Cotswold Severn tomb


Cotswold-Severn tombs sind neolithische Megalithanlagen unter Langhügeln. Die Cairns sind generell trapezförmig, ganz selten auch rechteckig und haben an der meist im Osten liegenden Kopfseite eine mehr oder minder große Einbuchtung, megalithische Kammern, jedoch keine Fassade aus Megalithen. Die Besonderheit der Steinhügel besteht darin, dass sie statt von Orthostaten von einer sorgsam gefertigten Außenmauer in ihrer Form gehalten werden. Die Hügelform ähnelt der der schottischen Clyde- und irischen Court tombs.

Cotswold Severn Anlagen

Forschungsgeschichte

Die erste Klassifizierung der Cotswold-Severn tombs wurde von John Thurnam im Jahr 1869 vorgenommen. Er unterschied Gräber mit einfachen kastenartigen Kammern am Ende des Langhügels, Gräber mit unterteilten Kammern (transepted chambers) am Ende des Langhügels und solche mit Mehrfachkammern, die von der Seite zugänglich sind und sah eine Entwicklung von den Gräbern mit unterteilten Kammern, die zunehmend vereinfacht werden und dann von der Seite erschlossen werden zu. Die Gräber mit Steinkiste, die den Abschluss dieser Entwicklung darstellen[1], für den das von ihm ergrabene Grab von Lugbury ein Beispiel darstellte[2]. Sein Schema wurde 1922 von OGS Crawford 1950 von Glyn Daniel und 1969 W. F. Grimes [3]modifiziert, wobei Grimes lokale Gruppen bildete. Die Gruppenbildung fand also anhand Kammerform und Lage des Zugangs statt, auch wenn bestimmte Kammertypen an bestimmte Hügelformen gebunden waren[4].

Verbreitung

Es gibt etwa 125 Anlagen dieses Typs, die im Westen Englands, besonders in den Grafschaften Gloucestershire (Hazleton North), Herefordshire, Somerset und Oxfordshire sowie in Südwales [5] sowie in geringer Anzahl auch im Norden von Wales, vor allem in höheren Lagen und auf Anglesey (z.B. Capel Garmon und Din Dryfol) konzentriert sind.

Kammern

Zwei Kammerlagen sind vertreten:

  • Axiale, lineare Gänge mit seitlichen Zellen und Kammern am Gang.
  • kurze Gänge führen seitlich in den Körper des Hügels und in einfache polygonale oder rechteckige Kammern.

Die Kammern der Cotswold-Severn tombs haben recht unterschiedliche Form und auch ihre Lage im Hügel variiert. Es gibt folgende Kammerarten:

  • einfache rechteckige Kammern
  • mehrgliedrige Kammern [6].

Walkowitz unterscheidet folgende Kammern: solche,

  • die einfach rechteckig, aber im Verhältnis zum Cairn ungewöhnlich groß sind
  • die entlang eines Ganges als bis zu drei gegenüberliegende Kammerpaare liegen, oftmals mit einer Kammer an der Kopfseite. Diese Form mit vielen, dort allerdings enger benachbarten Seitenkammern kommt sowohl in der Vendée und der Bretagne in Frankreich als auch in Irland vor (Loughcrew County Meath) vor. Beide Varianten sind von der Mitte der Kopfseite aus zugänglich.
  • die in Form und Lage sehr stark variieren (Uley Long Barrow).

Neben einfachen kleinen rechteckigen kommen auch quer liegende, eckige und runde oder ovale Kammern vor, teilweise auch wiederum mit seitlichen Abteilungen. Die Zugänge dieser (pro Cairn bis zu vier) separaten Kammern liegen an den Längsseiten des Cairns, während sich in der Mitte der Kopfseite oft ein falscher Zugang (engl. false entrance; z.B. bei Belas Knap befindet.

Einige trapeziode Hügel wurden über älteren runden bzw. ovalen Anlagen errichtet. Bei Pipton und Ty Isaf entdeckten die Archäologen, dass Anlagen in Phasen errichtet wurden. Dabei wurden kleinere in größere Monumente integriert. In Ty Isaf in Breconshire[7] wurde der Hügel der älteren Anlage überbaut, sein Zugang blieb jedoch frei. In Notgrove in Gloucestershire wurde der ältere Hügel völlig überbaut. Der ovale Erdhügel von Waylands Smithy wurde ebenfalls völlig mit einem Cotswold-Severn Grab überbaut. Penywyrlod, bei Talgarth (in Powys) ist die größte der Anlagen in Wales. Sie misst 60 m  25 m und ist drei Meter hoch. Während in Tinkinswood (Vale of Glamorgan) mehr als 50 Körperbestattungen gefunden wurden, sind es in Parc le Breos Cwm mehr als 40 und in Ty Isaf über 30.

Entwicklung

Die Cotswold-Severn-Gräber wurden meist von bretonischen Anlagen abgeleitet, die 14-C-Daten zeigen jedoch keinen deutlichen Altersunterschied.[8].

Datierung

datum bc Herkunft Labornummer
3070±92 scott-Under-Wychwood, Materialentnahmegraben BM-835
3100±75 Gwernvale, vor Bau des Hügels CAR-113
3020±80 Penywyrlod, Knochen aus Kammer NE II HAR-674

Siehe auch

Literatur

  • Timothy C. Darvill: Megalithic chambered tombs of the Cotswold-Severn Region. An assessment of certain architectural elements and their relation to ritual practice and Neolithic society. Vorda, Highworth 1982, ISBN 0-907246-04-4 (Vorda research series 5).
  • Timothy C. Darvill, Long barrows of the Cotswolds and surrounding areas. Stroud, Tempus, 2004.
  • Frances Lynch: Megalithic tombs and Long Barrows in Britain. Shire, Princes Risborough 1997, ISBN 0-7478-0341-2 (Shire archaeology 73).
  • Michael Shanks, Chris Tilley: Ideology, symbolic power and ritual communication. A re-interpretation of Neolithic mortuary practices. In: Ian Hodder: (Hrsg.): Symbolic and structural archaeology. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24406-4, S. 129–154 (New directions in archaeology).
  • J. E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Band 36 in Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, 2003, ISBN 3-930036-70-32003.

Einzelnachweise

  1. John Thurnam, On ancient British barrows, especially those of Wiltshire and the adjoining counties (part I, long barrows). Archaeologia 42, 1869, 61-244.
  2. John Thurnam, On a cromlech-tumulus called Lugbury, near Littleton Drew. Wiltshire archaeological Magazine 3, 1869, 164-173.
  3. W. F. Grimes, Excavations on defence sites. Vol. 1: mainly Neolithic-Bronze Age. London, HMSO 1960.
  4. Julian Thomas, The social Significance of Cotswold-Severn Burial Practices. Man, New Series 23/3, 1988, 541
  5. Julian Thomas, The social Significance of Cotswold-Severn Burial Practices. Man, New Series 23/3, 1988, 541
  6. Julian Thomas, The social Significance of Cotswold-Severn Burial Practices. Man, New Series 23/3, 1988, fig. 1
  7. W. F. Grimes, W. F. The excavation of the Ty Isaf long cairn, Breconshire. Proceedings prehistoric Society 5, 1939, 119-142.
  8. Julian Thomas, The social Significance of Cotswold-Severn Burial Practices. Man, New Series 23/3, 1988, 541

Weblinks


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