Fornborgar auf Öland


Die Fornborgar auf Öland („Fornborgar heißt alte Burgen“) sind eisenzeitliche, zumeist runde oder ovale Einhegungen mit bis zu 210 m Durchmesser, aus Trockenmauerwerk, die schon allein wegen ihrer Grundrisse und anderer architektonischer Elemente bemerkenswert sind. Sie unterscheiden sich von anderen prähistorischen Anlagen in Skandinavien in der Bauweise. In der Form kommen ihnen die etwas jüngeren Wikingerburgen nahe. Es gibt 16 bis 18 dieser Anlagen auf Öland, die mehr oder weniger gut erhalten bzw. restauriert worden sind.

Die bekanntesten sind: Bårby, Eketorp, Gråborg, Hässleby, Ismantorp, Sandby, Tårby und Triberga. Nur wenige wurden bisher archäologisch untersucht.

Alle alten Fornborgar sind ohne Mörtel als Bindemittel aus Kalkstein gebaut. Die Ringmauern waren bis zu sieben Meter hoch. In einigen ist entlang der Ringmauer eine radiale Anordnung von ebenfalls aus Stein errichteten Zellen (bis zu 88 - Ismantorp) nachzuweisen. Die Anlagen haben bis zu neun Tore (Ismantorp) wodurch sie fortifikatorisch wertlos sind und andere Bedeutung gehabt haben müssen.

Es waren die Verfügbarkeit von Kalkstein und der Kontakt mit dem Römischen Reich, die die Bewohner Ölands in die Lage versetzen diese Anlagen, die neben der steinzeitlichen zur ältesten erhaltene Monumentalarchitektur des Landes gehören, zu errichten.

Über die Funktion dieser Anlagen gibt es mehrere Theorien. Zwar lassen die Baulichkeiten eine Verteidigungsanlage vermuten, doch ist diese mit bis zu neun Toren schwer zu sichern. Daher werden die Fornborgar mit slawischen Burgen verglichen, die ähnlich den späteren mittelalterlichen Städten geschützte Wohnstätte und religiöses Zentrum waren. Auch die Funktion als Fluchtburg kommt bei einigen in Betracht, allerdings sollte es sich um einen einheitlichen Nutzungsgrund handeln.

Literatur

  • M. Stenberger: Ölands fornborgar från luften
  • M. Olausson: Det inneslutna rummet – om kultiska hägnader, fornborgar och befästa gårdar i Uppland från 1300 f.Kr till Kristi födelse. Riksantikvarieämbetet Arkeologiska undersökningar Skrifter nr 9. Stockholm 1995

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