Arvandus (Arabundus) war ein weströmischer Politiker gallorömischer Herkunft im 5. Jahrhundert.

Leben

Im Jahr 464 wurde Arvandus von Libius Severus und Ricimer zum Prätorianerpräfekten für Gallien ernannt. Er musste sich mit den mächtigen germanischen Königreichen der Franken, Westgoten und Burgunden ebenso auseinandersetzen wie mit dem 461 von Ravenna abgefallenen gallorömischen Sonderreich unter Aegidius († 464/65) und dessen Nachfolger Syagrius.

468 wurde eine Korrespondenz des Arvandus bekannt, in der er dem Westgotenkönig Eurich empfahl, dem von Leo I. eingesetzten Westkaiser Anthemius die Anerkennung zu verweigern und die nördlich der Loire siedelnden, mit Syagrius verbündeten Bretonen anzugreifen. Arvandus wurde Anfang 469 in Rom wegen Hochverrats verurteilt (ob er mit Eurichs Rückendeckung selbst die Kaiserwürde anstrebte, wie Cassiodor andeutet, ist unsicher), aber dank der Intervention einflussreicher Freunde (darunter Sidonius Apollinaris, der den Prozess überliefert) zu Verbannung begnadigt.

Quellen

Literatur

  • Alexander Demandt: Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian. 284 – 565 n. Chr. (= Handbuch der Altertumswissenschaft. Abteilung 3: Alter Orient, Griechische Geschichte, Römische Geschichte. Teil 6). 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-55993-8, S. 209.
  • Dirk Henning: Periclitans res publica. Kaisertum und Eliten in der Krise des Weströmischen Reiches 454/5–493 n. Chr. Steiner, Stuttgart 1999, ISBN 3-515-07485-6 (Historia Einzelschriften, Band 133).
  • Stefano de Luca: Il processo di Arvando e il ruolo del senato tra Antemio e Ricimero. In: Historia 66, 2017, S. 483–508.
  • John Robert Martindale: Arvandus. In: The Prosopography of the Later Roman Empire (PLRE). Band 2, Cambridge University Press, Cambridge 1980, ISBN 0-521-20159-4, S. 157–158.

Weblinks