Gräberfeld von Pestrup


Pestruper Gräberfeld
Pestruper Gräberfeld zur Zeit der Heideblüte

Das Gräberfeld von Pestrup in der Nähe von Wildeshausen im Landkreis Oldenburg, rund 50 km südwestlich von Bremen ist eine unter Natur- und Denkmalschutz stehende Heidefläche der Wildeshauser Geest auf 39 ha.

Geprägt ist die Fläche durch rund 500 größere und kleinere Grabhügel. Art und Größe der Anlage sind einzigartig in Europa. Das Gräberfeld ist Teil der Straße der Megalithkultur.

Grabhügel

Die etwa ein Meter hohen kreisrunden Grabhügel stammen aus der Zeit um 900 bis 200 v. Chr. (Bronze- und Eisenzeit). Hier wurden die Toten der Umgebung verbrannt und die Urnen mit der Asche in den Erdhügeln beigesetzt. Die Hügel haben einen Durchmesser von 6 bis 12 Meter. Einzelgrabungen haben ergeben, dass in der Regel die Grabhügel je eine Urnengrabbestattung aufweisen; in einigen Hügeln konnten auch mehrere Bestattungen nachgewiesen werden.

Im Nordteil des Gräberfeldes findet man einige tellerartig geformte Hügel von etwa 1,20 Metern Höhe, bei Durchmessern von etwa 30 Metern, weshalb sie auch Königshügel genannt werden.

Naturschutz

Ausgebrannter Schafkoben
Wieder aufgebauter Schafkoben

Eine Schafherde, die in der warmen Jahreszeit weidet, dient der Heideflächenerhaltung (Schutz vor Verbuschung) und fand bis zum 26. Februar 2011 Unterschlupf in einem Schafkoben, der nach einer Brandstiftung bis auf die Grundmauern zerstört wurde[1]. Am 13. Mai 2012 konnte ein neuer Schafkoben an gleicher Stelle eingeweiht werden [2]

Birkengruppe

Birkengruppe

Inmitten des Pestruper Gräberfeldes steht eine Gruppe von etwa einem Dutzend ca. 60 Jahre alter Birken (siehe Bild). Das Vorkommen von Bäumen inmitten einer Heidefläche ist recht ungewöhnlich und kann nur durch äußere Einflüsse ermöglicht werden, da Baumsamen im dichten Heidekraut nicht aufgehen können.

An der Stelle, an der heute die Birkenbäume stehen, stürzte Ende April 1944 ein amerikanischer Bomber ab, der durch ein Flak-Geschütz aus Endel (bei Vechta) getroffen worden war. Der Einschlag vernichtete das Heidekraut rundherum, so dass (durch Flugsamen) inmitten des Feldes Birkenbäume wachsen konnten, die den Absturzort des Bombers noch heute genau markieren.

Literatur

  • Anette Bußmann: Steinzeitzeugen. Reisen zur Urgeschichte Nordwestdeutschlands. Isensee Verlag, Oldenburg 2009, ISBN 978-3-89995-619-1 S. 92–94.

Weblinks

 <Lang> Commons: Pestruper Gräberfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Schafkoben in der Pestruper Heide komplett zerstört. Nordwestzeitung. 28. Februar 2011
  2. "Einer der schönsten Plätze auf der Welt". Nordwestzeitung. 13. Mai 2012

52.8746944444448.4493888888889Koordinaten: 52° 52′ 28,9″ N, 8° 26′ 57,8″ O


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