Christophe Chauvin / Public domain

Alignements du Moulin


Alignement du Moulin: Die Steinreihen liegen in der Nähe des Ortes Saint-Just.

Die Alignements du Moulin bei Saint-Just im Département Ille-et-Vilaine am Rande der Bretagne in Frankreich bestehen aus drei megalithischen Steinreihen. Namengebend für die Steinreihe ist eine benachbarte alten Mühle, die französisch Le Moulin de Cojoux genannt wird. In der Base Mérimée, der Datenbank des französischen Kulturministeriums, in der die Steinreihen als historisches Denkmal (monument historique) klassifiziert sind, werden sie auch als Alignements de Cojoux bezeichnet.[1]

Die drei separaten Reihen bestehen aus mineralogisch unterschiedlichen Steinarten und zeigen dadurch auch unterschiedliche Färbungen. Die Steinreihen liegen am Rand eines kleinen Bergkammes und erstrecken sich insgesamt über etwa 400 m. Die nördliche, 115 m lange Reihe wird von 15 Quarzblöcken mit Kristallisationen gebildet. Sie verläuft in Ost-West-Richtung. Die 65 m lange, aus Schieferblöcken bestehende südliche Reihe verläuft nicht genau parallel zur nördlichen Reihe, ist aber ebenfalls in ost-westlich ausgerichtet. Eine dritte Reihe aus fünf Steinen steht rund 100 Meter weiter westlich und verläuft senkrecht zu den beiden anderen. Alle drei, nicht mehr vollständigen Reihen aus bis zu drei Meter hohen Menhiren könnten sich an einem Punkt im Westen getroffen haben.

Schon im 19. Jahrhundert wurde die Fundstätte teilweise untersucht. 1953 erforschte Pierre-Roland Giot[2] die Anlagen um Saint-Just und kam zu dem Schluss, dass es sich um neolithische Bauwerke handelte. 1976 wurden die Steinreihen von Maurice Gautier, Gilles Leroux und Yannick Lecerf untersucht und restauriert. Die umgestürzten und zum Teil mit Erde bedeckten Menhire wurden wieder aufgerichtet.

Weitere Grabungen in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren, geleitet von Maurice Gautier, Gilles Leroux und Jacques Briard,[3] zeigten, dass sich an ihren Fundamenten eine gepflasterte Chaussee mit verschiedenen Pfostenlöchern befand, so dass die Menhirreihen durch Holzkonstruktionen ergänzt waren. Darunter war auch eine Anordnung aus vier Pfosten. Datierungen ergaben Nutzungsphasen zwischen 4600 und 3700 v. Chr. Während der Bronzezeit wurden hier Grabanlagen hinzugefügt, darunter eine Steinkiste mit einer runden Einfassung an der nördlichen Reihe. Damals vergruben die Menschen der Bronzezeit am Rande der Alignements die Asche eines Toten in einem großen Tongefäß.

Nach einem Brand im September 2009 sind auch die kleineren Steine nicht mehr so stark von der Heidevegetation überwuchert und gut sichtbar.[4]

Die Steinreihen gehören zum Parc des Megalithes de Saint-Just, in dem sich auch die Megalithanlagen Château Bû, Croix Saint-Pierre, Allée couverte du Tréal, Demoiselles Piquées, Four Sarrazin, Croix Madame und Le Tribunal befinden.

Literatur

  • Pierre-Roland Giot: Menhir et dolmens, monuments mégalithiques de Bretagne. Éditions Jos Le Doaré, Châteaulin, 1957
  • Maurice Gautier, Gilles Leroux et Yannick Lecerf: Les mégalithes de Saint-Just (Ille-et-Vilaine) et la fouille des alignements du Moulin de Cojou. Revue archéologique de l'Ouest, 6, S. 5-29, 1989
  •  Jacques Briard: Die Megalithen der Bretagne. Gisserot, Paris 1991.
  • Jacques Briard, Maurice Gautier et Gilles Leroux: Les mégalithes et les tumulus de Saint-Just. Ille-et-Vilaine. Evolution et acculturations d'un ensemble funéraire, 5000 à 1500 ans avant notre ère. Éditions du Comité des travaux historiques et scientifiques, Paris 1995, ISBN 2-7355-0320-8

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Alignements de Cojoux in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (ministère de la Culture et de la Communication)
  2. Pierre-Roland Giot: Menhir et dolmens, monuments mégalithiques de Bretagne. Éditions Jos Le Doaré, Châteaulin, 1957
  3. Jacques Briard, Maurice Gautier et Gilles Leroux: Les mégalithes et les tumulus de Saint-Just. Ille-et-Vilaine. Evolution et acculturations d'un ensemble funéraire, 5000 à 1500 ans avant notre ère. Éditions du Comité des travaux historiques et scientifiques, Paris 1995, ISBN 2-7355-0320-8
  4. L'incendie Bilder vom Brand im Parc des Megalithes de Saint-Just vom September 2009

47.765-1.9736111111111Koordinaten: 47° 45′ 54″ N, 1° 58′ 25″ W


Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


Knochen des Tages

Elemente:

,

02.03.2021
Wie sind Hunde nach Amerika gekommen?
Forscher analysierten das mitochondriale Genom des Hundes und kamen zu dem Schluss, dass das Tier zu einer Linie von Hunden gehörte, deren Entwicklungsgeschichte bereits vor 16.700 Jahren von der der sibirischen Hunde abwich.
18.02.2021
Neandertaler-Gene und Covid-19 Verläufe
Letztes Jahr entdeckten Forscher, dass wir den wichtigsten genetischen Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Krankheit Covid-19 vom Neandertaler geerbt haben.
29.01.2021
Als Flüsse durch eine grüne Sahara flossen
Große Teile der heutigen Sahara-Wüste waren vor Tausenden von Jahren grün.
29.01.2021
Beweglicher Daumen ebnete den Weg zur menschlichen Kultur
Präzise Greifen und grazilere Werkzeuge herstellen: Vor rund zwei Millionen Jahren verschaffte ihre bessere Feinmotorik den ersten Menschen einen evolutionären Vorteil
23.01.2021
Befreundete Schimpansen kämpfen gemeinsam gegen Rivalen
Menschen kooperieren in großen Gruppen miteinander, um Territorien zu verteidigen oder Krieg zu führen.
21.01.2021
Über 18.000 Funde: Forschungsgrabung in Untermaßfeld abgeschlossen
Seit vier Jahrzehnten wird in der thüringischen Wirbeltierfundstelle Untermaßfeld regelmäßig ausgegraben.
21.01.2021
Was das Genom des Lungenfischs über die Landeroberung der Wirbeltiere verrät
Das vollständig sequenzierte Genom des Australischen Lungenfisches ist das größte sequenzierte Tiergenom und hilft, den Landgang der Wirbeltiere besser zu verstehen – Evolutionsbiologen der Universität Konstanz sind maßgeblich beteiligt
21.01.2021
Alte DNA gibt Aufschluss über die Besiedlung der Marianeninseln
Im Vergleich zur Erstbesiedlung Polynesiens hat die Besiedlung der Marianen im Westpazifik vor etwa 3.500 Jahren bisher nur wenig Beachtung gefunden.
21.01.2021
Asiatische Gewürze erreichten den Mittelmeerraum vor mehr als 3000 Jahren
Der LMU-Archäologe Philipp Stockhammer fand Hinweise über asiatische Gewürze wie Kurkuma und Früchte wie die Banane im Mittelmeerraum schon viel früher als bislang gedacht.
10.12.2020
Fossilien zeigen Folgen der Ozeanerwärmung auf
Forschende aus Berlin und Großbritannien haben die ökologischen Auswirkungen einer raschen und ungewöhnlich intensiven Phase der Klimaerwärmung während der Jurazeit vor etwa 182 Millionen Jahren auf die Meeresfauna erforscht.
03.12.2020
Das älteste “Ortsnamenschild” der Welt
Wissenschaftler der Universität Bonn haben zusammen mit dem Ägyptischen Antikenministerium das älteste Ortsnamenschild der Welt entschlüsselt.
30.11.2020
Der Popa-Langur: ein neu entdeckter Affe aus Asien
Erbgutanalysen, unter anderem an hundert Jahre altem Museumsexemplar, erlauben Einblick in die Evolutionsgeschichte der Haubenlanguren.
25.11.2020
Treue Paare im Regenwald
Rote Springaffen verzichten auf Seitensprünge.
24.11.2020
Manche mögen‘s heiß: Globale Erwärmung als Motor für Evolution der Langhalssaurier
Ein internationales Paläontologen-Team, zu dem auch SNSB-Forscher Oliver Rauhut gehört, findet Belege für einen raschen Klimawandel vor 180 Millionen Jahren als Ursache für die Ausbreitung der weithin bekannten Langhalssaurier (Sauropoden).
03.11.2020
Neanderthaler-Mütter stillten nach fünf bis sechs Monaten ab
Als Grund für das Aussterben der Neanderthaler vermuten einige Forscher, dass die damaligen Mütter ihre Säuglinge lange stillten und die Säuglinge so nicht früh genug vielfältige Nährstoffe für eine Höherentwicklung des Gehirns erhielten.
31.10.2020
Populationsgeschichte der Hunde deckt sich nur teilweise mit der des Menschen
Wissenschaftler haben die Genome von bis zu 10.900 Jahre alten Hunden untersucht und zeigen, dass die Populationsgeschichte der prähistorischen Hunde sich nur teilweise mit der des Menschen deckt.
30.10.2020
Denisovaner-DNA im Erbgut früher Ostasiaten
Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Mongolischen Akademie der Wissenschaften haben das Genom des ältesten menschlichen Fossils, das bis jetzt in der Mongolei gefunden wurde, analysiert: Die 34.000 Jahre alte Frau hatte rund 25 Prozent ihrer DNA von Westeurasiern geerbt.
24.10.2020
Bissspuren und ausgefallene Zähne bringen Licht ins Fressverhalten von Dinosauriern
Forscherteam der Universität Tübingen untersucht 160 Millionen Jahre alten Fressplatz im Nordwesten Chinas.
22.10.2020
Kognitive Bausteine der Sprache existierten schon vor 40 Millionen Jahren
Nicht nur Menschen, sondern auch Affen und Menschenaffen erkennen Regeln in komplexen sprachlichen Konstruktionen. Dies haben Sprachwissenschaftler durch Experimente mit einer künstlichen Grammatik herausgefunden. Daraus lässt sich schliessen, dass diese Fähigkeit auf gemeinsame Vorfahren zurückgeht.
21.10.2020
Mehr noch als Fleisch und Milch
Stabile Isotopendaten von Menschen- und Tierknochen zeigen eine sehr effektive Nutzung des vielfältigen Nahrungsangebots im nördlichen Kaukasus und den vorgelagerten Steppen durch bronzezeitliche Viehhalter im heutigen Süden Russlands.
18.10.2020
Madagaskar: Mensch und Klima verursachten Massenaussterben
Die gesamte endemische Megafauna Madagaskars und der östlich davon gelegenen Inselkette der Maskarenen, zu der Mauritius und Rodrigues zählen, wurde im vergangenen Jahrtausend ausgerottet.
17.10.2020
Chemische Evolution - Am Anfang war der Zucker
Der Ursprung allen Lebens liegt in organischen Molekülen. Doch wie sind diese aus anorganischen Stoffen entstanden? Der LMU-Chemiker Oliver Trapp berichtet über einen Reaktionsweg, bei dem sich Zucker an Mineralien ohne Wasser bilden.
14.10.2020
Der moderne Mensch kam auf Umwegen nach Europa
Klimatische Bedingungen leiteten die geographische Ausbreitung von Homo sapiens in der Levante vor 43.000 Jahren.
12.10.2020
Reiter wetteiferten vor 3000 Jahren um die ältesten Lederbälle Eurasiens
Wissenschaftler haben in Gräbern von Reitern in Nordwest-China die ältesten Bälle Eurasiens untersucht.
08.10.2020
Forscher rekonstruieren Käfer aus der Kreidezeit
Ein internationales Forscherteam hat vier neu gefundene Exemplare der fossilen Käfer Mysteriomorphidae mithilfe der Computertomographie untersucht und weitestgehend rekonstruieren können. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf die Evolution der Arten während der Kreidezeit zu.