Charietto († 365) war ein Germane von ungewöhnlicher Körpergröße und Tapferkeit, der ursprünglich Anführer einer Räuberbande war, sich später jedoch friedlich in Augusta Treverorum (Trier) niederließ. Um gegen die immer häufiger werdenden Überfälle der östlich des Rheines lebenden Germanen etwas zu tun, kämpfte er zunächst um 355 auf eigene Faust, später in Diensten des römischen Caesar Julian gegen die in Gallien einfallenden Plünderer. Er fiel 365 als Comes im Kampf gegen die Alamannen.

Seine Geschichte wird von Ammianus (17,10,5; 27,1,2–6), Eunapios (Fragment 18,3–5 [Blockley]) und Zosimos (3,7) erwähnt.

Literatur

  • Wolfgang Jungandreas, Klaus Düwel: Charietto. In:Heinrich Beck, Herbert Jankuhn, Kurt Ranke, Reinhard Wenskus (Hrsg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 4. de Gruyter Berlin/New York 1981, ISBN 3-11-006513-4, S. 371. (kostenpflichtig Germanische Altertumskunde Online bei de Gruyter).
  • Karl-Wilhelm Welwei, Mischa Meier: Charietto. Ein germanischer Krieger des 4. Jahrhunderts n. Chr. In: Gymnasium. Band 110, 2003, S. 41–56.