Eisenbahnarchäologie


Datei:Gleisarchaeologie.jpg
Gleisreste der Straßenbahnstrecke von Krefeld nach Moers am Schaltbruchweg in Kapellen
Bei Bauarbeiten wiederentdeckte Gleisreste der Liebensteiner Bahn am Ortsausgang Bad Liebenstein
Museal aufbereiteter Gleisrest in Essen-Rüttenscheid zur Erinnerung an den dortigen ehemaligen Bahnhof (Industriebrache im Bildhintergrund)

Als Eisenbahnarchäologie bezeichnet man die Suche nach und die Dokumentation von Überbleibseln stillgelegter Bahnanlagen, also der Strecken und Gleise einschließlich aller dazugehörigen Bauwerke. Die Suche speziell nach Gleisanlagen (einschließlich derer von Straßenbahnen) wird auch Gleisarchäologie genannt. Die Eisenbahnarchäologie wird in erster Linie von Eisenbahnfreunden als Hobby betrieben. Sie ist ein Teilbereich der Industriearchäologie, wird aber aktuell von den Archäologen nicht als eigenständige Archäologiekategorie gewertet.

Hintergrund

Mitte des 20. Jahrhunderts fand allmählich der Übergang vom damals vorherrschenden Transportmittel Bahn zum Individualverkehr statt. Infolgedessen wurden viele Bahnstrecken stillgelegt oder auch ganz aufgegeben. Die in vielen Städten vollzogene Umstellung von der Straßenbahn auf die U-Bahn trug und trägt ebenfalls zur Stilllegung von Gleisanlagen bei.

Viele Bahnstrecken werden nach ihrer Aufgabe entweder gänzlich abgebaut oder beispielsweise – unter Weiternutzung des Bahndammes – in Radwege umfunktioniert. Einige werden jedoch zumindest in Abschnitten der Natur überlassen oder – falls sie im Straßenraum verlaufen bzw. diesen kreuzen – überteert. Die Eisenbahnarchäologie beinhaltet die Suche nach solchen Resten. Man beschränkt sich dabei nicht nur auf die Gleise, sondern bezieht auch Oberleitungsmasten, Bahndämme, Gebäude wie Bahnhöfe und Stellwerke und alle sonstigen Bestandteile der ehemaligen Bahnanlage mit ein.

Vorgehensweise

Bei neueren Gleisresten, die heutzutage z. B. bei der Umstellung einer Straßenbahnlinie auf den U-Bahn-Betrieb entstehen, ist normalerweise kein größerer Aufwand notwendig, um die entsprechenden Stellen aufzufinden. Wurde eine Bahnstrecke schon vor mehreren Jahrzehnten aufgegeben, gestaltet sich die Suche in der Regel schwieriger. Wichtige Hilfsmittel sind dann alte Linienpläne und Landkarten. Als Hilfsmittel gewinnen auch Luftbilder vermehrt an Bedeutung, die durch Onlineangebote wie GoogleEarth mittlerweile einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Auch Strecken, die nie vollendet wurden, sind Gegenstand der Untersuchung.

Ist der ehemalige Verlauf einer stillgelegten Strecke zumindest in Grundzügen bekannt, kann mit der Suche nach deren Resten begonnen werden. Diese erfolgt üblicherweise, indem man die Trasse zu Fuß oder mit dem Fahrrad abwandert. Insbesondere im städtischen Raum wird die Suche häufig durch die mit der Zeit vorgenommenen baulichen Änderungen erschwert.

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