Cherokee Phoenix / Public domain

Der Cherokee Phoenix oder Cherokee Phoenix, and Indians' Advocate war die erste Zeitung, die von Indianern in den USA herausgegeben wurde.[1]

1828 wurde Elias Boudinot (1802–1839), ein Führer der Cherokee, Herausgeber des Cherokee Phoenix, einer Zeitung, die wöchentlich in Englisch und Cherokee erschien. Dies war nur möglich, weil kurz zuvor das Cherokee-Alphabet entwickelt worden war. Eine weitere Voraussetzung war, dass Boudinot, dessen ursprünglicher Name Gallegina Watie war, eine Ausbildung finanziert bekam, die es ihm ermöglichte, Missionar zu werden. Es war Elias Boudinot Jr. (1740–1821), der ihm diese Ausbildung finanzierte, und dessen Namen der Schüler annahm. Als Missionar übersetzte er das Neue Testament ins Cherokee.

New Echota, das Gebäude, in dem von 1828 bis 1834 der Cherokee Phoenix gedruckt wurde

Die Zeitungsgründung steht mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons in Zusammenhang und vor allem mit dem Indian Removal Act von 1830. Mit diesem Gesetz wurden wenige Jahre später die meisten Indianer, die ostwärts des Mississippi lebten, westwärts vertrieben (s. Pfad der Tränen). Die erste Ausgabe erschien am 21. Februar 1828.[2] Damit wurde das Blatt in den Jahren gegründet, in denen auch andere wichtige Zeitungen erstmals erschienen, wie der Charleston Mercury (1822), die New York Evening Post (1829) und die New York Sun (1833).

Entsprechend seinen Zielvorstellungen berichtete das Blatt von politischen und juristischen Entscheidungen, die die Cherokee betrafen, auch vom Indian Removal Act, das die Vertreibung der Cherokee und anderer Stämme nach Westen vorsah, und von religiösen Gruppen. Den Druck übernahm ein Isaac H. Harris.

Doch musste das Blatt sein Erscheinen bereits am 31. Mai 1834 einstellen, nachdem die Publikation von Seiten des Bundesstaates Georgia untersagt worden war. Insgesamt waren 409 Ausgaben erschienen.

Elias Boudinot, der gehofft hatte, durch kulturelle Anpassung („Zivilisierung“) zu verhindern, dass die Cherokee zwangsweise umgesiedelt wurden, unterzeichnete dennoch einen Vertrag mit den USA, der als Treaty of New Echota bekannt wurde. Die Mehrheit des Stammes wollte sich jedoch keineswegs fügen, musste jedoch unter militärischem Druck den Pfad der Tränen antreten, der rund 4.000 der 10.000 Cherokee das Leben kostete. Boudinot wurde am 22. Juni 1839 von einem der Gegner des Vertrags und der erfolglosen Anpassungspolitik erstochen.

Weblinks

Anmerkung

  1. Der Cherokee Phoenix sollte nicht die letzte indianische Zeitung sein. Die Quileute im Westen des Bundesstaats Washington brachten 1908 bis 1910 ebenfalls ihre Vorstellungen in einer Zeitung zu Gehör. Vgl. Heather McKimmie: Quileute Independent and Quileute Chieftain, 1908-1910. A Seattle Ethnic Press Report, Website des Seattle Civil Rights and Labor History Project der University of Washington, 1999. 1922 bis etwa 1924 erschien dort der Real American. A National Paper for Indians and their Friends, vgl. Erin Plummer: The Real American. “A National Paper for Indians and their Friends”, Website des Seattle Civil Rights and Labor History Project der University of Washington, 2005.
  2. Howard Zinn: A People’s History of the United States, Harper Perennial, 2005, S. 137 ISBN 0-06-083865-5

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