Bosniaken


Dieser Artikel behandelt die Bosniaken als Ethnie im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien; zu weiteren Bedeutungen dieses Begriffes siehe Bosniak.

Bosniaken (bosnisch: Bošnjaci) sind eine Ethnie mit etwa 3 Millionen Angehörigen, die primär in Bosnien und Herzegowina und Serbien insbesondere im Sandschak leben. Da die Konfession im Osmanischen Reich und im späteren Jugoslawien als Unterscheidungskriterium der Nationalitäten in Bosnien und Herzegowina verwendet wurde, war lange Zeit der Begriff „Muslime“ (bzw. „slawischsprachige Muslime“) üblich bzw. ist es in Serbien und Montenegro teilweise noch immer. Die Bosniaken sind neben Kroaten und Serben laut Verfassung eines der drei konstitutiven Völker von Bosnien und Herzegowina.

Heute werden mit dem Wort „Bosnier“ (Bosanci) im Allgemeinen die Angehörigen des Staates Bosnien und Herzegowina unabhängig von der Volksgruppe bezeichnet, während man mit „Bosniaken“ (Bošnjaci) die vormals als Bosnische Muslime (oder auch Slawische Muslime) bezeichnete Volksgruppe unabhängig vom Wohnort bezeichnet.

Bosniaken sprechen eine Variante des Štokavischen, die als bosnische Sprache bezeichnet wird. Die von ihnen verwendete standardsprachliche Form des Štokavischen wird heute von den Ländern des Westbalkans offiziell als eigenständige Sprache betrachtet. Sie weist im Vergleich zu den anderen Standardvarietäten des Serbokroatischen etwas größere Einflüsse der türkischen (mit ca. 1800 Lehnwörtern) und der arabischen Sprache auf.

Bis zum Bosnienkrieg 1992 stellten die Bosniaken vor allem die Stadtbevölkerung des Landes, sie siedelten vor allem im Zentrum und im Osten Bosnien und Herzegowinas sowie in der Region Bihać im Westen. Nach den sogenannten „ethnischen Säuberungen“ während des Krieges konzentrieren sie sich inzwischen auf den Raum Bihać und die Region um die Städte Sarajevo, Zenica und Tuzla.

Ethnonym

Die Bezeichnung bošnjak hatte ursprünglich mehrere unterschiedliche Bedeutungen. Man verstand darunter:[1]

  • eine Person, die aus Bosnien stammt. Daneben existierte die Bezeichnung Bosnier (bosn. bosanac, Pl. bosanci)
  • einen Bewohner von Bosnien
  • Heute jedoch trifft diese Bezeichnung lediglich auf die bosnisch-herzegowinischen Muslime zu.

Im mittelalterlichen Bosnien und Herzegowina nannte man die Bewohner des Landes Bošnjani (Sg. Bošnjanin). Im Lateinischen verwendete man damals die Benennung Bosn(i)enses, im Italienischen Bosnesi oder Bosignani. Nach der Eroberung durch die Osmanen im 15. Jahrhundert tauchte die türkisierte Form Boşnak (türk. Pl. Boşnaklar) auf. Bosnische Franziskaner verwendeten beide Formen wechselweise, um dadurch alle Einwohner von Bosnien, also Muslime und Nicht-Muslime zu bezeichnen. Die heutige, moderne Bezeichnung für die Einwohner des Staates Bosnien und Herzegowina lautet jedoch Bosnier (Bosanci).

Osmanische Autoren, wie etwa Evliya Çelebi, verwendeten die Bezeichnung „Bosniaken“ jedoch ausschließlich für die muslimische Bevölkerung von Bosnien. Nicht-Muslime wurden von ihnen meist Reaya oder Walachen genannt.

Die österreichisch-ungarische Verwaltung unter der Leitung des gemeinsamen Finanzministers Benjámin Kállay (1839–1903) versuchte die Bezeichnung Bosniaken für die gesamte Bevölkerung wieder einzuführen. Dies stieß jedoch auf breite Ablehnung unter den bosnischen Kroaten und Serben. Die bosnischen Muslime akzeptierten die Benennung nur in sehr begrenztem Maße.

1968 wurden die „Muslime im ethnischen Sinn“ zum sechsten jugoslawischen Staatsvolk erklärt, zuvor mussten sie sich in Volkszählungen als „muslimischer Serbe“, „muslimischer Kroate“ oder „ethnisch nicht bestimmt“ einordnen. Die Bezeichnung Bosniaken wurde erst 1993 offiziell wieder verwendet.[2] Heute versteht man unter „Bosniaken“ die bosnischen Muslime und unter „Bosniern“ alle Einwohner von Bosnien und Herzegowina verwendet.[3]

Geschichte

„Ethnographische Karte der europäischen Türkei“ von 1877, die Bosniaken werden hier als Mohamedan. Serbokroaten oder Bosnische Türken bezeichnet
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Die Bosnische Kirche und das Bogumilentum. Islamisierung der slawischen Bevölkerung auf den Gebiet des heutigen Bosnien. Rechtlicher Status von Muslimen im Osmanischen Reich im Gegensatz zu Christen (Steuern). Kultur, Religion und Brauchtum. Österreich-Ungarn und die bosnischen Muslime. Bedeutung im Königreich Jugoslawien. Politische Affiliationen und Identifikation (1918–1992. Anlehnung an Kroaten oder Serben oder eigenständig.). Glaube und Kommunismus. Die Bosniaken als anerkannte Ethnie (ab 1990). Moderne Einflüsse auf die Gemeinschaft (säkular vs. islamischer Staat). Die bosnische Sprache.
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber bitte kopiere keine fremden Texte in diesen Artikel.

Politisches Instrument für die Bewegung der Blockfreien

Nachdem Tito zusammen mit Nasser und Nehru die Bewegung der blockfreien Staaten gegründet hatte, kamen die bosnischen Muslime nach dem Zweiten Weltkrieg wieder leichter in Kontakt mit der restlichen muslimischen Welt. Obwohl die Islamische Religiöse Gemeinschaft, welche die jugoslawischen Muslime offiziell repräsentierte dazu instruiert wurde, den Islamischen Weltkongress in Karachi 1952 zu boykottieren, wurden deren Angehörige bald im Namen der sozialistischen Republik Jugoslawien in alle Welt geschickt. Ein muslimischer Hintergrund war ein Vorteil für Kandidaten für den jugoslawischen auswärtigen Dienst. Viele bosnisch-muslimische Diplomaten dienten daher in den arabischen und indonesischen Staaten. Die Tatsache, dass diese Beamten alle Mitglieder der kommunistischen Partei waren und ihre Religion größtenteils aufgegeben hatten, schien von keiner Bedeutung zu sein, solange sie muslimische Vornamen trugen.[4]

Das Streben nach Anerkennung

Bei der Volkszählung von 1948 standen den Muslimen im ehemaligen Jugoslawien drei Optionen zur Verfügung: Sie konnten sich als "muslimische Serben", "muslimische Kroaten" oder aber als "Muslime (nicht deklarierte Nationalität)" nennen. Tatsächlich gaben der überwiegende Teil der Muslime "nicht deklariert" an.

1953 gab es ein ähnliches Ergebnis. Diesmal wurde der Geist des Jugoslawismus allgemein promoviert. Die Bezeichnung "Muslim" wurde entfernt. An dessen Stelle trat die Angabe "Jugoslawe (nicht deklarierte Nationalität)". Wiederum entschieden sich die meisten für diese Option.

In den 1960ern begann sich der Trend zu ändern, und bis heute ist nicht klar, weshalb. Im Allgemeinen waren die bosnischen Politiker damals der serbischen Dominanz sehr ergeben. Die bosnische kommunistische Partei zählte etwa 60 % Serben und lediglich 20 % Muslime. Nach dem Rücktritt des Serben Đuro Pucar als Parteivorsitzender und Aleksandar Ranković als Titos Sicherheitschef kam es zu einer entspannteren Politik gegenüber den nicht-serbischen Volksgruppen. Es gab aber bereits früher Bestrebungen zur Anerkennung der Muslime als eigenständiger Ethnie. Zwei Faktoren waren dabei entscheidend: Ein Bestreben, das in den frühen 1960ern aufkam, die republikanischen Identitäten gegenüber einem „integralen Jugoslawismus“ zu stärken, und der Aufstieg einer kleinen Elite muslimischer Kommunisten innerhalb der Partei.[5]

Bei der Volkszählung von 1961 war es möglich "Muslim im ethnischen Sinne" anzugeben. Ebenso bezog sich die bosnische Verfassung von 1963 in der Präambel auf "Serben, Kroaten und Muslime, in Vergangenheit vereinigt durch ein gemeinsames Leben", was implizit bedeutete, dass die Muslime als Volksgruppe erachtet wurden.[6] Von nun an wurden die Muslime in gleicher Weise mit den übrigen Volksgruppen behandelt, wenn dies auch noch nicht offiziell bestätigt wurde.

Eine Vielzahl von Akademikern und Beamten, unter der intellektuellen Führung von Prof. Muhamed Filipović und der Mithilfe kommunistischer Funktionäre wie etwa Atif Purivatra, startete daher eine Kampagne zur Großschreibung des "M" im Wort "Musliman" (Mitglied einer Volksgruppe im Gegensatz zu "musliman", das lediglich auf die Religionszugehörigkeit verwies). Filipović wurde 1967 deswegen sogar aus der Partei ausgeschlossen. Das bosnische Zentralkomitee der kommunistischen Partei entschied 1968 jedoch, dass "die derzeitige sozialistische Praxis zeigt, dass Muslime eine eigenständige Volksgruppe sind". Trotz heftigen Widerstandes in Belgrad von Seiten serbisch-nationaler Kommunisten wie etwa Dobrica Ćosić oder etwa mazedonischer Politiker wurde diese Vorgangsweise von der Zentralregierung angenommen. Die Angabe bei der Volkszählung von 1971 lautete daher "Muslim (im Sinne einer Volksgruppe)". Das Studium der islamischen Theologie in Bosnien-Herzegowina, ebenso wie der studentische Austausch mit anderen muslimischen Staaten, wurden seitdem stimuliert. 1977 wurde die Fakultät der Islamischen Theologie an der Universität Sarajewo eingerichtet.[5]

Die Rolle der Intellektuellen

Die Bewegung zur Anerkennung der Slawischen Muslime als eigenständiger Volksgruppe begann in den späten 1960ern und Anfang der 1970er. Dies war keine islamisch-religiöse Bewegung, sondern wurde von Kommunisten und anderen säkularisierten Muslimen geführt, welche die muslimische Identität in Bosnien-Herzegowina in etwas definitiv nicht-religiöses umwandeln wollten. Es entwickelten sich jedoch zwei unterschiedliche Strömungen: Die Bewegung des säkularen „Muslimischen Nationalismus“, und ein davon getrenntes Wiederaufleben des islamischen Glaubens.[7][8]

Zur ersten Strömung gehörten Wissenschaftler wie Atif Purivatra, der sich seit Ende der 1960er intensiv und auf akademischem Niveau mit der Frage der Nationalität der bosnischen Muslime auseinandersetzte. Ein prominentes Beispiel für die Sichtweisen der zweiten Strömung ist die "Islamische Deklaration". Diese programmatische Schrift wurde von Alija Izetbegović Mitte der 1960er Jahre verfasst. Izetbegović stand mit seinen Ansichten im Gegensatz zu Purivatra; er beschäftigte sich vielmehr mit der Lage des Islam in der ganzen Welt, statt mit den Problemen in Bosnien-Herzegowina. Er verurteilte unter anderem den Nationalismus als trennendes Instrument und bezeichnete den Kommunismus als inadäquates System.[4] Izetbegović wurde in der Folge 1983 zu vierzehn Jahren Haft wegen „Aufrufs zur Zerstörung Jugoslawiens“ verurteilt.

Verteilung der Bosniaken in verschiedenen Ländern

Bosniaken in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens

Land Anzahl der bosniakischen Einwohner Anteil an der Gesamtbevölkerung [%]
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 2.185.055 [9] 48
KroatienKroatien Kroatien 0020.755 [10] 00,5
SerbienSerbien Serbien 0136.087 [11] 01,8
SlowenienSlowenien Slowenien 0021.542 [12] 01,1
MazedonienMazedonien Mazedonien 0017.018 [13] 00,8
MontenegroMontenegro Montenegro 0053.605 [14] 08,6

In Bosnien und Herzegowina leben die Bosniaken meist im Nordwesten (um Bihać) und in der Mitte des Landes, wobei der Kanton Una-Sana mit 94,3 % den höchsten Anteil von Bosniaken an der gesamten Einwohnerzahl aufweist. Ihr kulturelles Zentrum ist Sarajevo.

Bosniaken in anderen Staaten der Welt

Eine große bosniakische Diaspora besteht in der Türkei.[15][16] Diese kamen hauptsächlich als Muhadschir im 19. Jahrhundert in die osmanische Türkei, nachdem das Osmanische Reich Teile Rumeliens (des osmanischen Balkans) verloren hatte und in den verlorenen Balkangebieten zahlreiche Massaker an Muslimen begangen wurden.[17] Seit den 1960er Jahren kamen Bosniaken als Gastarbeiter in westeuropäische Staaten, in den 1990er Jahren als Kriegsflüchtlinge auch in die USA, nach Kanada und Australien.

Viele der in Deutschland lebenden Bosniaken sind während des Bosnienkrieges zugewandert. Erste bosniakische Gemeinden entstanden bereits in den 1960er und 1970er Jahren, als zahlreiche Gastarbeiter aus Jugoslawien nach Deutschland kamen. Seit 1994 bzw. 2007 gibt es den Dachverband Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland.

In Schweden bestehen in Stockholm und Malmö Gemeinden der Bosniaken. Ein bekannter Sohn bosnischer Zuwanderer ist der Fußballer Zlatan Ibrahimović, der für die schwedische Nationalmanschaft spielt.

Bosniakische Namen

Die bosniakischen Nachnamen haben, wie im südslawischen Raum üblich, oft die Endungen „ić“ oder „ović“. Anhand der Nachnamen ist der Einfluss der osmanisch-islamischen Kultur erkennbar. So tragen viele Bosniaken Namen wie z. B. „Imamović“ (übersetzt: Sohn des Imams) oder „Hadžiosmanović“ (übersetzt: Sohn des Haddschi Osman).

Es gibt daneben aber auch bosniakische Nachnamen, die keine -Endung besitzen. Diese beziehen sich in der Regel auf einen Beruf, auf die Herkunft oder andere Faktoren der Familiengeschichte. Ein Beispiel für einen solchen Namen ist der häufige Name Zlatar (übersetzt: Goldschmied).

Andere bosniakische Namen haben nichts orientalisches an sich, enden aber auf -ić. Diese Namen haben ihren Ursprung im Mittelalter und haben sich wahrscheinlich seitdem nicht verändert. Sie gehören dem alten bosnischen Adel an oder sind der letzten Welle der zum Islam Konvertierten zuzurechnen. Beispiele hierfür sind Tvrtković und Kulenović (vgl. König Tvrtko oder Kulin Ban).

Die Vornamen der Bosniaken sind meist arabischen, türkischen oder persischen Ursprungs. So heißen viele z. B. Hasan, Adnan, Sulejman oder Emir. Einige arabische Namen werden gekürzt. Daneben sind auch Namen populär, die nicht religiös gebunden und im gesamten südslawischen Raum verbreitet sind, wie etwa der Name Zlatan (deut. der Goldene).

Literatur

  • Annette Monika Fath-Lihic: Nationswerdung zwischen innerer Zerrissenheit und äußerem Druck. Die bosnischen Muslime auf dem Weg vom ethnischen Bewusstsein zur nationalen Identität. Dissertation, Universität Mannheim 2007 (Volltext)
  • Purivatra, Atif. Nacionalni i politički razvitak Muslimana (1969)

Weblinks

 <Lang> Commons: Bosniaken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rječnik hrvatskoga jezika, Leksikografski zavod Miroslav Krleža, Zagreb 2000
  2. Marie-Janine Calic: Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert Verlag C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60645-8, S. 243
  3. Edgar Hösch, Karl Nehring, Holm Sundhaussen (Hrsg.): Lexikon zur Geschichte Südosteuropas Utb, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-8252-8270-7
  4. 4,0 4,1 Malcolm, Noel. Bosnia. A Short History. (1994) S. 197 & S. 200ff
  5. 5,0 5,1 Malcolm, Noel (1994). Bosnia. A Short History. S. 197.
  6. Höpken. Die Kommunisten und die Muslime. S. 196-7. & Irwin. Islamic Revival. S. 443.
  7. A. Popović. Islamische Bewegungen. S. 281
  8. Irwin, Zachary. "The Islamic Revival and the Muslims of Bosnia and Herzegovina," East European Quarterly, vol.17, 1983. S. 445-6.
  9. CIA World Factbook: Bosnien und Herzegovina (englisch)
  10. Republika Hrvatska – Državni Zavod Za Statistiku
  11. Serbien#Nationalitäten
  12. http://www.stat.si/Popis2002/gradivo/si-92.pdf
  13. Mazedonien#Ethnien
  14. Montenegro#Bevölkerung
  15. 101.000 Boşnaklar laut Türkiye'nin nüfusunun etnik köken dağılımı şöyle (Die Bevölkerung der Türkei nach ethnischer Herkunft; türkisch) auf memurlar.net, wobei die Angaben vom United States Center for World Mission (USCWM) stammen (vgl. en:U.S. Center for World Mission)
  16. http://www.trf.nu/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=107&Itemid=80
  17. Rezension: „Schon nach 1840 waren viele Muslime nach Massakern aus Europa geflohen. In den Jahren 1855 bis 66 waren es in der Folge des Krimkriegs eine Million. Hunderttausende flohen aus Serbien und Kreta und nochmals Tausende nach dem russisch-osmanischen Krieg. Und nun gab es die Massaker an Muslimen in den verbliebenen Balkangebieten.“

Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


Knochen des Tages

Elemente:

,

18.02.2021
Neandertaler-Gene und Covid-19 Verläufe
Letztes Jahr entdeckten Forscher, dass wir den wichtigsten genetischen Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Krankheit Covid-19 vom Neandertaler geerbt haben.
29.01.2021
Als Flüsse durch eine grüne Sahara flossen
Große Teile der heutigen Sahara-Wüste waren vor Tausenden von Jahren grün.
29.01.2021
Beweglicher Daumen ebnete den Weg zur menschlichen Kultur
Präzise Greifen und grazilere Werkzeuge herstellen: Vor rund zwei Millionen Jahren verschaffte ihre bessere Feinmotorik den ersten Menschen einen evolutionären Vorteil
23.01.2021
Befreundete Schimpansen kämpfen gemeinsam gegen Rivalen
Menschen kooperieren in großen Gruppen miteinander, um Territorien zu verteidigen oder Krieg zu führen.
21.01.2021
Über 18.000 Funde: Forschungsgrabung in Untermaßfeld abgeschlossen
Seit vier Jahrzehnten wird in der thüringischen Wirbeltierfundstelle Untermaßfeld regelmäßig ausgegraben.
21.01.2021
Was das Genom des Lungenfischs über die Landeroberung der Wirbeltiere verrät
Das vollständig sequenzierte Genom des Australischen Lungenfisches ist das größte sequenzierte Tiergenom und hilft, den Landgang der Wirbeltiere besser zu verstehen – Evolutionsbiologen der Universität Konstanz sind maßgeblich beteiligt
21.01.2021
Alte DNA gibt Aufschluss über die Besiedlung der Marianeninseln
Im Vergleich zur Erstbesiedlung Polynesiens hat die Besiedlung der Marianen im Westpazifik vor etwa 3.500 Jahren bisher nur wenig Beachtung gefunden.
21.01.2021
Asiatische Gewürze erreichten den Mittelmeerraum vor mehr als 3000 Jahren
Der LMU-Archäologe Philipp Stockhammer fand Hinweise über asiatische Gewürze wie Kurkuma und Früchte wie die Banane im Mittelmeerraum schon viel früher als bislang gedacht.
10.12.2020
Fossilien zeigen Folgen der Ozeanerwärmung auf
Forschende aus Berlin und Großbritannien haben die ökologischen Auswirkungen einer raschen und ungewöhnlich intensiven Phase der Klimaerwärmung während der Jurazeit vor etwa 182 Millionen Jahren auf die Meeresfauna erforscht.
03.12.2020
Das älteste “Ortsnamenschild” der Welt
Wissenschaftler der Universität Bonn haben zusammen mit dem Ägyptischen Antikenministerium das älteste Ortsnamenschild der Welt entschlüsselt.
30.11.2020
Der Popa-Langur: ein neu entdeckter Affe aus Asien
Erbgutanalysen, unter anderem an hundert Jahre altem Museumsexemplar, erlauben Einblick in die Evolutionsgeschichte der Haubenlanguren.
25.11.2020
Treue Paare im Regenwald
Rote Springaffen verzichten auf Seitensprünge.
24.11.2020
Manche mögen‘s heiß: Globale Erwärmung als Motor für Evolution der Langhalssaurier
Ein internationales Paläontologen-Team, zu dem auch SNSB-Forscher Oliver Rauhut gehört, findet Belege für einen raschen Klimawandel vor 180 Millionen Jahren als Ursache für die Ausbreitung der weithin bekannten Langhalssaurier (Sauropoden).
03.11.2020
Neanderthaler-Mütter stillten nach fünf bis sechs Monaten ab
Als Grund für das Aussterben der Neanderthaler vermuten einige Forscher, dass die damaligen Mütter ihre Säuglinge lange stillten und die Säuglinge so nicht früh genug vielfältige Nährstoffe für eine Höherentwicklung des Gehirns erhielten.
31.10.2020
Populationsgeschichte der Hunde deckt sich nur teilweise mit der des Menschen
Wissenschaftler haben die Genome von bis zu 10.900 Jahre alten Hunden untersucht und zeigen, dass die Populationsgeschichte der prähistorischen Hunde sich nur teilweise mit der des Menschen deckt.
30.10.2020
Denisovaner-DNA im Erbgut früher Ostasiaten
Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Mongolischen Akademie der Wissenschaften haben das Genom des ältesten menschlichen Fossils, das bis jetzt in der Mongolei gefunden wurde, analysiert: Die 34.000 Jahre alte Frau hatte rund 25 Prozent ihrer DNA von Westeurasiern geerbt.
24.10.2020
Bissspuren und ausgefallene Zähne bringen Licht ins Fressverhalten von Dinosauriern
Forscherteam der Universität Tübingen untersucht 160 Millionen Jahre alten Fressplatz im Nordwesten Chinas.
22.10.2020
Kognitive Bausteine der Sprache existierten schon vor 40 Millionen Jahren
Nicht nur Menschen, sondern auch Affen und Menschenaffen erkennen Regeln in komplexen sprachlichen Konstruktionen. Dies haben Sprachwissenschaftler durch Experimente mit einer künstlichen Grammatik herausgefunden. Daraus lässt sich schliessen, dass diese Fähigkeit auf gemeinsame Vorfahren zurückgeht.
21.10.2020
Mehr noch als Fleisch und Milch
Stabile Isotopendaten von Menschen- und Tierknochen zeigen eine sehr effektive Nutzung des vielfältigen Nahrungsangebots im nördlichen Kaukasus und den vorgelagerten Steppen durch bronzezeitliche Viehhalter im heutigen Süden Russlands.
18.10.2020
Madagaskar: Mensch und Klima verursachten Massenaussterben
Die gesamte endemische Megafauna Madagaskars und der östlich davon gelegenen Inselkette der Maskarenen, zu der Mauritius und Rodrigues zählen, wurde im vergangenen Jahrtausend ausgerottet.
17.10.2020
Chemische Evolution - Am Anfang war der Zucker
Der Ursprung allen Lebens liegt in organischen Molekülen. Doch wie sind diese aus anorganischen Stoffen entstanden? Der LMU-Chemiker Oliver Trapp berichtet über einen Reaktionsweg, bei dem sich Zucker an Mineralien ohne Wasser bilden.
14.10.2020
Der moderne Mensch kam auf Umwegen nach Europa
Klimatische Bedingungen leiteten die geographische Ausbreitung von Homo sapiens in der Levante vor 43.000 Jahren.
12.10.2020
Reiter wetteiferten vor 3000 Jahren um die ältesten Lederbälle Eurasiens
Wissenschaftler haben in Gräbern von Reitern in Nordwest-China die ältesten Bälle Eurasiens untersucht.
08.10.2020
Forscher rekonstruieren Käfer aus der Kreidezeit
Ein internationales Forscherteam hat vier neu gefundene Exemplare der fossilen Käfer Mysteriomorphidae mithilfe der Computertomographie untersucht und weitestgehend rekonstruieren können. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf die Evolution der Arten während der Kreidezeit zu.
01.10.2020
Jagdverhalten säbelzahntragender Raubtiere erforscht
Ein internationales Team von Forschenden aus dem Vereinigten Königreich und Spanien sowie unter Beteiligung vom Museum für Naturkunde in Berlin, untersuchten über 60 verschiedene säbelzahntragende Tierarten.