Emanuel Oskar Deutsch (* 31. Oktober 1831 in Neisse; † 13. Mai 1872 in Alexandria) war ein deutscher Orientalist.

Deutsch stammte von jüdischen Eltern ab. Er erwarb sich bei einem Oheim frühzeitig eine gründliche Kenntnis der hebräischen und chaldäischen Literatur, vollendete dann seine Studien in Berlin und ging 1853 nach London, wo er eine Stelle an der Nationalbibliothek des Britischen Museums erhielt und durch seine der Forderung der semitischen Studien gewidmeten Arbeiten bald zu großem Ruf gelangte.

Hierher gehören namentlich seine glänzenden Abhandlungen über den Talmud (deutsche Bearbeitung, 3. Aufl. Berlin 1880) und über den Islam (deutsch Berlin 1874) in der Quarterly Review sowie seine Artikel über die „Targums“ und den „Samaritanischen Pentateuch“ in Smiths Bibellexikon; ferner: „Egypt, ancient and modern“, „Hermes Trismegistas“, „Judeo-arabic metaphysics“, „Semitic palaeography, culture and languages“ u. a.

Deutsch starb am 13. Mai 1872 in Alexandria, wohin er sich zur Stärkung seiner Gesundheit begeben hatte. Nach seinem Tod erschienen seine „Literary remains of the late Emanuel Deutsch: with a brief memoir“ (London 1874, mit Biographie).

Literatur

  • Jakob Freudenthal, Emil Rödiger: Deutsch, Immanuel Oscar Menahem. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 92 f.


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