Cholula


Cholula
Wappen Karte
Wappen
Lagekarte
Datei:Cholula San Andres.jpg
Cholula San Andres

Cholula (ursprünglich Nahuatl Cholollan), mit vollem Namen San Pedro Cholula ist eine Stadt und ein Munizip im mexikanischen Bundesstaat Puebla. Cholula liegt ca. 15 km westlich vom Stadtzentrum von Puebla auf 2.146 m Meereshöhe am Fuße des Vulkans Popocatepetl. Aufgrund des großen Bevölkerungswachstums von Puebla gehört Cholula heute zur Metropolregion Puebla. Der vollständige Name der Stadt wird oft als Cholula de Rivadavia angegeben. Der Beiname bezieht sich auf den Anführer der Unabhängigkeitskriege Argentiniens und ersten Präsidenten dieses Landes, Bernardino Rivadavia und wurde zu seinen Ehren ursprünglich dem Distrikt verliehen, einer politischen Einheit, die so nicht mehr existiert. Cholula hat mehr als 100.000 Einwohner auf einer Fläche von ca. 70 km².

Die Stadt Cholula ist gleichzeitig Hauptstadt des Munizips San Pedro Cholula. Es kommt manchmal selbst unter Einheimischen zur Verwirrung, da San Pedro Cholula einen benachbarten Gemeindebezirk namens San Andres Cholula hat, dessen Hauptstadt auch Cholula heißt. Etwa 20 Kilometer Richtung Südwesten befindet sich ebenfalls eine kleinere Ortschaft namens Santa Isabel Cholula.

In den USA ist unter dem Namen Cholula eine aus Mexico importierte scharfe Sauce (ähnlich Tabasco), Salsa „Cholula Hot Sauce“, sehr populär und beliebt.

Die Arkaden rund um den Zocalo von Cholula, San Petro zählen zu den längsten Mexikos. Sie beherbergen kleine Cafes und kleine Läden. Von hieraus blickt man auf die berühmte, gelbgetünchte Kirche „Capilla Real“ (16. Jahrhundert) mit ihren 49 Kuppeln und den kleinen Stadtpark.

Cholula war vor der Konquista ein beliebtes Pilgerziel, mit zahlreichen Tempeln, Klöstern und Pyramiden. Eine der größten jemals errichteten Pyramiden, die große Pyramide von Cholula ist bis heute erhalten geblieben und gehört immer noch zu den größten Sakralbauten der Welt. Heute thront die katholische Kirche „Santa Maria de los Remedios“ auf dieser Pyramide, errichtet wurde die Kirche von den spanischen Eroberern, die hierfür die Trümmersteine der mexikanischen Tempelbauten verwendeten, die zuvor auf dem Pyramidenplateau standen und kleineren, ehemals in direkter Nachbarschaft stehenden Pyramiden. Dieser frühkoloniale Kirchenbau wurde bei einem Erdbeben im 19 Jhd. zerstört und zwischen 1864 und 1874 bezugnehmend zur ursprünglichen Architektur wieder aufgebaut.[1] Auch bei der rekonstrukiven Gestaltung des Kircheninneren, wurde die überaus üppige, typisch mexikanisch-barocke Ausgestaltung wiederbelebt, so dass fast alle Zier der Kirche in Blattvergoldung erstrahlt. Trotz der Konquista ist Cholula immer noch eine heilige Stadt geblieben, denn sie beherbergt mittlerweile zahlreiche Kirchen. All diese Kirchen sollen zusammen 365 Kuppeln besitzen. Für jede Kuppel gibt es ein Fest, wodurch jeden Tag ein kleines Feuerwerk zu sehen oder zumindest durch die Entzündung einiger Böller zu hören ist.

Cholula beherbergt außerdem eine der wichtigsten privaten Universitäten Mexikos, die Universidad de las Américas.

Geschichte

Zugeschüttete Pyramide mit Kirche
Cholula Massaker (1519) - Gemälde aus dem Historismus

Cholula war schon in prä-kolumbianischer Zeit ein wichtiger Siedlungsort. Wahrscheinlich siedelten hier schon Menschen weit vor 200 v. Christi Geburt. Zwischen 725 und 1525 n. Chr. war Cholula ein bedeutendes spirituelles Zentrum im Hochtal von Mexiko. Cholula beherbergte neben anderen Heiligtümern, auch die wichtigste Kultstätte der Gottheit Quetzalcoatl, die von den Azteken anfänglich mit der Person des späteren Eroberers Cortes verbunden worden ist. Bis zum 16. Jahrhundert bewahrte Cholula, ähnlich wie die benachbarten Staaten Tlaxcala und Huexotzinco die Unabhängigkeit vom Reich der Azteken. Zur Zeit der Ankunft der Spanier in Mittelamerika hatte die Stadt über 100.000 Einwohner und war grade erst Tenochtitlan tributpflichtig geworden.

Anfang Oktober 1519[2] erreichten die Spanier die Stadt und wurden von der Bevölkerung eher unfreundlich empfangen. Von gefangen genommenen Priestern erfuhren die Spanier, unter Anwendung der Folter, dass eine Streitmacht aus Tenochtitlan anrückte und ein Hinterhalt geplant würde. Daraufhin lud Hernán Cortés am 18. Oktober die Oberschicht der Stadt zu einem Abschiedsfestmahl ein und ließ dann die indianischen Teilnehmer hinterrücks von seinen Soldaten ermorden. Nach diesem Massenmord zogen seine Soldaten mit den verbündeten Indianern durch die Stadt und massakrierten wahllos die Bevölkerung und brandschatzten anschließend die gesamte Stadt. Mehrere tausend Opfer forderte dieser Blutrausch. Danach befahl Cortés den überlebenden Kaziken der Stadt, die geflohenen Einwohner zurückzuholen und die Märkte wieder zu öffnen.[3]

Sehr bald nach der spanischen Eroberung Mexikos erhielt Cholula am 27. Oktober 1535 den Titel einer Stadt und wenige Jahre später ein europäisch geprägtes Stadtwappen.

Die Stadt wuchs zwar verhältnismäßig stark, erreichte aber nie die Wichtigkeit des nahegelegenen Puebla.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Vicente T. Mendoza, Musikwissenschaftler und Folkloreforscher

Weblinks

Literatur

  • Cholula in: Microsoft Encarta
  • Bernal Díaz del Castillo: Geschichte der Eroberung von Mexiko. Insel-Verlag, Frankfurt/M. 1988, ISBN 3-458-32767-3.
  • Hugh Thomas: Die Eroberung Mexikos, Cortes und Montezuma. Fischer Taschenbuch, Frankfurt/ M. 2000 ISBN 3-596-14969-X
  • Hans Dollinger: Schwarzbuch der Weltgeschichte. 5000 Jahre der Mensch des Menschen Feind. Pawlak Verlag, Herrsching 1973, ISBN 3-88199-030-5.

Einzelnachweise

  1. www-elec.inaoep.mx
  2. David Marley: Wars of the Americas, Seite 18, ISBN 1-57607-504-4 (englisch), abgefragt am 18. Oktober 2010.
  3. Bernal Díaz del Castillo: Geschichte der Eroberung von Mexiko, 1988, S. 222.

19.059166666667-98.302777777778Koordinaten: 19° 4′ N, 98° 18′ W


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