Eisenzeitliche Dolmen in Schweden


Eisenzeitliche Dolmen in Schweden werden „Järnålder dös“ (Eisenzeitdolmen) oder Dolmen vom Fröböke Typ genannt. Diese Dolmen werden auf Gräberfeldern in Halland, Småland, auf Vi alvar (Öland) und im Südwesten von Västergötland gefunden. Die nationale Datenbank der antiken Denkmäler (FMIS) verzeichnet für Schweden 33 Eisenzeitdolmen. Die Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie der Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.[1]

Steinzeitlicher Dolmen auf dem Gräberfeld auf dem Köpings klint
Steinzeitliche Dolmen auf dem Gräberfeld von Fagertofta

Die Basis

Jungsteinzeitliche Dolmen sind megalithische Anlagen, die zwischen 3500 und 2800 v. Chr. entstanden. Sie bestehen aus vier oder mehr Tragsteinen, einem oder mehreren Decksteinen und abgesehen von einigen Urdolmen mit einem Gang. Aus der Folgezeit existieren im Nachfolgegebiet der Trichterbecherkultur (TBK) als lithische Anlagen nur Steinkisten. Insbesondere (2000 Mal) ist dies in Schweden der Fall, wo es sie mit und ohne Steinhügel gibt.

Die eisenzeitliche Form

In Schweden gibt es darüber hinaus Dolmen, die in die vorrömische und römischen Eisenzeit (500 v. Chr.–400 n. Chr.) datiert werden. Die eisenzeitlichen Exemplare sind kleiner als die steinzeitlichen. Häufig bestehen sie nur aus drei oder vier aufgerichteten Steinen. Manchmal tragen sie noch den einzigen Deckstein. Die Abmessungen der Blöcke oder Findlinge betragen ca. 85–95 cm in der Höhe, 55–75 cm in der Breite und 20–30 cm in der Dicke, so dass sie nur einen kleinen Innenraum bilden. Oftmals ist eine der Seiten, meist die Südseite zugänglich. Da sie so klein sind, sind sie nicht nur ganglos sondern auch, anders als die steinzeitlichen, für einen einzigen Nutzungsanlass bestimmt.

Die Fundhistorie

Die schwedische archäologische Zeitschrift „Fornvännen“ berichtet im Jahre 1919 in einem Artikel von T. J. Arne (Stendösar från järnålder) über die Ausgrabung dreier dieser Dolmen auf dem Gräberfeld von Nöttja in der Grafschaft Kronoberg, nahe Ljungby. Beim Dorf Nöttja befinden sich zwei Gräberfelder aus der jüngeren Eisenzeit.

Im Jahre 1918 stellte K. Kjellmark als erster fest dass ein ausgegrabener Dolmen aus der Eisenzeit stammte. In Kjellmarks Dolmen, gab es nur einige verbrannte Knochenstücke im Sand. T. J. Arne ging in Nöttja der Sache nach und entdeckte zwei dieser Dolmen. Arne fand ein Stück Bronze mit ein paar Nieten und einem kleinen Eisenring, sowie über 100 kleine Stücke weißes Quarzes, einige verbrannte Knochen und am Grund eine Schicht aus Holzkohle. Andere Funde waren kleinere Stücke aus Eisen und Bronze sowie ein Stück Kamm aus Geweih. Die kleine mit der Holzkohle vermischte Ansammlung von Knochen war menschlichen Ursprungs. In der dritten Anlage fanden sich keinerlei Spuren. Arne benutzte die Artefakte zur Datierung der Gräber. Er verglich mit Materialien aus Dänemark und von Gotland und datierte die Funde in die römische Eisenzeit.

Parallelen

Da die Grabart für Schweden ungewöhnlich war suchte Arne nach Analogien im übrigen Europa. Die einzige die er fand, lag auf der Krim, wo N. Rjepnikoff im Jahre 1907 in der Nähe des Dorfes Skelja-Kamenolomnja 15 Dolmen ausgegraben hatte. Inzwischen sind der Form nach ähnliche Boulder tombs von den Britischen Inseln bekannt, die aber zeitlich anders einzuordnen sind.

Weitere Funde

  • Im Jahre 1935 grub C. Claesson einen Dolmen auf dem Gräberfeld von Pukaryd, in der Gemeinde Tofteryd in Småland aus. Der Dolmen lag in der Nordecke eines quadratischen Steinpflasters.
  • Im Jahre 1992 wurde ein eisenzeitlicher Bereich auf dem Gräberfeld von Byarum (Vaggeryd) in Småland ausgegraben und 1997 von A. M. Nordman in: „Ett järnåldersgravfält i Byarum (Ein Eisenzeit Gräberfeldes auf Byarum)“ in dem Buch „Det nara förflutna – om arkeologi ich Jönköpings län (Die in der Nähe der Vergangenheit – über Archäologie in Jönköping län)“ publiziert. Der Grabbereich wurde auf ca. 400–550 n. Chr. (in die Völkerwanderungszeit) datiert. Hier gab es Steinkreise und Eisenzeitdolmen, die in eckigen Steinsetzungen lagen. Alle Zugänge waren nach Süden orientiert. In den Dolmen wurde eine kleine „Knochenkammer“ gefunden, wo neben verbrannten Knochen auch Beifunde aus Bronze und Eisen lagen.
  • Im Jahre 2006 wurde während einer Rettungsgrabung in Odensjö, vom Arkeologicentrum ein weiterer Dolmen ausgegraben. Während der Ausgrabung der verbrannten Knochen eines Kleinkindes wurde ein Stücke Harz identifiziert, wahrscheinlich als Rest einer kleinen Schachtel aus Birkenrinde, in der die Knochen beigesetzt waren.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. J. Müller In: Varia neolithica VI 2009 S. 15

Weblinks

  • [1] Some notes on Iron Age Dolmens in Swede

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