichtlichen Entwicklungsformen postulierten und dabei erheblich europazentrischer und eindimensionaler dachten als Barth, der im Islam eine kulturfördernde Kraft sah und den europäischen Einflüssen in Afrika sehr kritisch gegenüber stand. Im Gegensatz zu den meisten Zeitgenossen, die einen kausalen Zusammenhang zwischen der angeblichen Stellung eines Volkes in der Rassenhierarchie einerseits und seiner Kultur- und Geschichtsfähigkeit andererseits sahen, lehnte Barth jedes biologistische Erklärungsmodell ab und attestierte damit allen Menschenrassen dieselben Fähigkeiten und dieselben Entwicklungsmöglichkeiten.[10]

Heinrich Barth löste sich von der traditionellen Methodik der akademisch etablierten Geschichtswissenschaft und schuf zumindest in Grundzügen ein Instrumentarium, das es erlaubte, die Geschichte außereuropäischer Kulturen zu erforschen. Etablierte Methoden wie die Auswertung schriftlicher Quellen (etwa der sudanesischen Chroniken) standen jetzt nicht mehr im Mittelpunkt. Auch die Sprachwissenschaft, der Vergleich von Wortschatz und grammatischen Strukturen zur Ermittlung von Wanderungen und Kulturkontakten, sollte zum Einsatz kommen. Ebenso spielte die Deutung von Riten und Gebräuchen eine wichtige Rolle. Hervorzuheben ist die Erkenntnis, dass die Felsbilder einmal eine unverzichtbare Quelle für die Erforschung der Vor- und Frühgeschichte (einschließlich der Klimageschichte) sein würden. Viele von Barths Deutungen haben sich als falsch erwiesen, doch die Kritik, die neuerdings an bestimmten Aspekten seiner Methodik und bestimmten Schlussfolgerungen geübt wird, ist kurzsichtig, denn sie ignoriert, dass Barth gezwungen war, seine wissenschaftliche Forschungsarbeit innerhalb kurzer Zeit und oft unter erschwerten Bedingungen, wie etwa in Timbuktu, durchzuführen.[11]

Barth und die afrikanische Sprachwissenschaft

Auch seine Verdienste um die afrikanische Sprachwissenschaft wurden in entsprechenden Gutachten bestritten, was weniger in der Qualität seiner Forschungen begründet lag, sondern in der Tatsache, dass er die Sprachen der Afrikaner überhaupt der Erforschung für würdig und damit den indoeuropäischen Sprachen ebenbürtig hielt. Die Ablehnung durch die etablierten Sprachwissenschaftler hatten auch andere Forscher zu spüren bekommen, wie etwa Wilhelm Bleek, der nach seiner Promotion über die Bantu-Sprachen gezwungen war, eine Stellung in Südafrika anzunehmen, da im akademischen Bereich in Deutschland für einen Außenseiter wie ihn kein Platz war. Eine Hinwendung zur Erforschung afrikanischer Sprachen fand erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts statt, jedoch nicht um der wissenschaftlichen Untersuchung willen, sondern zum Zweck ihrer Nutzbarmachung im Rahmen einer effizienten Kolonialpolitik. In der Praxis bedeutete dies, dass angehende Kolonialbeamte und Offiziere die afrikanische Sprache erlernten, um mit der Bevölkerung in den Kolonien kommunizieren zu können, aber linguistische Forschungen, z. B. zur Sprachgeschichte, waren nicht vorgesehen, sondern konnten von den Dozenten allenfalls außerhalb des eigentlichen Lehrbetriebs als Liebhaberei betrieben werden.

Barths Central-Africanische Vocabularien, die weitaus mehr als reine Wortlisten darstellen, gelten als Beginn der vergleichenden Afrikanistik, wenngleich etliche Schlüsse, die der Forscher gezogen hatte, heute – angesichts einer großen Fülle von linguistischen Spezialuntersuchungen – nicht mehr als gültig anerkannt werden. Sein methodisches Vorgehen jedoch wird von führenden Afrikanisten heute noch als vorbildlich bezeichnet.

Barth und der Islam

Korangelehrter aus Timbuktu (um 1890)

Es ist davon auszugehen, dass Barth auch wegen seines völlig unzeitgemäßen Eintretens für den Islam scheiterte. Im öffentlichen Bewusstsein galt diese Religion als zivilisationsfeindlich und ihre Träger als fanatisch und fremdenfeindlich. Barth hatte sich klugerweise zum Grundsatz gemacht, die Gewohnheiten und Gepflogenheiten des islamischen Lebens zu respektieren, solange diese nicht im schroffen Gegensatz zu seinen Vorstellungen von Menschlichkeit standen. Fremdenfeindliches Verhalten hatte er trotzdem erlebt, doch war er objektiv genug, auch nach den Gründen hierfür zu suchen. Er fand sie im niedrigen Bildungsgrad vieler afrikanischer Muslime, in der Furcht vor dem Fremden im Allgemeinen und vor dem Vordringen der Franzosen im Besonderen. Andererseits traf er immer wieder auf gebildete Muslime wie den Marabut Sidi Uthman bei den Tuareg, den blinden Fulani-Gelehrten Faki Ssambo oder den geistlichen und politischen Führer von Timbuktu, Sidi Ahmad al-Baqqai. Mit diesen Männern konnte er einen friedlichen interkulturellen Dialog führen und über Religion, Geschichte und Philosophie diskutieren, und gerade von ihnen verfasste er einige der wenigen sehr persönlich gehaltenen, beinahe rührend formulierten Schilderungen von Einzelpersonen, mit denen er auf seiner Reise engeren Kontakt gepflegt hatte.

Barth muss als ein sehr guter und vor allem unvoreingenommener Kenner des Islam betrachtet werden, so dass er in der Lage war, mit hochgebildeten Korangelehrten in Sokoto oder Timbuktu auch über Feinheiten der Theologie zu diskutieren. Die Rolle des Islam bei der Bildung der alten westafrikanischen Reiche hat Barth wohl angesichts der ihm zur Verfügung stehenden Chroniken überbewertet, aber gerade diese Einschätzung brachte ihn dazu, den christlichen Missionen und ihrem Anspruch, sie allein könnten Afrika der Zivilisation zuführen, in polemischer Weise entgegenzutreten. Eine Religion wie der Islam, der Westafrika im Mittelalter auf eine so hohe Stufe der Kultur geführt hatte, konnte seiner Auffassung nach unmöglich zivilisationsfeindlich sein. In mehreren Briefen, aber auch in veröffentlichten Artikeln verlangte er, den intellektuellen Ausgleich mit dem Islam zu suchen und dieser Religion den Vortritt bei der Weiterentwicklung Afrikas zu lassen. Hinter dieser Forderung stand keineswegs die gegen Ende des 19. Jahrhunderts häufiger anzutreffende Überzeugung, der Islam als minderwertige Religion passe besser für eine nicht entwicklungsfähige Rasse. Vielmehr war es für Barth eine erwiesene Tatsache, dass die Afrikaner intellektuell gleichwertig neben den Europäern standen und der Islam dem Christentum in theologischer und kulturgeschichtlicher Hinsicht ebenbürtig war. In einem seiner letzten Artikel trug er den utopischen Gedanken vor, Europäer und Muslime sollten in Westafrika eine christlich-islamische Akademie gründen, in der die Möglichkeit für eine Annäherung und einen Ausgleich zwischen den beiden Religionen geschaffen werden könnte.[12] Mit einer solchen Ansicht aber musste er beispielsweise den Widerspruch der in Afrika tätigen und einflussreichen „Berliner Missionsgesellschaft“, deren Verbindungen bis in die höchsten gesellschaftlichen Kreise reichten, provozieren.

Die in jüngerer Zeit geäußerte Kritik, Barth sei nicht afrikanerfreundlich, sondern nur islamfreundlich gewesen, ist einseitig, da Barth fast ausschließlich im islamisch geprägten Raum reiste und nur in Ausnahmesituationen Gelegenheit hatte, die nicht-muslimischen Völker zu besuchen (etwa im Gefolge einer Sklavenjagd). Doch zeigen seine Ausführungen, dass er den Afrikanern insgesamt offen und vorurteilsfrei gegenüber stand. Die Arbeiten, in denen diese Kritik geäußert wird, basieren aber auf einer unzureichenden Quellenbasis und ignorieren Barths Zeitschriftenartikel und Korrespondenz. Die Barth-Kritiker berücksichtigen ebenfalls nicht hinreichend die zeitgenössischen Diskurse, d. h. den durch die etablierte Wissenschaft vorgegebenen Rahmen, in dem sich Barth intellektuell und strukturell bewegte bzw. bewegen musste und den er häufig bewusst durchbrach.[13]

Das Mittelmeerprojekt

Es ist falsch, in Barth ausschließlich den Afrikawissenschaftler zu sehen. Bereits während seiner Studienzeit hatte er ein großes Interesse an der Geschichte des Mittelmeers und seiner Rolle in der Entwicklung und Vermittlung von Kulturen entwickelt. Diese Erkenntnisse hatte er während seiner großen Studienreise zwischen 1844 und 1847 vertieft und in Grundzügen in seiner Habilitationsschrift niedergelegt. Auch in seinem Reisewerk ging er immer wieder auf die Möglichkeiten eines Kulturaustausches zwischen Mittelmeer und Innerafrika ein. In einem Vortrag aus dem Jahre 1860 betonte er, dass der Mittelmeerraum stets ein Angelpunkt der Kulturgeschichte gewesen sei, wo unterschiedliche Kulturen aufeinander geprallt seien, sich miteinander vermischt und in die unterschiedlichen Richtungen ausgestrahlt hätten, wobei die rassische Zugehörigkeit der einzelnen Völker für ihn keine Rolle spielte. Barth sah im Mittelmeer keine Barriere zwischen den Kulturen bzw. Religionen, sondern eine Region des intensiven Austausches, wenngleich er nicht bestritt, dass der Kontakt nicht immer friedlich gewesen war. Schwarzafrika hatte daher für ihn nie isoliert neben der allgemeinen Weltgeschichte gestanden, sondern war immer ein integraler Bestandteil gewesen. In Barths Konzept von Kulturkontakt stand der Austausch durch Handel an vorderster Stelle. Die Reisen, die Barth in seinen letzten Lebensjahren in der Türkei und auf dem Balkan unternahm (u.a. war er der Erstbesteiger des Olymp), dienten der Untermauerung dieser Theorie, die angesichts seines frühen Todes nur bruchstückhaft überliefert ist. Doch belegen diese Fragmente, dass Barth mit seiner neuen Sicht des Mittelmeerraumes als einer kulturellen und historischen Einheit bereits auf die Geschichtswissenschaft des 20. Jahrhunderts verwies. Er nahm in Grundzügen die Konzeption vorweg, die der berühmte französische Historiker Fernand Braudel (1902–1985) fast 100 Jahre später in seinem berühmten Werk über den Mittelmeerraum im Zeitalter Philipps II. niederlegte.

Nachleben im kolonialen und postkolonialen Zeitalter

Barths Haus in Timbuktu kurz vor dem Einsturz im Sommer 1908

Barth hatte ganz im Sinne der bürgerlichen Fortschrittsideologie des 19. Jahrhundert die Erschließung Afrikas durch die Europäer begrüßt, wobei er die Intensivierung des Handels in beide Richtungen im Auge hatte. Durch die Einführung des so genannten „legitimen Handels“ sollte der Sklavenhandel unterbunden werden, – zu einer Zeit, als nicht nur amerikanische Ideologen, sondern auch deutsche Gelehrte unter Berufung auf die angebliche rassische Minderwertigkeit der Afrikaner die Sklaverei als eine wirtschaftlich notwendige und sogar moralisch vertretbare Institution verteidigten. Für Barth war die afrikanische Geschichte nicht zum Stillstand verurteilt, sondern war eingebunden in den allgemeinen menschlichen Fortschritt und dazu bestimmt, dieselben Stufen der Entwicklung zu durchlaufen. Allerdings distanzierte sich Barth spätestens bei der Reflexion seiner Forschungsergebnisse von diesem unilinearen Geschichtsbild und entwickelte eine teilweise heftige Kritik an der europäischen Intervention in Afrika. Erstes Angriffsziel waren die Missionen, denen er die systematische Zerstörung traditioneller Kulturen und Werte vorwarf. Als Zukunftsvision entwarf Barth ein islamisches Afrika, denn für ihn repräsentierte der Islam eine kulturfähige Religion. Weiterhin erkannte er, dass er von der britischen Seite missbraucht worden war, als er guten Glaubens mit afrikanischen Führern Freundschaftsverträge abgeschlossen hatte. In dem Augenblick, als die britische Seite das Interesse an der Sahara verlor, konnte Frankreich mit militärischen Mitteln die Vorherrschaft an sich reißen. Angesichts dieser Erkenntnis schrieb Barth, dass er sich gut vorstellen könne, mit einer von Scheikh al-Baqqai angeführten muslimischen Befreiungsarmee gegen die Kolonialeroberer zu reiten. Diese für das 19. Jahrhundert vermutlich einmalige Kolonialkritik wurde von seinen Biografen jedoch systematisch unterschlagen.

Schon bald nach seinem Tod geriet Barth in Vergessenheit. Im kolonialen Zeitalter ab 1884 erwies er sich mit seinen unkonventionellen Ideen und seiner kritischen Haltung gegenüber dem europäischen Ausgreifen nach Afrika als unbrauchbar. Andere Reisende wie Gustav Nachtigal, Gerhard Rohlfs, Carl Peters und Hermann von Wissmann beherrschten die Schlagzeilen, denn sie hatten Kolonien für das Deutsche Reich erworben und militärisch gesichert, während mit Ausnahme der Königreiche Mandara und Logone keins der von Barth besuchten Gebiete deutsches „Schutzgebiet“ geworden war. Während des Nationalsozialismus wurde ihm sogar „Rassenschande“ unterstellt.[14] Im Zeitalter des Kalten Kriegs geriet der Forscher schließlich zum Zankapfel zwischen der BRD und der DDR, da die bundesrepublikanische Außenpolitik Barth als den Vorläufer der neuen deutschen Afrikapolitik hinstellte, während die DDR, die um die Anerkennung durch die jungen afrikanischen Staaten kämpfte, mit der allerdings unrichtigen Behauptung zurückschlug, Barth sei ein übler Imperialist und Rassist und damit ein wirklicher Vorläufer des „westdeutschen Neo-Imperialismus“ gewesen.[15] Beide Sichtweisen waren durch die Politik diktiert und wurden der Bedeutung Barths keinesfalls gerecht.

Barth als Vorläufer der interdisziplinären Afrikawissenschaften

Als bedeutender und richtungsweisender Wissenschaftler wurde Heinrich Barth erst in den 1960er Jahren wiederentdeckt, vornehmlich in Großbritannien und in Afrika. Einer der ersten Historiker, die Barths Leistung würdigten, war der Ghanaer Albert Adu Boahen, der als erster Afrikaner an der London School of Oriental and African Studies im Fach Geschichte promovierte. Er sah in Barth einen Gegner der kolonialen Eroberung und übte in seiner Doktorarbeit heftige Kritik an der britischen Afrikapolitik des 19. Jahrhunderts.[16] Die Wiederentdeckung des Wissenschaftlers Barth wurde in der Bundesrepublik durch den Geografen Heinrich Schiffers und die Schriftsteller Rolf Italiaander und Herbert Kaufmann eingeleitet. In den vergangenen Jahren ist Heinrich Barth mehrfach Gegenstand von Dokumentarfilmen gewesen, in denen vor allem seine Rolle als Entdecker der Felsbilder und sein Aufenthalt in Timbuktu herausgestellt wurde. Dies geschah mehrfach in vereinfachender, journalistischer Manier und ohne gründliche Recherche, so dass Barth als ein Abenteurer unter vielen erschien, während seine Bedeutung für die Entwicklung der modernen Afrikawissenschaft unterschlagen wurde, weil es die Autoren nicht interessierte oder weil sie der Ansicht waren, dass diesbezügliche Informationen für die Leser oder Fernsehzuschauer unwesentlich seien.[17][18]

Afrikanisten schätzen an Barth vor allen den interdisziplinären Ansatz – die Verbindung von Geografie, Archäologie, Geschichte, Sprachwissenschaft und Völkerkunde – und arbeiten heute in diesem Sinne weiter, wenn es auch heute für einen einzelnen Wissenschaftler nicht mehr möglich ist, alle Sachgebiete zu überschauen. An die Stelle des romantischen Universalgelehrten vom Schlage eines Alexander von Humboldt oder Heinrich Barth sind Teams getreten, die in fächerübergreifenden Projekten an Fragestellungen arbeiten, die Barth als erster Forscher aufgeworfen hat. Auch die Mitarbeiter des „Sokoto-Project“ an der York University im kanadischen Ontario (Leitung: Alexander S. Kanya-Forstner und Paul Lovejoy) sehen ihre Arbeit ausdrücklich als Fortsetzung der von Heinrich Barth vorgegebenen Ansätze mit den Möglichkeiten des 20. und 21. Jahrhunderts.

Erinnerung an Barth

Seit 1988 existiert an der Universität Köln das „Heinrich-Barth-Institut“, das sich vor allem der Erforschung der afrikanischen Frühgeschichte im Zusammenhang mit der Klimageschichte widmet und dabei vor allem im Sinne Barths die Erfassung und Auswertung der afrikanischen Felsbilder betreibt.

In Kano ist das Haus, in dem Barth lebte, heute als kleines Museum eingerichtet.[19]

In Hamburg, Saarbrücken und Euskirchen gibt es Heinrich-Barth-Straßen.

Schriften (Auswahl)

  • Corinthiorum commercii et mercaturae historiae particulaer. Dissertation Berlin 1844 (Neuausgabe in deutscher [Beiträge zur Geschichte von Handel und Handelsverkehr der Korinth] und englischer Übersetzung. Africa Explorata. Monographien zur frühen Erforschung Afrikas 2. Heinrich-Barth-Institut, Köln 2002, ISBN 3927688215).
  • Wanderungen durch die Küstenländer des Mittelmeeres ausgeführt in den Jahren 1845, 1846 und 1847. Berlin 1849 (erster und einziger Band seiner Habilitationsschrift von 1847).
  • Reisen und Entdeckungen in Nord- und Centralafrika. 5 Bände. Gotha 1855–1858 (Nachdruck Saarbrücken 2005: Bd. 1 ISBN 392768824X, Bd. 2: ISBN 3927688266, Bd. 3: ISBN 3927688274, Bd. 4: ISBN 3927688282, Bd. 5: ISBN 3927688290; Kurzfassung als: Im Sattel durch Nord- und Zentralafrika. 1849–1855. Stuttgart 2003, ISBN 3865032532).
  • Das Becken des Mittelmeeres in natürlicher und kulturhistorischer Beziehung. Hamburg 1860.
  • Reise von Trapezunt durch die nördliche Hälfte Kleinasiens nach Scutari im Herbst 1858. Gotha 1860 (Neuausgabe: Barths Reise durch Kleinasien. Ein kommentierter Reisebericht. H. Köhler (Hrsg.), Gotha 2000 ISBN 3-623-00357-3).
  • Reise durch das Innere der europäischen Türkei von Rutschuk über Philippopel, Rilo (Monastir), Bitolia u. den Thessalischen Olymp nach Saloniki im Herbst 1862. Berlin 1862.
  • Sammlung und Bearbeitung centralafrikanischer Vokabularien. 3 Abteilungen. Gotha 1862–1866.
  • Er schloß uns einen Weltteil auf. Unveröffentlichte Briefe und Zeichnungen des großen Afrika-Forschers. Hg. v. Rolf Italiaander, Bad Kreuznach 1970.

Englischsprachige Ausgaben:

  • Travels and Discoveries in North and Central Africa: being a Journal of an Expedition undertaken under the Auspices of H.B.M.’sGouvernment, in the Years 1849 – 1855 … 5 Bände. London: Longmans, Green & Co 1857–1858
  • (US-Ausgabe mit weniger Abbildungen) 3 Bände. New York: Harper & Brothers, 1859 (Digitalisat v. Bd. 1) (Digitalisat v. Bd. 3).
  • Travels and Discoveries in North and Central Africa. 3 Bände. Hrsg. v. Anthony H. M. Kirk-Greene. Cass, London 1967 (Ausgabe in 3 Bänden mit vollständigem Text, herausgegeben vom führenden britischen Barth-Kenner).

Literatur

  • Julius Loewenberg: Barth, Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 2, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 96.
  • Albert Adu Boahen: Britain, the Sahara and the Western Sudan, 1788–1861. Oxford 1964 (Immer noch wichtigste wissenschaftliche Untersuchung über die Frühphase der Saharaforschung mit ausführlichem Kapitel über Barth und seine Bemühungen zu Gunsten der Afrikaner).
  • Hans-Heinrich Bass, Von der Sahara bis zu den Ufern des Tschadsees. Auf den Spuren von Heinrich Barth in Afrika, in: Damals 3/1995, S. 74-79.
  • Yvonne Deck: Heinrich Barth in Afrika – Der Umgang mit dem Fremden. Eine Analyse seines Großen Reisewerks. Magisterarbeit, Universität Konstanz 2006 (Volltext)
  • Mamadou Diawara, Paulo Farias und Gerd Spittler (Hrsg.): Heinrich Barth et l’Afrique. Köln 2006 (Sammelband mit Aufsätzen, die anlässlich einer wissenschaftlichen Tagung in Timbuktu gehalten wurden).
  • Heinrich-Barth-Institut (Hrsg.): Zehn Seiten eines Afrikaforschers. Köln 2000.
  • Dietmar Henze: Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde. Bd. 1, Graz 1975, Stichwort „Heinrich Barth“, S. 175–183.
  • Kemper, Steve: A Labyrinth of Kingdoms - 10 000 Miles Through Islamic Africa. New York, London 2012 (Besprechung von G. Müller-Kosack; PDF; 21 kB).
  • Peter Kremer: Literatur von und über Heinrich Barth. In: Heinrich Barth: Corinthiorum commercii et mercaturae historiae particula. In deutscher und englischer Übersetzung. Heinrich-Barth-Institut, Köln 2002, ISBN 3927688215, S. 163-216 (vollständige Bibliographie des Schrifttums bis etwa 2000).
  • Peter Kremer: Africanus. Leben und Reisen des Afrikaforschers Heinrich Barth. Düren 2007.
  • Christoph Marx: Heinrich Barth. In: Ders.: Völker ohne Schrift und Geschichte. Zur historischen Erfassung des vorkolonialen Schwarzafrika in der deutschen Forschung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Beiträge zur Kolonial- und Überseegeschichte 43. Stuttgart 1988, S. 9–39, ISBN 3-515-05173-2 (materialreich, aber ohne tiefgehende Analyse des Scheiterns von Barths Versuch, die Erforschung der afrik. Geschichte akademisch zu etablieren).
  • Heinrich Schiffers (Hrsg.): Heinrich Barth. Ein Forscher in Afrika. Leben – Leistung – Wirkung. Wiesbaden 1967 (wichtige Sammlung von Aufsätzen, in denen einzelne Aspekte von Barths wissenschaftlicher Arbeit aus neuerer Sicht beleuchtet werden).
  • Heinrich Schiffers: Die große Reise. Dr. Heinrich Barths Forschungen und Abenteuer. Dargestellt von Heinrich Schiffers. Minden (Westf.). Wilhelm Köhler (o. J.), [ca. 1955]. 275 S.
  • Walther Schoenichen: Geweihte Stätten der Weltstadt. Grabmäler Berlins und was sie künden, Berlin und Leipzig 1929 (1. Auflage Langensalza 1928).* Gustav v. Schubert: Heinrich Barth. Der Bahnbrecher der deutschen Afrikaforschung. Leipzig 1898 (Lebensbeschreibung aus der Feder von Barths Schwager, die Grundlage aller späteren Biografien).
  • Karl Rolf Seufert: Die Karawane der weißen Männer, 1961, Herder-Verlag, Freiburg/Breisgau.
  • Gerd Spittler: "Heinrich Barth, un voyageur savant en Afrique", in: Diawara/Farias/Spittler, Heirich Barth, 55-68.

Weblinks

 <Lang> Commons: Heinrich Barth – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Als Geburtsdatum wird verschiedentlich auch der 18. April angegeben, doch scheint dies eine Fehlübersetzung seines nach lateinischem Modus zitierten Geburtsdatums zu sein, wie es im Lebenslauf in der Dissertation erscheint. Barth gibt an, an den „14. Kalenden des M(ärz)“ geboren zu sein, doch der Setzer las dies als „Mai“.
  2. Die beste Überblicksdarstellung der Reisen aus geografiegeschichtlicher Perspektive liefert immer noch der Artikel „Barth, Heinrich“, in, Dietmar Henze, Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde. Graz 1978, Bd. 1, S. 175–183. Barths Forschungen zu den Humanwissenschaften (Geschichte, Linguistik, Völkerkunde) werden hier nur am Rande berührt.
  3. Siehe dazu das entsprechende Kapitel bei A. A. Boahen, Britain, the Sahara and the Western Sudan 1788–1861. London 1964, S. 181–212.
  4. Reisen und Entdeckungen in Nord- und Centralafrika. Gotha 1855–1858 (Nachdruck Saarbrücken 2005: Bd. 1 ISBN 392768824X, Seite 210ff
  5. Die wichtigsten Passagen der Fatwa sind abgedruckt bei A. A. Boahen, Britain, the Sahara and the Western Sudan, Anhang IV. (S. 251 f.)
  6. Siehe dazu ausführlich A. A. Boahen, Britain, the Sahara and the Western Sudan, S. 213 ff., u. Ralph M. Prothero, „Barth and the British“, in, Heinrich Schiffers (Hrsg.), Heinrich Barth – ein Forscher in Afrika. Wiesbaden 1967, S. 164–183.
  7. Spittler in M. Diawara, P. Farias u. G. Spittler, Heinrich Barth et l’Afrique, S. 56–68.
  8. Gerhard Engelmann, Heinrich Barth in Berlin, in, Heinrich Schiffers (Hrsg.), Heinrich Barth – ein Forscher in Afrika. Wiesbaden 1967, S. 108–147.
  9. Siehe Pekka Masonen, The Negroland Revisited: Discovery and Invention of the Sudanese Middle Ages. Helsinki 2000, S. 397–418. Wir dürfen hierbei nicht übersehen, dass die Historiker um die Mitte des 19. Jahrhunderts im Mittelalter die bedeutendste Epoche der deutschen Geschicht sahen und Barth die westafrikanischen Königreiche auf dieselbe Stufe stellte wie etwa die Staufer. Dies dürfte bei vielen seiner deutsch-national eingestellten Fachkollegen auf Ablehnung gestoßen sein.
  10. Artikel „Neger, Negerstaaten“, in, J. C. Bluntschli u. K. Brater (Hrsg.), Deutsches Staats-Wörterbuch, Bd. 7. Stuttgart – Leipzig 1862, S. 219–247, spez. S. 219 ff.
  11. Paulo Fernando de Moraes Farias, „Barth, fondateur d’une lecture reductrice des chroniques de Tombouctou“, in, D. Mamadou, P. Farias u. G. Spittler (Hrsg.), Heinrich Barth et l’Afrique. Köln 2006, S. 215–224.
  12. „Die neuesten Beziehungen der Franzosen am Senegal zu Timbuktu“, Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde N. F. 16 (1864), S. 517–526.
  13. So etwa die Magisterarbeit von Yvonne Deck, Heinrich Barth in Afrika – Der Umgang mit dem Fremden. Konstanz 2006 (s. unten Literatur).
  14. Barth, Reisen, III, 112-135, 232-257.
  15. Siehe dazu u. a. die Polemik bei Thea Büttner, Afrika. Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Berlin (DDR) 1979, Bd. 1, S. 307 f.
  16. Der im Jahre 2006 verstorbene Adu Boahen galt international als der profilierteste schwarzafrikanische Historiker neben Joseph Ki-Zerbo.
  17. Jüngste Beispiele: Ulli Kulke: Die großen Entdecker. Stuttgart 2006, S. 163–174 (mit schlimmen inhaltlichen Fehlern) Rezension
  18. Die Schriftrollen von Timbuktu Sendung vom 23. Januar 2007 auf 3sat
  19. Hans-Heinrich Bass, Von der Sahara bis zu den Ufern des Tschadsees. Auf den Spuren von Heinrich Barth in Afrika, in: Damals 3/1995, S. 74-79.
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28.01.2021
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Präzise Greifen und grazilere Werkzeuge herstellen: Vor rund zwei Millionen Jahren verschaffte ihre bessere Feinmotorik den ersten Menschen einen evolutionären Vorteil
22.01.2021
Befreundete Schimpansen kämpfen gemeinsam gegen Rivalen
Menschen kooperieren in großen Gruppen miteinander, um Territorien zu verteidigen oder Krieg zu führen.
20.01.2021
Über 18.000 Funde: Forschungsgrabung in Untermaßfeld abgeschlossen
Seit vier Jahrzehnten wird in der thüringischen Wirbeltierfundstelle Untermaßfeld regelmäßig ausgegraben.
18.01.2021
Was das Genom des Lungenfischs über die Landeroberung der Wirbeltiere verrät
Das vollständig sequenzierte Genom des Australischen Lungenfisches ist das größte sequenzierte Tiergenom.
19.01.2021
Alte DNA gibt Aufschluss über die Besiedlung der Marianeninseln
Im Vergleich zur Erstbesiedlung Polynesiens hat die Besiedlung der Marianen im Westpazifik vor etwa 3.500 Jahren bisher nur wenig Beachtung gefunden.
19.01.2021
Asiatische Gewürze erreichten den Mittelmeerraum vor mehr als 3000 Jahren
Der LMU-Archäologe Philipp Stockhammer fand Hinweise über asiatische Gewürze wie Kurkuma und Früchte wie die Banane im Mittelmeerraum schon viel früher als bislang gedacht.

09.12.2020
Fossilien zeigen Folgen der Ozeanerwärmung auf
Forschende aus Berlin und Großbritannien haben die ökologischen Auswirkungen einer raschen und ungewöhnlich intensiven Phase der Klimaerwärmung während der Jurazeit vor etwa 182 Millionen Jahren auf die Meeresfauna erforscht.
03.12.2020
Das älteste “Ortsnamenschild” der Welt
Wissenschaftler der Universität Bonn haben zusammen mit dem Ägyptischen Antikenministerium das älteste Ortsnamenschild der Welt entschlüsselt.
02.12.2020
Der Popa-Langur: ein neu entdeckter Affe aus Asien
Erbgutanalysen, unter anderem an hundert Jahre altem Museumsexemplar, erlauben Einblick in die Evolutionsgeschichte der Haubenlanguren.
02.12.2020
Treue Paare im Regenwald
Rote Springaffen verzichten auf Seitensprünge.
02.12.2020
Manche mögen‘s heiß: Globale Erwärmung als Motor für Evolution der Langhalssaurier
Ein internationales Paläontologen-Team findet Belege für einen raschen Klimawandel vor 180 Millionen Jahren als Ursache für die Ausbreitung der weithin bekannten Langhalssaurier (Sauropoden).
02.11.2020
Neanderthaler-Mütter stillten nach fünf bis sechs Monaten ab
Als Grund für das Aussterben der Neanderthaler vermuten einige Forscher, dass die damaligen Mütter ihre Säuglinge lange stillten und die Säuglinge so nicht früh genug vielfältige Nährstoffe für eine Höherentwicklung des Gehirns erhielten.
30.10.2020
Populationsgeschichte der Hunde deckt sich nur teilweise mit der des Menschen
Wissenschaftler haben die Genome von bis zu 10.900 Jahre alten Hunden untersucht. Sie zeigen, dass die Populationsgeschichte der prähistorischen Hunde sich nur teilweise mit der des Menschen deckt.
29.10.2020
Denisovaner-DNA im Erbgut früher Ostasiaten
Forschende haben das Genom des ältesten menschlichen Fossils, das bis jetzt in der Mongolei gefunden wurde, analysiert: Die 34.000 Jahre alte Frau hatte rund 25 Prozent ihrer DNA von Westeurasiern geerbt.
22.10.2020
Bissspuren und ausgefallene Zähne bringen Licht ins Fressverhalten von Dinosauriern
Forscherteam der Universität Tübingen untersucht 160 Millionen Jahre alten Fressplatz im Nordwesten Chinas.
21.10.2020
Kognitive Bausteine der Sprache existierten schon vor 40 Millionen Jahren
Nicht nur Menschen, sondern auch Affen und Menschenaffen erkennen Regeln in komplexen sprachlichen Konstruktionen.
20.10.2020
Mehr noch als Fleisch und Milch
Stabile Isotopendaten von Menschen- und Tierknochen zeigen eine sehr effektive Nutzung des vielfältigen Nahrungsangebots im nördlichen Kaukasus und den vorgelagerten Steppen durch bronzezeitliche Viehhalter im heutigen Süden Russlands.
16.10.2020
Madagaskar: Mensch und Klima verursachten Massenaussterben
Die gesamte endemische Megafauna Madagaskars und der östlich davon gelegenen Inselkette der Maskarenen, zu der Mauritius und Rodrigues zählen, wurde im vergangenen Jahrtausend ausgerottet.
16.10.2020
Chemische Evolution - Am Anfang war der Zucker
Der Ursprung allen Lebens liegt in organischen Molekülen.
14.10.2020
Der moderne Mensch kam auf Umwegen nach Europa
Klimatische Bedingungen leiteten die geographische Ausbreitung von Homo sapiens in der Levante vor 43.000 Jahren.
12.10.2020
Reiter wetteiferten vor 3000 Jahren um die ältesten Lederbälle Eurasiens
Wissenschaftler haben in Gräbern von Reitern in Nordwest-China die ältesten Bälle Eurasiens untersucht.
08.10.2020
Forscher rekonstruieren Käfer aus der Kreidezeit
Ein internationales Forscherteam hat vier neu gefundene Exemplare der fossilen Käfer Mysteriomorphidae mithilfe der Computertomographie untersucht und weitestgehend rekonstruieren können.

18.09.2020
Vor 120.000 Jahren: Älteste sicher datierte Nachweise von Menschen auf der arabischen Halbinsel
Unter Verwendung hochauflösender paläoökologischer Informationen, die aus versteinerten Fußabdrücken gewonnen wurden, präsentiert eine neue, in der Zeitschrift Science Advances, veröffentlichte Studie ca.
24.09.2020
Neandertaler haben männliches Geschlechtschromosom vom modernen Menschen übernommen
E
21.09.2020
Versteinerte Bäume im Thüringer Wald: Forscherteam entschlüsselt fossile Mikrowelten
Paläontologen des Museums für Naturkunde Chemnitz und der TU Bergakademie Freiberg führen aktuell in Manebach bei Ilmenau wissenschaftliche Grabungen durch.
18.09.2020
Auch Schimpansen leiden ein Leben lang, wenn sie im Kindesalter die Mutter verlieren
Der Tod eines Elternteils ist für ein Kind traumatisch und Waisenkinder leiden häufig für den Rest ihres Lebens unter diesem Verlust – ein verzögertes Wachstum und gesundheitliche Probleme können die Folgen sein.
16.09.2020
Älteste Spermien der Welt
In einem Bernstein entdeckte ein internationales Team von Paläontologen im Inneren eines weiblichen Muschelkrebses 100 Millionen Jahre alte Riesenspermien.
15.09.2020
Schimpansenverhalten und -kultur sind in variabler Umwelt am vielfältigsten
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hat den Einfluss der Umweltvariabilität auf das Verhaltensrepertoire von 144 sozialen Gruppen untersucht.
15.09.2020
Weinpresse aus der Eisenzeit gibt Aufschluss über Bautechnik der Phönizier
Forschungsteam der Universität Tübingen entdeckt seltenen Nachweis der frühen Weinherstellung an der Ausgrabungsstätte Tell el-Burak im Libanon.
08.09.2020
Die älteste Neandertaler-DNA Mittelosteuropas
Ein internationales Team berichtet in einer neuen Studie über das älteste mitochondriale Genom eines Neandertalers aus Mittelosteuropa.
07.09.2020
Das letzte Zucken der Eiszeit
Ein internationales Team von Forschenden blickt präzise wie nie in das Ende der letzten Eiszeit.
03.09.2020
Milchverträglichkeit hat sich in wenigen Tausend Jahren in Mitteleuropa verbreitet
Paläogenetiker der Johannes Gutenberg-Universität Mainz finden nur in wenigen Knochen vom bronzezeitlichen Schlachfeld an der Tollense Hinweise auf Laktasepersistenz
03.09.2020
Himmelsscheibe von Nebra wird neu datiert
Bisher galt die Himmelsscheibe von Nebra als frühbronzezeitlich und damit als älteste Himmelsdarstellung der Welt.
01.09.2020
Künstliche Intelligenz hilft in der Archäologie
Künstliche Intelligenz ist besser als bisherige Softwareanwendungen in der Lage, den Ursprung archäologischer Funde aus naturwissenschaftlichen Untersuchungsdaten abzuleiten.
14.08.2020
Bronzezeit: Fremde Ernährungstraditionen in Europa
Nicht nur Metalle, hierarchische Gesellschaften und befestigte Siedlungen: In der Bronzezeit beeinflusste auch ein neues Lebensmittel die ökonomischen Transformationen vor ca.
26.08.2020
Wie sich Neandertaler an das Klima anpassten
Klimaveränderungen kurz vor ihrem Verschwinden lösten bei den späten Neandertalern in Europa eine komplexe Verhaltensänderung aus: Sie entwickelten ihre Werkzeuge weiter.
17.08.2020
Radiokarbonuhr zur C-14 Datierung neu geeicht
Die Radiokarbondatierung wird genauer als je zuvor: Als Teil eines internationales Forschungsteam trug die Universität Hohenheim dazu bei die Technik zur Altersbestimmung archäologischer Fundstücke weiter zu verfeinern.
06.08.2020
Langer Hals half Saurier bei Unterwasserjagd
Sein Hals bestand aus dreizehn extrem verlängerten Wirbeln und war dreimal so lang wie sein Rumpf: Der Giraffenhalssaurier Tanystropheus lebte vor 242 Millionen Jahren und hat mit seinem bizarren Körperbau schon viele Paläontologen ins Grübeln gebracht.
06.08.2020
Ein Riesenkranich aus dem Allgäu
Forschungsteam beschreibt rund elf Millionen Jahre alten Vogelschädel von der Fundstelle Hammerschmiede als frühesten Nachweis eines großen Kranichs in Europa
27.07.2020
Jonah’s Mausmaki: Internationales Forscherteam entdeckt in Madagaskar neue Primatenart
Ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus sechs Ländern hat in Madagaskar eine neue Mausmaki-Art entdeckt.
30.07.2020
Wie die Landwirtschaft ins Ammertal einzog
Forschungsprojekt erstellt geoarchäologisches Archiv der ersten Mensch-Umwelt Interaktionen in Tübinger Region: Landschaft wandelte sich vom Feuchtgebiet zur Flussaue und zog Siedler an.
28.07.2020
55 Millionen Jahre altes Skelett einer Eule
Senckenberg-Wissenschaftler Gerald Mayr hat mit Kollegen aus Belgien und den USA eine neue fossile Eulenart beschrieben.
24.07.2020
Kluge Köpfe entwickeln geschickte Hände
Affenarten mit grossen Gehirnen beherrschen schwierigere Handgriffe als solche mit kleinen Hirnen.
23.07.2020
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Schmerz wird durch spezielle Nervenzellen übertragen, die aktiviert werden, wenn potenziell schädliche Einflüsse auf verschiedene Teile unseres Körpers treffen.
20.07.2020
Werkzeug-Satz aus Elfenbein
Meißel aus Mammutstoßzähnen wurden vor 38.000 Jahren multifunktional eingesetzt – Archäologen der Universität Tübingen präsentieren im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren neue Funde.
16.07.2020
Schwanz wog zweieinhalb Tonnen
Ein Forscherteam unter der Leitung von Vernica Dez Daz, Postdoktorandin an der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Museum für Naturkunde Berlin, hat zum ersten Mal den dreidimensionalen Bewegungsapparat des Schwanzes von Giraffatitan brancai rekonstruiert.
14.07.2020
Katzen: Unabhängig seit 6000 Jahren
Forschende des Senckenberg Centers for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen haben mit einem internationalen Team die Nahrungsgewohnheiten der Vorfahren heutiger Hauskatzen untersucht.
14.07.2020
Dem Vergessen entrissen – 57 Jura-Muschelarten in fränkischer Tongrube entdeckt
Paläontologen der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) in München und der Universität Erlangen untersuchten 7.000 Muschelfossilien aus einer Tongrube in Buttenheim, Franken.
09.07.2020
Seidenstraße: Auch Hirten hielten Katzen als Haustiere
Hauskatzen, wie wir sie heute kennen, haben kasachische Hirten schon vor über 1.000 Jahren als Haustiere begleitet.
06.07.2020
Süditalien: Neandertaler starben nicht wegen Kälte aus
Klimaschwankungen werden dafür häufig als Auslöser vermutet – für Süditalien konnte diese Ursache nun ausgeschlossen werden.

Datum Bild Autoren Titel der Abeit
18.06.2020 Dannemann et al. Neandertalergene in der Petrischale
DOI: 10.1016/j.stemcr.2020.05.018
17.06.2020 Fabrizio Mafessoni et al. Ein Neandertaler aus der Tschagyrskaja-Höhle
DOI: 10.1073/pnas.2004944117
17.06.2020 Dr. Anke Sauter Beeindruckende Zeugnisse des Krieges
DOI:
17.06.2020 Berihuete-Azorín, M, Stika, H-P, Hallama M, Valamoti SM Historisches Superfood: Grünkern wussten schon die Kelten zu schätzen
DOI: 10.1016/j.jas.2020.105143
29.05.2020 Agranat-Tamir et al. Wer waren die Kanaaniter
DOI: 10.1016/j.cell.2020.04.024
29.05.2020 Hugo Zeberg, Janet Kelso, Svante Pääbo Frauen mit Neandertal-Gen bringen mehr Kinder zur Welt
DOI: 10.1093/molbev/msaa119
20.05.2020 Jordi Serangeli, Ivo Verheijen, Bárbara Rodríguez Álvarez, Flavio Altamura, Jens Lehmann und Nicholas J. Conard 300.000 Jahre alter Elefant aus Schöningen fast vollständig erhalten
DOI:
12.05.2020 Jean-Jacques Hublin et al. Ältester Homo sapiens Europas lebte im Jungpaläolithikum
DOI: 10.1038/s41586-020-2259-z
23.04.2020 Fabien Balezeau, Benjamin Wilson, Guillermo Gallardo, Fred Dick, William Hopkins, Alfred Anwander, Angela D. Friederici, Timothy D. Griffiths & Christopher I. Petkov Evolutionäre Wurzeln des Sprachnetzwerks im Gehirn entdeckt
DOI: 10.1038/s41593-020-0623-9
21.04.2020 Hannes Rathmann and Hugo Reyes-Centeno Das menschliche Gebiss als Spiegel unserer Evolution
DOI: 10.1073/pnas.1914330117
21.04.2020 Nicholas J. Conard, Jordi Serangeli, Gerlinde Bigga and Veerle Rots 300.000 Jahre alter Wurfstock dokumentiert die Evolution der Jagd
DOI: 10.1038/s41559-020-1139-0
09.04.2020 U. Lombardo, J. Iriarte, L. Hilbert, J. Ruiz-Pérez, JM Capriles and H. Veit Landwirtschaft begann im Amazonas vor 10.000 Jahren
DOI: 10.1038/s41586-020-2162-7
27.03.2020 J. Zilhão et al. Auch Neandertaler aßen Muscheln, Fisch und Robben
DOI: 10.1126/science.aaz7943
03.03.2020 Verena Müller Affen kommunizieren, Menschen haben Sprache
DOI:
25.02.2020 Kseniya A. et al. Ausgewandert
DOI: https://doi.org/10.1073/pnas.1918047117
25.02.2020 Fernandes, Daniel M. et al. Jede Mittelmeerinsel hat eigenes genetisches Muster
DOI:
18.02.2020 Nicolas Bourgon et al. Die Ernährungsweise fossiler Wirbeltiere rekonstruieren
DOI: 10.1073/pnas.1911744117
18.02.2020 Nicole Kehrer 2.700 Jahre alter Tempel im äthiopischen Hochland entdeckt
DOI:
05.02.2020 W. Stinnesbeck, S.R. Rennie, J. Avilés Olguín, S.R. Stinnesbeck, S. González, N. Frank, S. Warken, N. Schorndorf, T. Krengel, A. Velázquez Morlet und A.H. González González Prähistorisches Skelett in Südmexiko entdeckt
DOI: 10.1371/journal.pone.0227984
28.01.2020 Paola Villa, Sylvain Soriano, Luca Pollarolo, Carlo Smriglio, Mario Gaeta, Massimo D’Orazio, Jacopo Conforti, Carlo Tozzi Neandertaler gingen für ihre Werkzeuge ins Wasser
DOI: 10.1371/journal.pone.0226690
06.01.2020 Yan Rizal, Kira E. Westaway, Yahdi Zaim, Gerrit D. van den Bergh, E. Arthur Bettis, Michael J. Morwood, O. Frank Huffman, Rainer Grün, Renaud Joannes-Boyau, Richard M. Bailey, Michael C. Westaway, Iwan Kurniawan, Mark W. Moore, Michael Storey, Fachroel Aziz, Jian-xin Zhao, Aswan, Maija E. Sipola, Roy Larick, John-Paul Zonneveld, Robert Scott, Shelby Putt, Russell L. Ciochon Forscher bestimmen das Alter des letzten bekannten Lagerplatzes von Homo erectus
DOI: 10.1038/s41586-019-1863-2
29.11.2019 Alexander Mielke, Catherine Crockford, Roman Wittig Affen informieren Gruppenmitglieder über Gefahren
DOI: 10.1016/j.anbehav.2019.10.001
25.11.2019 W. Tecumseh Fitch, Tudor Popescu Menschliche Musikalität verbindet alle Kulturen: Kognitionsbiologen erforschen universelle Eigenschaften der Weltmusik
DOI: 10.1126/science.aay2214
07.11.2019 Madelaine Böhme, Nikolai Spassov, Jochen Fuss, Adrian Tröscher, Andrew S. Deane, Jérôme Prieto, Uwe Kirscher, Thomas Lechner & David R. Begun Neuer Vorfahr des Menschen in Europa entdeckt
DOI: 10.1038/s41586-019-1731-0
02.11.2019 Dickson JH, Oeggl KD, Kofler W, Hofbauer WK, Porley R, Rothero GP, et al. Gletschermumie Ötzi: Neue Erkenntnisse über seine letzte Reise
DOI: 10.1371/journal.pone.0223752
23.10.2019 Regen, A., Naak, W., Wettengl, S., Fröhle, S., Floss, H. Neue Kunst aus der Eiszeit
DOI:
16.10.2019 José Luis Alatorre Warren, Marcia S. Ponce de León, William D. Hopkins, and Christoph P. E. Zollikofer Hirn und Schädel entwickelten sich unabhängig voneinander
DOI: 10.1073/pnas.1905071116
15.10.2019 Tobias Uhlig et al. Im Kampf verloren
DOI: 10.15184/aqy.2019.137
15.10.2019 Dr. Karl Guido Rijkhoek Neue Erkenntnisse zur frühen Jungsteinzeit in Württemberg
DOI:
11.10.2019 Alissa Mittnik, Ken Massy, Corina Knipper, Fabian Wittenborn, Ronny Friedrich, Saskia Pfrengle, Marta Burri, Nadine Carlichi-Witjes, Heidi Deeg, Anja Furtwängler, Michaela Harbeck, Kristin von Heyking, Catharina Kociumaka, Isil Kucukkalipci, Susanne Lindauer, Stephanie Metz, Anja Staskiewicz, Andreas Thiel, Joachim Wahl, Wolfgang Haak, Ernst Pernicka, Stephan Schiffels, Philipp W. Stockhammer, Johannes Krause Archäogenetik - Soziale Ungleichheit in bronzezeitlichen Haushalten
DOI: 10.1126/science.aax6219
30.09.2019 Hofmann R, Müller J, Shatilo L, Videiko M, Ohlrau R, Rud V, Burdo N, Dal Corso M, Dreibrodt S, Kirleis W Zentralismus in den ältesten vorstädtischen Siedlungen Europas: Kollaps erklärbar
DOI: 10.1371/journal.pone.0222243
14.09.2019 Liza R. Moscovice, Martin Surbeck, Barbara Fruth, Gottfried Hohmann, Adrian Jaeggi, Tobias Deschner Dank Sex mehr Kooperation
DOI: 10.1016/j.yhbeh.2019.104581
13.09.2019 D. Berger, J. S. Soles, A. R. Giumlia-Mair, G. Brügmann, E. Galili, N. Lockhoff, E. Pernicka Das Rätsel des bronzezeitlichen Zinns
DOI: 10.1371/journal.pone.0218326
12.09.2019 Marie L. Manguette, Andrew M. Robbins, Thomas Breuer, Emma J. Stokes, Richard J. Parnell, Martha M. Robbins Weggehen oder dableiben
DOI: 10.1007/s00265-019-2727-3
09.09.2019 Hofman-Kamińska E., Bocherens H., Drucker G.D., Fyfe R.M. Gumiński W., Makowiecki D., Pacher M., Piličiauskienė G., Samojlik T., Woodbridge J., Kowalczyk R. Pflanzenfresser im Holozän – ene, mene, muh und tot bist Du!
DOI: 10.1111/gcb.14733
06.09.2019 Narasimhan et al. Indoeuropäische Sprachen stammen aus der Steppe
DOI: 10.1126/science.aat7487
29.08.2019 Yohannes Haile-Selassie, Stephanie M. Melillo, Antonino Vazzana, Stefano Benazzi, Timothy M. Ryan Ein Gesicht für Lucys Ahnen
DOI: 10.1038/s41586-019-1513-8
22.08.2019 Kantapon Suraprasit, Sutee Jongautchariyakul, Chotima Yamee, Cherdchan Pothichaiya, and Hervé Bocherens Savannenkorridor in der Eiszeit förderte die Ausbreitung großer Säugetiere in Südostasien
DOI: 10.1016/j.quascirev.2019.105861
21.08.2019 Patrick Schmidt, Matthias Blessing, Maxime Rageot, Radu Iovita, Johannes Pfleging, Klaus G. Nickel, Ludovic Righetti, Claudio Tennie Pech für den Neandertaler
DOI: 10.1073/pnas.1911137116
15.08.2019 Joscha Gretzinger et al. Menschen mitverantwortlich für das Aussterben der Höhlenbären
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08.08.2019 Ossendorf G. et al. Entdeckung der bisher ältesten bekannten Hochgebirgssiedlung
DOI: 10.1126/science.aaw8942
08.08.2019 Adam van Casteren, Edward Wright, Kornelius Kupczik, Martha Robbins Gorillas als Nussknacker
DOI: 10.1002/ajpa.23911
02.08.2019 Haneul Jang, Christophe Boesch, Roger Mundry, Simone D. Ban, Karline R. L. Janmaat Wie Menschen und Schimpansen im Regenwald ihr Ziel erreichen
DOI: 10.1038/s41598-019-47247-9
25.07.2019 Nicholas J. Conard, Maria Malina Neue Einblicke in die Nutzung von Ocker in der Altsteinzeit
DOI:
24.07.2019 Haneul Jang, Christophe Boesch, Roger Mundry, Vidrige Kandza, Karline R. L. Janmaat Im Regenwald den Weg finden
DOI: 10.1098/rspb.2019.0934
24.07.2019 Völter C. J., Mundry R., Call J., Seed A. M. Arbeitsgedächtnis von Schimpansen ähnelt unserem
DOI: 10.1098/rspb.2019.0715
15.07.2019 Renaud Joannes-Boyau, Justin W. Adams, Christine Austin, Manish Arora, Ian Moffat, Andy I. R. Herries,Matthew P. Tonge, Stefano Benazzi, Alistair R. Evans, Ottmar Kullmer, Stephen Wroe, Anthony Dosseto & Luca Fiorenza Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren
DOI: 10.1038/s41586-019-1370-5
11.07.2019 Katerina Harvati, Carolin Röding, Abel M. Bosman, Fotios A. Karakostis, Rainer Grün, Chris Stringer, Panagiotis Karkanas, Nicholas C. Thompson, Vassilis Koutoulidis, Lia A. Moulop-oulos, Vassilis G. Gorgoulis & Mirsini Kouloukoussa Frühester Homo sapiens außerhalb Afrikas in Griechenland gefunden
DOI: 10.1038/s41586-019-1376-z
04.07.2019 Kranioti EF, Grigorescu D, Harvati K 30.000 Jahre alter Mord geklärt / Frühester moderner Europäer war Opfer einer Gewalttat
DOI: 10.1371/journal.pone.0216718
02.07.2019 Gottfried Hohmann, Sylvia Ortmann, Thomas Remer, Barbara Fruth Bonobos decken Jodbedarf durch Wasserpflanzen
DOI: 10.1186/s40850-019-0043-z
27.06.2019 Holowka, N.B., Wynands, B., Drechsel, T., Yegian, A., Tobolsky, V.P., Okutoyi, R., Ojiambo Mang’Eni, Haile, D.K., Sigei, T., Zippenfennig, C., Milani, T.L. & Lieberman, D.E. Sensibel trotz dicker Hornhaut
DOI: 10.1038/s41586-019-1345-6
26.06.2019 Peyrégne Stéphane et al. Die frühe Geschichte der Neandertaler in Europa
DOI: 10.1126/sciadv.aaw5873
20.06.2019 M. Rageot, A. Mötsch, B. Schorer, D. Bardel, A. Winkler, F. Sacchetti, B. Chaume, P. Della Casa, S. Buckley, S. Cafisso, J. Fries-Knoblach, D. Krausse, T. Hoppe, P. W. Stockhammer, C. Spiteri Was die Kelten tranken
DOI: 10.1371/journal.pone.0218001
08.06.2019 Dorothea S. Macholdt, Klaus Peter Jochum, Abdullah Al-Amri, Meinrat O. Andreae Das Geheimnis der Felsbilder
DOI: 10.1177/0959683619846979
06.06.2019 Martin Sikora et. al. Uralte Zähne führen zur Entdeckung einer Bevölkerungsgruppe
DOI: 10.1038/s41586-019-1279-z
03.06.2019 Braun, David R., et al. Menschliche Vorfahren haben Steinwerkzeuge mehrmals erfunden
DOI: 10.1073/pnas.1820177116
07.05.2019 Laura Dietrich, Julia Meister, Oliver Dietrich, Jens Notroff, Janika Kiep, Julia Heeb, André Beuger, Brigitta Schütt Ein Festgelage vor 10.000 Jahren
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01.05.2019 Fahu Chen, Frido Welker, Chuan-Chou Shen, Shara E. Bailey, Inga Bergmann, Simon Davis, Huan Xia, Hui Wang, Roman Fischer, Sarah e. Freidline, Tsai-Luen Yu, Matthew M. Skinner, Stefanie Stelzer, Guangrong Dong, Qiaomei Fu, Guanghui Dong, Jian Wang, Dongju Zhang & Jean-Jacques Hublin Denisovaner waren erste Menschenform im Hochland von Tibet
DOI: 10.1038/s41586-019-1139-x
22.04.2019 Kramell A. E. et al. Früher trug man bunt: Chemiker erforschen Jahrtausende alte Stoffe
DOI: 10.1038/s41598-019-38706-4
11.04.2019 Jacobs et al. Papua haben mehrere Denisovaner-Vorfahren
DOI: 10.1016/j.cell.2019.02.035
11.04.2019 Florent Détroit, Armand Salvador Mijares, Julien Corny, Guillaume Daver, Clément Zanolli, Eusebio Dizon, Emil Robles, Rainer Grün, Philip J. Piper Neue Menschenart auf den Philippinen entdeckt
DOI: 10.1038/s41586-019-1067-9
10.04.2019 Clément Zanolli, Ottmar Kullmer, Jay Kelley, Anne-Marie Bacon, Fabrice Demeter, Jean Dumoncel, Luca Fiorenza, Frederick E. Grine, Jean-Jacques Hublin, Nguyen Anh Tuan, Nguyen Thi Mai Huong, Lei Pan, Burkhard Schillinger, Friedemann Schrenk, Matthew M. Skinner, Xueping Ji & Roberto Macchiarelli Mysteriöser Menschenaffe aus Java entlarvt
DOI: 10.1038/s41559-019-0860-z
10.04.2019 D. E. Blasi, S. Moran, S. R. Moisik, P. Widmer, D. Dediu, B. Bickel Veränderte Essgewohnheiten begünstigten die Entstehung neuer Sprachlaute
DOI: 10.1126/science.aav3218
14.03.2019 Christoph Wißing, Hélène Rougier, Chris Baumann, Alexander Comeyne, Isabelle Crevecoeur, Dorothée G. Drucker, Sabine Gaudzinski-Windheuser, Mietje Germonpré, Asier Gómez-Olivencia, Johannes Krause, Tim Matthies, Yuichi I. Naito, Cosimo Posth, Patrick Semal, Martin Street, Hervé Bocherens Neandertaler und moderne Menschen hatten ähnliche Speisezettel
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05.03.2019 Schmidt I, Zimmermann A In Europa lebten im frühen Jungpaläolithikum im Schnitt nur 1.500 Menschen
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27.02.2019 Haeusler M, Trinkaus E, Fornai C, Müller J, Bonneau N, Boeni T, Frater NT Neandertaler gingen gleich aufrecht wie moderne Menschen
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18.02.2019 Klervia Jaouen, Adeline Le Cabec, Frido Welker, Jean-Jacques Hublin, Marie Soressi, Sahra Talamo Neandertaler ernährten sich wirklich hauptsächlich von Fleisch
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04.09.2018 Kornelius Kupczik, Viviana Toro-Ibacache, Gabriele A. Macho Die Zahnwurzeln unserer Vorfahren
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23.08.2018 Viviane Slon, Fabrizio Mafessoni, Benjamin Vernot, Cesare de Filippo, Steffi Grote, Bence Viola, Mateja Hajdinjak, Stéphane Peyrégne, Sarah Nagel, Samantha Brown, Katerina Douka, Tom Higham, Maxim B. Kozlikin, Michael V. Shunkov, Anatoly P. Derevianko, Janet Kelso, Matthias Meyer, Kay Prüfer, Svante Pääbo Mutter Neandertalerin, Vater Denisovaner!
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19.06.2018 Sabine E. Hammer, Barbara Tautscher, Erich Pucher, Kerstin Kowarik, Hans Reschreiter, Anton Kern und Elisabeth Haring Auf den archäologischen Zahn gefühlt: genetische Spurensuche was für ein Schwein Hallstatt hatte
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19.06.2018 David Stott, Søren Munch Kristiansen, Achim Lichtenberger, and Rubina Raja Archäologen erforschen Antike mit Laserscanning - Projekt zur antiken Stadt Gerasa
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06.10.2016 Christopher Krupenye, Fumihiro Kano, Satoshi Hirata, Josep Call, Michael Tomasello Menschenaffen erkennen bei anderen falsche Erwartungen
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26.07.2016 Nicholas J. Conard, Maria Malina Menschen nutzten schon vor 40.000 Jahren spezielles Werkzeug zur Seilherstellung
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17.06.2016 Julia Gresky, Elena Batieva, Alexandra Kitova, Alexey Kalmykov, Andrey Belinskiy, Sabine Reinhold and Nataliya Berezina Deutsch-russisches Team entdeckt 6.000 Jahre alte Schädel mit chirurgischen Schädeleröffnungen
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08.06.2016 Nicole Boivin, Melinda Zeder, Dorian Fuller, Alison Crowther, Greger Larson, Jon Erlandson, Tim Denham, and Michael Petraglia Seit Jahrtausenden beeinflusst der Mensch das Ökosystem
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02.06.2016 Jacques Jaubert, Sophie Verheyden, Dominique Genty, Michel Soulier, Hai Cheng, Dominique Blamart, Christian Burlet, Hubert Camus, Serge Delaby, Damien Deldicque, R. Lawrence Edwards, Catherine Ferrier, François Lacrampe-Cuyaubère, François Lévêque, Frédéric Maksud, Pascal Mora, Xavier Muth, Édouard Régnier, Jean-Noël Rouzaud, Frédéric Santos Feuer in Höhlen: Neues Licht auf die Lebensweise der Neandertaler
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31.05.2016 Alison Crowther, Leilani Lucas, Richard Helm, Mark Horton, Ceri Shipton, Henry T. Wright, Sarah Walshaw, Matthew Pawlowicz, Chantal Radimilahy, Katerina Douka, Llorenç Picornell-Gelaber, Dorian Q Fuller, and Nicole Boivin Die Besiedlung Madagaskars: Reis und Mungobohnen als archäologische Quellen
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25.05.2016 Marlen Fröhlich, Paul Kuchenbuch, Gudrun Müller, Barbara Fruth, Takeshi Furuichi, Roman M. Wittig, Simone Pika Menschenaffen kommunizieren kooperativ
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20.03.2016 Felix M. Key, Qiaomei Fu, Frédéric Romagné, Michael Lachmann and Aida M. Andrés Jäger und Sammler der Steinzeit trugen zur besseren Anpassung der Europäer bei
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14.03.2016 Matthias Meyer, Juan-Luis Arsuaga, Cesare de Filippo, Sarah Nagel, Ayinuer Aximu-Petri, Birgit Nickel, Ignacio Martínez, Ana Gracia, José María Bermúdez de Castro, Eudald Carbonell, Bence Viola, Janet Kelso, Kay Prüfer and Svante Pääbo Frühester Nachweis von Neandertaler-DNA in 400.000 Jahre alten Hominiden aus Spanien
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17.02.2016 Shigehiro Katoh, Yonas Beyene, Tetsumaru Itaya, Hironobu Hyodo, Masayuki Hyodo, Koshi Yagi, Chitaro Gouzu, Giday WoldeGabriel, William K. Hart, Stanley H. Ambrose, Hideo Nakaya, Raymond L. Bernor, Jean-Renaud Boisserie, Faysal Bibi, Haruo Saegusa, Tomohiko Sasaki, Katsuhiro Sano, Berhane Asfaw, Gen Suwa Neue Fossilanalyse verlegt die Trennung der Menschenlinie von anderen Primaten um 2 Millionen Jahre zurück
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23.10.2014 Qiaomei Fu, Heng Li, Priya Moorjani et al. Erbgut des bisher ältesten modernen Menschen entschlüsselt
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23.09.2014 Philip R. Nigst, Paul Haesaerts, Freddy Damblon, Christa Frank-Fellner, Carolina Mallol, Bence Viola, Michael Götzinger, Laura Niven, Gerhard Trnka, and Jean-Jacques Hublin Frühe Besiedlung Zentraleuropas durch moderne Menschen
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17.09.2014 Iosif Lazaridis et al. Die genetische Herkunft der Europäer
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06.09.2014 J. Rodriguez-Vidal, F. d'Errico, F. Giles Pacheco, R. Blasco, J. Rosell, R. P. Jennings, A. Queffelec, G. Finlayson, D. A. Fa, J. M. Gutierrez Lopez, J. S. Carrion, J. J. Negro, S. Finlayson, L. M. Caceres, M. A. Bernal, S. Fernandez Jimenez, C. Finlayson Erste Felsgravur von Neandertalern auf Gibraltar gefunden
DOI: 10.1073/pnas.1411529111
21.08.2014 Tom Higham et al. Neandertaler starben vor spätestens 39.000 Jahren aus
DOI: 10.1038/nature13621
05.08.2014 Eiszeitfigur vervollständigt
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25.07.2014 Xiu-Jie Wu, Isabelle Crevecoeur, Wu Liu, Song Xing, and Erik Trinkaus Neandertaler Merkmal bei frühem menschlichen Schädel entdeckt
DOI: 10.1073/pnas.1410735111
24.07.2014 Frank Maixner, Anton Thomma, Giovanna Cipollini, Stefanie Widder, Thomas Rattei, Albert Zink Ötzis „nichtmenschliche“ DNA analysiert
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17.07.2014 Guadalupe Sanchez, Vance T. Holliday, Edmund P. Gaines, Joaquín Arroyo-Cabrales, Natalia Martínez-Tagüeña, Andrew Kowler, Todd Lange, Gregory W. L. Hodgins, Susan M. Mentzer, and Ismael Sanchez-Morales Frühe Nordamerikaner machten Jagd auf elefantenartige Rüsseltiere
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03.06.2014 Ulrike Beck, Mayke Wagner, Xiao Li, Desmond Durkin-Meisterernst, Pavel E. Tarasov Reiter in den Steppen Eurasiens erfinden vor 3.200 Jahren die Hose
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23.05.2014 J. C. Chatters, D. J. Kennett, Y. Asmerom, B. M. Kemp, V. Polyak, A. N. Blank, P. A. Beddows, E. Reinhardt, J. Arroyo-Cabrales, D. A. Bolnick, R. S. Malhi, B. J. Culleton, P. L. Erreguerena, D. Rissolo, S. Morell-Hart, T. W. Stafford Ältestes vollständige und genetisch intakte menschliche Skelett der Neuen Welt
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22.04.2014 Hugo Reyes-Centeno, Silvia Ghirotto, Florent Détroit, Dominique Grimaud-Hervé, Guido Barbujani, Katerina Harvati Homo sapiens zog früher aus Afrika aus als gedacht
DOI:
03.04.2014 Serangeli, J., T. van Kolfschoten, Nicholas J. Conard Säbelzahnkatze am Fundort der Schöninger Speere entdeckt
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01.04.2014 Ekaterina E. Khrameeva, Katarzyna Bozek, Liu He, Zheng Yan, Xi Jiang, Yuning Wei, Kun Tang, Mikhail S. Gelfand, Kay Prufer, Janet Kelso, Svante Paabo, Patrick Giavalisco, Michael Lachmann and Philipp Khaitovich Der Neandertaler steckt in unseren Genen
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17.03.2014 Travis Rayne Pickering, Ron J. Clarke, Jason L. Heaton »Little Foot« ist ältester südafrikanischer Australopithecus
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11.03.2014 Sandra Wilde, Adrian Timpson, Karola Kirsanow, Elke Kaiser, Manfred Kayser, Martina Unterländer, Nina Hollfelder, Inna D. Potekhina, Wolfram Schier, Mark G. Thomas and Joachim Burger Starke positive Selektion hat Aussehen der Europäer in den letzten 5.000 Jahren verändert
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03.03.2014 Ruggero D’Anastasio, Stephen Wroe, Claudio Tuniz, Lucia Mancini, Deneb T. Cesana, Diego Dreossi, Mayoorendra Ravichandiran, Marie Attard, William C. H. Parr, Anne Agur, Luigi Capasso Neandertaler konnten definitiv sprechen
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03.03.2014 J. F. Hoffecker, S. A. Elias, D. H. O´Rourke 10.000 Jahre auf der Bering-Landbrücke
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12.12.2013 Laurent Marivaux, Anusha Ramdarshan, El Mabrouk Essid, Wissem Marzougui, Hayet Khayati Ammar, Renaud Lebrun, Bernard Marandat, Gilles Merzeraud, Rodolphe Tabuce, Monique Vianey-Liaud Ein neues Fossil bringt die Evolution der Feuchtnasenaffen durcheinander
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05.12.2013 Matthias Meyer, Qiaomei Fu, Ayinuer Aximu-Petri, Isabelle Glocke, Birgit Nickel, Juan-Luis Arsuaga, Ignacio Martínez, Ana Gracia, José María Bermúdez de Castro, Eudald Carbonell and Svante Pääbo Älteste menschliche DNA entziffert
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18.10.2013 David Lordkipanidze, Marcia S. Ponce de León, Ann Margvelashvili, Yoel Rak, G. Philip Rightmire, Abesalom Vekua, and Christoph P.E. Zollikofer Einzigartiger Schädelfund widerlegt frühmenschliche Artenvielfalt
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20.07.2013 Kopf für Eiszeitfigur gefunden
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12.07.2013 Baab, Karen L.; Mc Nulty, Kieran P.; Harvati, Katerina Homo floresiensis doch eine eigene Spezies
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04.07.2013 Neil T. Roach, Madhusudhan Venkadesan, Michael J. Rainbow, Daniel E. Lieberman Wie das Werfen uns zum Menschen machte
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10.06.2013 Xijun Ni, Daniel L. Gebo, Marian Dagosto, Jin Meng, Paul Tafforeau, John J. Flynn, K. Christopher Beard Archicebus achilles - ein 55 Millionen Jahre alter Primat
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14.04.2013 Roger Seiler, Andrew I. Spielman, Albert Zink, Frank Rühli Ötzi hatte schlechte Zähne
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03.03.2011 Älteste Ureinwohner Nordamerikas entdeckt
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20.08.2010 Judy R.M. Allen, Thomas Hickler, Joy S. Singarayer, Martin T. Sykes, Paul J. Valdes, Brian Huntley Klimawandel wurde Mammuts zum Verhängnis
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29.06.2010 Vormenschenfund: „Lucys Großvater“ ging schon aufrecht
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25.03.2010 Krause, J. et al. Neue Menschenform entdeckt
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02.10.2009 Wissenschaftsjournal Science Lang ersehnte Veröffentlichung: Neues vom Ardipithecus ramidus
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