Bruno Krüger (Prähistoriker)


Bruno Krüger (* 19. April 1926 in Fabianowo, heute Teil von Posen) ist ein deutscher Prähistoriker.

Bruno Krüger machte nach der Volksschule eine Lehre als Bankkaufmann, die er 1943 abschloss. Danach nahm er als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil und war bis 1948 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Freilassung machte er eine Ausbildung zum Neulehrer und übte den Beruf bis 1951 aus. 1952 trat er in die SED ein und begann ein Studium der Geschichte sowie Ur- und Frühgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB). 1956 bestand Krüger die Diplomprüfung, war danach bis 1957 Praktikant im Rahmen einer Maßnahme zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Deutschen Akademie der Wissenschaften und wurde schließlich wissenschaftlicher Assistent am Institut für Vor- und Frühgeschichte an der Akademie. Im Februar 1960 promovierte er mit einer Arbeit zum Thema Der Beitrag der Archäologie zur Altersbestimmung und Wesensdeutung der Kietzsiedlungen im nördlichen Mitteleuropa an der HUB, Gutachter waren Wilhelm Unverzagt, Karl-Heinz Otto und Paul Grimm. Im Jahr 1968 wurde Krüger Lehrbeauftragter für Ur- und Frühgeschichte am der HUB und war seit 1969 Leiter der Abteilung Germanenforschung am Zentralinstitut für Geschichte der Akademie. Die Promotion B erfolgte 1971 mit einer Arbeit zum Thema „Der Zoberberg in Dessau-Mosigkau. Ein frühslawischer Siedlungsplatz im mittleren Elbegebiet“. Die Arbeit wurde schon 1967 veröffentlicht. 1975 wurde er Professor an der Akademie und Redakteur der Zeitschrift für Archäologie, von 1977 bis 1989 leitete er den Wissenschaftsbereich Ur- und Frühgeschichte am Zentralinstitut für Alte Geschichte und Archäologie an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Krüger war an vielen Großprojekten der Akademie beteiligt, von besonderer Bedeutung war die Herausgeberschaft des zweibändigen Werkes „Die Germanen“. 1982 wurde er mit dem Banner der Arbeit ausgezeichnet.

Schriften

  • Die Kietzsiedlungen im nördlichen Mitteleuropa. Beiträge der Archäologie zu ihrer Altersbestimmung und Wesensdeutung, Akademie, Berlin 1962 (Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Bd. 11)
  • Dessau-Mosigkau. Ein frühslawischer Siedlungsplatz im mittleren Elbegebiet, Akademie, Berlin 1967 (Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Bd. 22)
  • Der Zoberberg in Dessau-Mosigkau. Ein frühslawischer Siedlungsplatz im mittleren Elbegebiet, Museum für Naturkunde und Vorgeschichte, Dessau 1967 (Schriftenreihe des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau, Band 2)
  • Die Germanen. Geschichte und Kultur der germanischen Stämme in Mitteleuropa. Ein Handbuch in 2 Bänden (Hrsg.), Akademie, Berlin 1976/1983 (Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Alte Geschichte und Archäologie der Akademie der Wissenschaften der DDR, Bd. 4)
  • Die Schlacht im Teutoburger Wald, DVW, Berlin 1986 (Illustrierte historische Hefte, Heft 43) ISBN 3-326-00137-1
  • Waltersdorf. Eine germanische Siedlung der Kaiser- und Völkerwanderungszeit im Dahme-Spree-Gebiet, Akademie, Berlin 1987 (Schriften zur Ur- und Frühgeschichte, Band 43), ISBN 3-05-000320-0
  • Die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 unserer Zeitrechnung, Beier und Beran, Weissbach 1999 (Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, Band 18) ISBN 3-930036-24-X
  • Die Germanen. Mythos – Geschichte – Kultur – Archäologie, Beier und Beran, Weissbach 2003 (Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, Band 29) ISBN 3-930036-54-1

Literatur

  • Lothar Mertens: Das Lexikon der DDR-Historiker. Saur, München 2006, ISBN 3-598-11673-X, S. 365.

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