Hans Henning von der Osten


Hans Henning von der Osten (* 31. Oktober 1899 in Potsdam; † 30. Juni 1960 in Uppsala) war ein vorderasiatischer Archäologe. Er arbeitete vor allem im Nahen Osten.

Leben

Nach dem Notabitur während des Ersten Weltkriegs wurde von der Osten 1917 von der Armee eingezogen und an der Westfront schwer verletzt. Auch nach dem Krieg blieb er in der Reichswehr. Neben seinen militärischen Pflichten studierte er an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin Archäologie, Altorientalistik und Alte Geschichte. Zu seinen Lehrern gehörten Eduard Meyer und Friedrich Delitzsch, zu den Kommilitonen in seiner Umgebung zählten Emil Forrer und Ernst Friedrich Weidner. Während der Ruhrbesetzung wurde von der Osten als Verbindungsoffizier eingesetzt und hielt sich bei Heinz Oskar Hauenstein in Elberfeld auf, um Material zu sammeln, das propagandistisch verwendet werden konnte. Ab 1922 setzte er sein Studium in den Vereinigten Staaten fort, anfangs in New York und abschließend in Chicago.

1927 war er Leiter der Anatolischen Expedition des „Oriental Instite“ der Universität Chicago, sein Stellvertreter war Erich Friedrich Schmidt. Er lehrte von 1936 bis 1939 an der Universität Ankara, zu seinen Schülern gehörte unter anderem Tahsin Özgüç. Ab 1951 lehrte von der Osten an der schwedischen Universität Uppsala, von der er 1959 die Ehrendoktorwürde erhielt.

Mit seiner ersten Frau Maria Isabel Baptista hat er zwei Kinder; Erimar von der Osten und Leopoldo von der Osten.

Ab 1960 war er der erste Leiter der Abteilung Teheran des Deutschen Archäologischen Instituts. Sein Nachfolger wurde Heinz Luschey.

Grabungen

Werke

  • Die Welt der Perser. G. Kilpper, Stuttgart 1956.
  • Die Grabung von Tell eṣ-Ṣaliḥiyeh. Svenska Syrienexpedition 1952–1953. Svenska Institutet i Athen, Uppsala 1956.
  • Ancient Oriental Seals in the Collection of Mr. Edward T. Newell. The University of Chicago Press, Chicago 1934. The University of Chicago Oriental Institute Publications; Vol. XXII (Text online).
  • Altorientalische Siegelsteine der Sammlung Hans Silvius von Aulock. Almquist & Wiksell 1957. Studia Ethnographica Upsaliensia XIII.
  • mit Rudolf Naumann: Takht-i-Suleiman. Mann, Berlin 1961.
  • Explorations in Hittite Asia Minor. 1929 (OIC 8, Chicago 1929) 76–77.
  • Discoveries in Anatolia 1930–31. Oriental Institute of The University of Chicago Press, Chicago 1933.
  • Four Sculptures from Marash. Metropolitan Museum Studies 2/1, 1929, s. 112–132.
  • Aghaya Kaleh. The American Journal of Semitic Languages and Literatures 45,4, 1929, S. 275–278.
  • Seven Parthian Statuettes. The Art Bulletin 8/3, 1926, S. 169–174.
  • The Ancient Seals from the Near East in the Metropolitan Museum: Old and Middle Persian Seals. The Art Bulletin 13/2, 1931, S. 221–24.

Literatur

  • Rainer Michael Boehmer: Osten, Hans-Henning von der. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19. Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 612 f. (Digitalisat).
  • Walther Killy und Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 7, Saur, München [u. a.] 1998.
  • Robert Oberheid: Emil O. Forrer und die Anfänge der Hethitologie. Eine wissenschaftshistorische Biographie. de Gruyter, Berlin 2007, S. 386–388, ISBN 978-3-11-019434-0.

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