Endokard


Das Endokard ist die innerste Schicht der Herzwand. Zum Endokard gehören auch die vier Herzklappen.

Anatomie

Das Endokard ist die Innerste der drei Schichten der Herzwand. Sie besteht aus Endothel und Bindegewebe, ist circa 0,5–1,0 mm dick, und kann selbst in folgende histologische Schichten unterteilt werden (von innern nach außen):[1]

  • Das Endothel, welches durch ein kontinuierliches, einschichtiges Plattenepithel gebildet wird.
  • Das Stratum subendotheliale, dass aus lockerem Bindegewebe mit spärlich elastischen Fasern besteht.
  • Das Stratum myoelasticum ist weiter unterteilbar in die Lamina elastica interna, Lamina muscularis und Lamina fibroelastica externa. Diese Schicht besteht, wie der Name schon sagt, aus glatter Muskulatur und reichlich Kollagenfasern. Dazu findet man auch vereinzelt Blutgefässe und Nervenfasern.
  • Die Tela subendocardialis ist eine lockere Bindegewebeschicht, in der auch Purkinje-Fasern enthalten sind.

Das Endokard überzieht das gesamte Lumen - auch die Papillarmuskeln und Sehnenfäden (hier fehlt jedoch die Tela subendocardialis) - und bildet die vier Herzklappen: Mitralklappe, Trikuspidalklappe, Aortenklappe und Pulmonalklappe.

Funktion

Durch seine glatte Oberfläche verhindert das Endokard, dass das Blut an der Herzwand festklebt und Gerinnsel bildet. Außerdem macht die glatte Oberfläche den Blutfluss gleichmäßiger und die Arbeit des Herzens effizienter. Schon kleine Unebenheiten, z. B. nach einer Entzündung (Endokarditis), stören diesen sauberen Blutfluss und können zur Einschränkung der Herzleistung führen.

Die Herzklappen wirken wie mechanische Ventile und zwingen den Blutfluss in eine Richtung. So verhindert beispielsweise die Mitralklappe, die in der Systole geschlossen ist, den Rückfluss des Blutes von der linken Herzkammer in den linken Vorhof, wenn der Herzmuskel sich zusammenzieht.

Diagnostik

Man kann das Endokard als sehr dünne helle Schicht in der Echokardiografie erkennen. Die Herzklappen lassen sich mittels Echokardiografie sehr gut darstellen und untersuchen. Mittels TEE kann man die Detailerkennung der Echokardiografie noch einmal erhöhen.

Beim Verdacht auf eine Endokarditis sind Blutuntersuchungen sehr wichtig.

  • Entzündungswerte (Leukozyten, CRP)
  • mehrfache Blutkulturen

Erkrankungen

Entzündliche Veränderungen im Bereich des Endokards werden als Endokarditis bezeichnet. In der Veterinärmedizin werden die bei Tieren häufig auftretenden primär degenerativen Veränderungen der Herzinnenhaut als Endokardiosen bezeichnet, welche auch als Folgeerscheinung einer Endokarditis auftreten können.

Beim Menschen wird die bakterielle Endokarditis meistens durch Streptokokken oder andere Bakterien ausgelöst, die von anderen nicht ausgeheilten Infektionen eingespült werden. Die Hauptkomplikation hierbei ist eine Beteiligung der Herzklappen, was zu einer massiven Einschränkung der Herzleistung führen kann. Diese kann sich von einer Klappeninsuffizienz aller vier Klappen bis hin zu einer Herzinsuffizienz ziehen, die je nach Einschränkung der Klappen schwerer ist.

Weitere Erkrankungen des Endokards und der Klappen:

  • rheumatische Endokarditis
  • Endokardfibroelastose
  • Endomyokardfibrose
  • Karzinoid assoziierte Endokardfibrose
  • Arteriosklerose der Herzklappen insbesondere der Aorten- und Mitralklappe
  • Anulus fibrosus Verkalkung
  • Mitralklappenprolaps

Einzelnachweise

  1. Renate Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie Verlag Thieme, 2009, ISBN 978-3131292438, S.258

Siehe auch

  • Perikard
  • Pankarditis

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