Christoph Kaempf


Christoph Kaempf (* 22. Februar 1913 in Löbau Sa.; † 1. Mai 2001 in Heidelberg) war ein deutscher Jurist und Japanologe.

Leben

Nach dem Abitur in Löbau, wo er für beste Schulleistungen in Mathematik den 1. Preis des Sächsischen Kultusministers erhielt, studierte Christoph Kaempf zunächst ein Semester Mathematik und anschließend Rechtswissenschaften, wozu er von Anfang an ostasiatische Sprachen hinzunahm. Er studierte an den Universitäten Leipzig, Brünn und Tübingen, wobei er den Kösener Corps Lusatia Leipzig, Marchia Brünn und Rhenania Tübingen beitrat. Die 1. Juristische Staatsprüfung legte er am Oberlandesgericht Dresden ab, wurde an der Universität Leipzig über ein Thema des japanischen Staatsrecht zum Dr. jur. promoviert und legte die Diplomprüfung Japanisch an der Universität Berlin ab.

Zwischen November 1933 und Juni 1937 war er Mitglied der SA. Am 1. März 1938 war er der NSDAP beigetreten. Seit dem 25. Januar 1939 war er Mitglied der SS. In der zitierten Literatur finden sich keine Angaben zu seiner Entnazifizierung.

Von 1937 bis 1938 leistete er den Vorbereitungsdienst am Deutschen Generalkonsulat Kobe-Osaka in Japan. Nach zwei Jahren Wehrdienst an der Westfront war er 1941 für die Presseabteilung des Ostasienreferats des Auswärtigen Amtes uk-gestellt. Den Rest des Krieges verbrachte er als Offizier an der Ostfront. Nach der Entlassung aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft im Jahre 1949 nahm er bis 1953 einen Lehrauftrag für Japanologie an der Universität Tübingen an. In den nächsten zehn Jahren nahm er Lehrtätigkeiten an den Fakultäten für Allgemeinbildung, Rechtswissenschaft und Literatur der Universität Kyoto wahr. 1955 war er Mitgründer und von 1956 bis 1978 Direktor des Deutsch-Japanischen Kulturinstituts in Kyoto sowie von 1963 von 1978 in Personalunion Leiter einer Zweigstelle des Goethe-Instituts. Nach seiner Pensionierung ließ sich Christoph Kaempf als freier Schriftsteller in Neckarsteinach-Grein/Odenwald nieder. Er war verheiratet mit einer Tochter von Richard Kuhn, Nobelpreisträger für Chemie.

Christoph Kaempf war Träger des Ordens der aufgehenden Sonne des Staates Japan.

Werke

  • Der Wandel im japanischen Staatsdenken der Gegenwart unter bes. Berücks. d. Stellg d. Tenno, Leipzig, 1938

Literatur

  • Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 2: Gerhard Keiper, Martin Kröger: G–K. Schöningh, Paderborn u. a. 2005, ISBN 3-506-71841-X.
  • Christoph Kaempf: Lebenslauf (1980 verfasst). Trier. In: Märkerbrief. Nr. 91.
  • Kösener Corpslisten 1996, 87, 1046; 1996, 94, 217; 1996, 133, 1059

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