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Domus Flavia


Sala ottogonale in den Ruinen der Domus Flavia.

Die Domus Flavia war ein unter Kaiser Domitian nach 80 erbauter und im Jahr 92 fertiggestellter Palastbau auf dem Palatin in Rom. Von den Räumen sind heute Reste der Basilika, der Aula Regia, des sogenannten Larariums und des Tricliniums erhalten. Die Domus Flavia bildet zusammen mit der Domus Augustana und dem palatinischen Stadion, auch Hippodrom genannt, den Komplex domitianischer Palastbauten auf dem Palatin.

Der Neubau war durch einen Brand notwendig geworden, nicht den bekannten Brand Roms unter Nero, sondern ein ebenfalls verheerendes, drei Tage dauerndes Feuer im Jahr 80, dem sowohl die Domus Transitoria Neros als auch die Domus Tiberiana zum Opfer fielen.[1] Um eine ebene Fläche für das ausgedehnte Bauprojekt (Domus Flavia, Domus Augustana und palatinisches Stadion) zu gewinnen, wurde die Senke zwischen den beiden Gipfeln des Palatin verfüllt, wodurch Reste einiger älterer Gebäude (Haus des Greifen, Isis-Aula, Reste der Domus Transitoria Neros) relativ gut erhalten blieben.

Die Domus Flavia diente vor allem repräsentativen Zwecken und war entsprechend prunkvoll ausgestattet. Die kaiserlichen Wohngemächer befanden sich in der nahe gelegenen Domus Augustana.

Auf der Nordseite dem Bauwerk vorgelagert befand sich eine Terrasse, auf der sich der Kaiser der Bevölkerung zeigen konnte. Dahinter liegen nebeneinander Basilika, Aula Regia und Lararium. Auf der westlichen Seite liegt die dreischiffige Basilika, die vermutlich für Gerichtsverhandlungen oder Verwaltungsangelegenheiten diente. In der Mitte befindet sich die Aula Regia, mit 30 × 39 Metern der größte der Räume. Die Aula Regia war seinerzeit mit Marmor verkleidet und reich geschmückt, die Säulen waren aus phrygischem Marmor. In der dem Eingang gegenüberliegenden Seite befand sich eine Apsis, in der sich der Sitz des Kaisers befand. Vor dem Eingang standen bis zum 18. Jahrhundert zwei kolossale Statuen des Dionysos und des Herakles aus grünem Basalt.[2] Der östlich sich anschließende kleine Raum wird als Lararium bezeichnet. Von ihm aus gelangte man über eine Treppe zur Domus Augustana.

Hinter der Aula Regia schloss sich ein großzügiges Peristyl an, dahinter lag das Triclinium, der Speisesaal mit Blick auf das Peristyl und die beiden seitlich anliegenden elliptischen Brunnenanlagen (Nymphäen). Hinter dem Triclinium gelangte man über einen Säulengang zu zwei Räumen mit Apsiden, in denen man eine griechische bzw. lateinische Bibliothek vermutet.

Literatur

  • Filippo Coarelli: Rom. Ein archäologischer Führer. Zabern, Mainz 2000, ISBN 3-8053-2685-8, S. 167–177.
  • William L. MacDonald: The architecture of the Roman Empire. Bd. 1: An introductory study. Yale University Press, New Haven, Conn. 1965. S. 73-74, 174-175.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Sueton, Divus Titus 8, 3; Hieronymus, chronicon S. 271f [1].
  2. Die Statuen befinden sich heute in Parma.

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