Heidemarie Koch


Heidemarie Koch (* 17. Dezember 1943 in Merseburg) ist eine deutsche Iranistin.

Heidemarie Koch studierte von 1963 bis 1966 auf Lehramt und hatte Mathematik im Hauptfach. Anschließend war sie bis 1972 Lehrerin in Hannover. 1972 begann sie an der Georg-August-Universität Göttingen ein Studium der Iranistik und wurde 1976 promoviert. Das Thema ihrer Dissertation bei Walther Hinz war Die religiösen Verhältnisse der Dareioszeit. Untersuchungen an Hand der elamischen Persepolistäfelchen. In den Nebenfächern belegte Koch Klassische Archäologie, Byzantinische Kunstgeschichte und Christliche Archäologie. Von 1977 bis 1986 war sie am Seminar für Iranistik und Vorderasiatische Archäologie in Göttingen beschäftigt. An der Philipps-Universität Marburg habilitierte sie sich 1986 mit der Arbeit Verwaltung und Wirtschaft im persischen Kernland zur Zeit der Achämeniden. Anschließend lehrte sie als Privatdozentin. 1990/91 arbeitete Koch an einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Forschungsprojekt, 1993/94 lehrte sie für zwei Semester als Vertretungsprofessorin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit 1995 lehrt sie als Professorin Iranistik im Kontext der alten Geschichte der Universität Marburg. Sie ist mit dem Christlichen Archäologen Guntram Koch verheiratet.

Schwerpunktmäßig beschäftigt Koch sich mit der persischen Geschichte und den persischen Sprachen der vorislamischen Zeit. Besonderen Wert legt sie dabei auf die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte, die Verwaltung und die Religion. Dabei nutzt sie neben schriftlichen Quellen auch die archäologischen Hinterlassenschaften. Einen zweiten Forschungsschwerpunkt bildet die Erforschung Elams und seiner Nachbargebiete, vor allem in Hinsicht auf die Einflüsse, die sie auf die späteren Perser ausübten.

Schriften

  • Die religiösen Verhältnisse der Dareioszeit. Untersuchungen an Hand der elamischen Persepolistäfelchen, Harrassowitz, Wiesbaden 1977 (Göttinger Orientforschungen. Reihe 3, Iranica Bd. 4) ISBN 3-447-01889-5
  • Kunst, Kultur und Geschichte der Achämenidenzeit und ihr Fortleben (Hrsg.), Reimer, Berlin 1983 (Archäologische Mitteilungen aus Iran. Ergänzungsband 10) ISBN 3-496-00711-7
  • Elamisches Wörterbuch (mit Walther Hinz), Reimer, Berlin 1987 (Archäologische Mitteilungen aus Iran, Ergänzungsband, 17) ISBN 3-496-00923-3
  • Verwaltung und Wirtschaft im persischen Kernland zur Zeit der Achämeniden, Reichert, Wiesbaden 1990 (Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients. Reihe B, Geisteswissenschaften Nr. 89) ISBN 3-88226-468-3
  • Es kündet Dareios der König ... Vom Leben im persischen Grossreich, von Zabern, Mainz 1992 (Kulturgeschichte der antiken Welt; Bd. 55) ISBN 3-8053-1347-0 (auch Veröffentlichung auf Persisch im Iran)
  • Achämeniden-Studien, Harrassowitz, Wiesbaden 1993, ISBN 3-447-03328-2
  • Persepolis. Hauptstadt des achämidischen Großreichs, Farhangsara Yassavoli, Teheran 1997 ISBN 964-306-049-7
  • Persepolis. Glänzende Hauptstadt des Perserreichs, von Zabern, Mainz 2001 (Antike Welt Sonderheft/Zaberns Bildbände zur Archäologie) ISBN 3-8053-2813-3
  • Königreiche im alten Vorderen Orient, von Zabern, Mainz 2006 (Antike Welt Sonderheft/Zaberns Bildbände zur Archäologie) ISBN 978-3-8053-3621-5
  • Körner, Knollen, Brot und Wein. Die Geschichte unserer Esskulturen, Köppe, Köln 2006 ISBN 978-3-89645-409-6
  • Frauen und Schlangen. Die geheimnisvolle Kultur der Elamer in Alt-Iran, von Zabern, Mainz 2007 (Kulturgeschichte der antiken Welt; Bd. 114) ISBN 978-3-8053-3737-3

Weblinks


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