Castle Haven


Zugang zur Anlage

Castle Haven ist ein gut erhaltenes, bzw. restauriertes D-förmiges Dun (im Schottisch-Gälischen Dùn). Dun bezeichnet einen zumeist runden, kleinen von einer Mauer umfriedeten eisenzeitlichen, Bereich, der einer Befestigung gleichkommt. Die Anlage ist wurde 1995 in die Liste der Scheduled Monuments übernommen und steht seither unter Denkmalschutz.

Lage

Castle Haven liegt in Dumfries and Galloway südlich des Dorfes Corseyard, an der Küstenstrasse zwischen Kockbrex und dem zu Kirkcudbright gehörenden Dorf Borgue, etwa acht Kilometer südlich von Gatehouse of Fleet.

Bauform

Ungewöhnlich: die rechteckige Bauform

Die etwas abnorme Form – ansonsten sind Duns rund oder oval – kommt im Nordwesten Schottlands häufiger vor als im Südwesten, wo Barsalloch Fort, enger benachbart, und Dun Kildonan (bei Campbeltown) auf der Halbinsel Kintyre weitere D-förmige Pendants bilden. Die an Steilküsten oder an Geländestufen im Hinterland platzierten Anlagen haben küsten- bzw. stufenseitig mitunter keine Mauer, so dass nur eine halbkreisförmige Umwallung besteht.

Das innen nur etwa 10,5 m × 18 m große Dun Castle Haven liegt mit seiner nahezu geraden Westmauer entlang der Klippe und hat seinen Hauptzugang im Bogensegment des Nordendes. Ein kleinerer Zugang am Südende führt abwärts, an den Strand. Das Fort ist heute bewachsen und fügt sich kaum erkennbar in die Landschaft. Eine Eigenheit, die dieses kleine Dun mit Anlagen in Westschottland verbindet, und dort vor allem Brochs auszeichnet, ist der beinahe total umlaufende hohle Wandaufbau. Drei unterschiedlich lange Galerien liegen innerhalb der knapp vier Meter dicken Wand. Sechs Zugänge führen in die Galerien. Platten, die als Stufen verlegt sind, führen auf die Mauerkrone. Um das Dun herum gibt eine nahezu konzentrische äußere Mauer, deren Entstehungszeit ungesichert ist.

Funde

Die Artefakte die während der Restaurierung gefunden wurden - zwei spiralförmige Fingerringe aus Bronze und eine blau-weiße Glasperle - verweisen darauf, dass seine Nutzer relativ wohlhabend waren. Es fanden sich auch Bruchstücke einer emaillierten mittelalterlichen Brosche. Es ist darauf hingewiesen worden, dass das Dun im 14. Jahrhundert als Unterschlupf des Balliol Clans verwendet worden sein könnte.

Literatur

  • Anna Ritchie, Graham Ritchie: Scotland. An Oxford Archaeological Guide. Oxford University Press, Oxford 1998, ISBN 0-19-288002-0, (Oxford archaeological guides).

Weblinks

 <Lang> Commons: Castle Haven (Dumfries and Galloway) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag Castle Haven in der Liste der Scheduled Monuments auf der Website von Historic Scotland. (englisch)
  • Eintrag Castle Haven bei CANMORE, der Datenbank der historischen Monumente der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Scotland (englisch)
  • Informationen und Bilder auf einer privaten Website (englisch)

54.809444444444-4.19Koordinaten: 54° 48′ 34″ N, 4° 11′ 24″ W


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