Friedrich Wassermann


Friedrich Wassermann, auch Fritz Wassermann, (* 13. August 1884 in München; † 16. Juni 1969 in Chicago, Illinois) war ein US-amerikanischer Anatom und Histologe deutsch-jüdischer Herkunft.

Leben

Friedrich Wassermann, Sohn des Franz Wassermann und der Amalie geboren Techheimer, widmete sich nach abgelegtem Abitur einem Studium der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, das er 1910 mit dem Erwerb des akademischen Grades eines Dr. med. abschloss. Wassermann bekleidete seit 1908 eine Assistentenstelle am dortigen Anatomischen Institut und habilitierte sich 1914 für Anatomie. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg hatte Wassermann von 1920 bis 1936 die außerordentliche Professur der Anatomie, später auch der Histologie und Embryologie in München inne, seit 1931 stand er dem Anatomischen Institut als Direktor vor.

1936 aufgrund der Nürnberger Gesetze entlassen, emigrierte Wassermann 1937 in die USA, wo er als Associate Professor, seit 1943 als Full Professor an der University of Chicago lehrte. Von 1949 bis zu seinem Tod war er am Argonne National Laboratorium in Illinois tätig. Als Gastprofessor wirkte er 1952 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 1954 an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Friedrich Wassermann wurde 1952 als ordentliches Mitglied in die Leopoldina aufgenommen, 1965 wurde ihm anlässlich seines 80. Geburtstages das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht, 1968 wurde er zum Ehrenpräsidenten der Anatomischen Gesellschaft ernannt.

Schriften

  • Über den makro- und mikrochemischen Eisennachweis im Dotter des Hühnereies, Dissertation, J. F. Bergmann, 1910
  • Zur Eireifung von Zoogonus mirus: ein Beitrag zur Synapsisfrage, Fischer, 1912
  • Die Oogenese des Zoogonus mirus Lss: Aus dem Anatomischen Institut München, Direktor Rückert, Cohen, 1913
  • Handbuch der mikroskopischen Anatomie des Menschen: Wachstum und Vermehrung der lebendigen Masse, Teil 2, Springer, 1929
  • Wachstum und Vermehrung der lebendigen Masse, In: Band 2 von Die lebendige Masse, Handbuch der mikroskopischen Anatomie des Menschen, Springer, 1929 ISBN 3540010947

Literatur

  • Walther Killy und Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 10, Seite 342, K.G. Saur Verlag GmbH & Co. KG, München, 1996 ISBN 3-598-23163-6.
  • Dietrich von Engelhardt (Hrsg.): Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Mediziner. Band 2: R – Z., Seite 667, Saur, München 2002, ISBN 3-598-11462-1.
  • Hans Morgenstern: Jüdisches biographisches Lexikon. Eine Sammlung von bedeutenden Persönlichkeiten jüdischer Herkunft ab 1800, Seite 843, LIT Verlag, Wien 2009 ISBN 978-3-8258-0509-8.

Weblinks


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