Ferdinand Stoliczka


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Ferdinand Stoliczka

Ferdinand Stoliczka (* 7. Juli 1838 in Hochwalt/Bílany, heute zu Kroměříž, Mähren; † 19. Juni 1874 beim indischen Dorf Murghi[1] an den Ufern des Shayok Rivers in der Region Ladakh) war ein österreichischer Asienforscher, Botaniker, Zoologe, Geologe, Landvermesser und Paläontologe. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Stoliczka“.

Leben

Nach Vollendung seines Studium war er mehrere Jahre lang an der k.k. Geologischen Reichsanstalt in Wien beschäftigt, ehe er 1862 zum britischen „Geological Survey of India“ wechselte und dort als Paläontologe tätig war.

Zwischen 1864 und 1866 unternahm er auf eigene Faust mehrere Forschungsreisen geologischen und paläontologischen Inhalts ins Himalaya-Gebiet und nach Tibet, wo er petrografische Untersuchungen leitete, meteorologische Beobachtungen anstellte und Gesteine, Fossilien, Pflanzen und Säugetiere sammelte.

1873 unternahm er seine letzte, die 3. Himalaya-Expedition unter Teilnahme an der Second Yarkand Mission des Thomas Douglas Forsyth. Er begleitete Forsyth bei dessen diplomatischer Mission nach Kaschgar, wo es diesem gelang, mit dem Emir Jakub Chan einen vorteilhaften Vertrag für das britische Empire abzuschließen, während die Naturforscher in seinem Gefolge (neben Stoliczka zum Beispiel auch Bellew, Gordon, Chapman, Trotter und Biddulph) wertvolle Erkenntnisse über Zentralasien und Turkestan gewinnen konnten und folgte dann Oberst Gordon über den Pamir nach Wachan und zurück. Auf dem Marsch erkrankte Stoliczka an einer Lungenentzündung und verstarb bei Murghi an den Ufern des Shayok im heutigen indischen Distrikt Ladakh.

Forsyth veröffentlichte in seinem Report of a mission to Yarkund in 1873, ... posthum mehrere Beiträge von Stoliczka, die sich mit einigen gewonnenen Expeditionsergebnissen befassten. Man bezeichnet ihn heute als den Begründer der systematischen geologischen Erforschung des Himalayas. Auf Veranlassung der Indischen Regierung wurde durch die Verwaltung Ladakhs in Leh zu Ehren des verunglückten Forschers 1876 ein Obelisk mit einer Schrifttafel auf einem zweistufigen Postament aufstellt, der seither von Himalaya-Forschern gleichsam als Pilgerstätte besucht wird.[2]

Literatur

  • T. Cernajsek: Stoliczka Ferdinand. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 13. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957–2005, S. 311. (Für die Onlineversion ist eine kostenpflichtige Registrierung notwendig.)
  • Wilhelm von Gümbel: Stoliczka, Ferdinand. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 36, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 399–401.

Einzelnachweise

  1. Harald Lobitzer, Karl Kadletz: Ferdinand Stoliczka, Begründer der systematischen geologischen Erforschung des Himalaya. In: Albert Schedl, Thomas Hofmann (Red.):"Grenzenlos". Forschungen von Mitarbeitern der Geologischen Reichsanstalt / Bundesanstalt außerhalb Europas. Berichte der Geol. Bundesanstalt 62, Wien 2005, S. 31
  2. Albert Schedl, Thomas Hofmann (Red.):"Grenzenlos". Forschungen von Mitarbeitern der Geologischen Reichsanstalt / Bundesanstalt außerhalb Europas. Berichte der Geol. Bundesanstalt 62, Wien 2005, S. 73, 81, 87

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