Steffen Prößdorf / CC BY-SA 4.0

Alfried Wieczorek


Hans-Jürgen Buderer, Alfried Wieczorek und Rolf Kentner (von links) bei einer Pressekonferenz der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim im Mai 2011

Alfried Wieczorek (* 15. August 1954 in Hildesheim) ist ein deutscher Archäologe und Theologe. Wieczorek ist Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim.

Leben

Sein Studium in Frankfurt am Main, München und Mainz in den Hauptfächern Vor- und Frühgeschichte und Evangelische Theologie im Doppelstudium sowie den Nebenfächern Geschichte, Kunstgeschichte und Klassische Archäologie schloss er 1984 mit der Promotion ab. Es folgten Tätigkeiten als Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Archäologischen Institut in Frankfurt und am Ökumenischen Institut der Universität Heidelberg. An dieser Universität wurde er 1986 zum Gründungs-Geschäftsführer des "Internationalen Wissenschaftsforums" der Universität Heidelberg berufen. Nachdem Wieczorek seit 1990 für das Reiss-Museum Mannheim als Leiter der Archäologischen Denkmalpflege und der Zentralabteilung Ausstellungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Museumspädagogik tätig war, wurde er dort 1994 zum stellvertretenden Direktor und wissenschaftlichen Direktor berufen. 1999 folgte die Ernennung zum Leitenden Direktor der Museen, die am 25. Oktober 2001 in Reiss-Engelhorn-Museen umbenannt wurden.

Seit 1993 ist Wieczorek im Ehrenamt geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Verbände für Altertumsforschung, von 1993 bis 2004 war er geschäftsführender Vorstandsvorsitzender des Schulträgervereins der Evangelischen Landeskirche Baden und der Stiftung für das private Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium in Mannheim. Von März 1999 bis 2008 war er Vorstandsmitglied im Museumsverband Baden-Württemberg und seit Juni 2002 ist er Vorsitzender des West- und Süddeutschen Verbandes für Altertumsforschung. 1998 berief ihn die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin für das Fach Museumskunde und Restaurierung zum Honorarprofessor. Seit 2002 ist er Vorstandsvorsitzender der Curt-Engelhorn-Stiftung für die Reiss-Engelhorn-Museen. Im gleichen Jahr erfolgte die Ernennung zum Stadtdirektor der Stadt Mannheim.

2008 sollte er als Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege seine Tätigkeit aufnehmen [1] und 2009 wurde er als zukünftiger Generaldirektor in Köln gehandelt.[2] In beiden Fällen verzichtete er aber und wurde Generaldirektor der neu strukturierten Museumslandschaft um die Reiss-Engelhorn-Museen. 2011 wurde Wieczorek zu einem der vier Vizepräsidenten des Deutschen Verbands für Archäologie gewählt.[3]

Werk

Unter Wieczoreks Regie entwickelten sich die Reiss-Engelhorn-Museen zu einem international agierenden Museumskomplex, herausragenden Ausstellungsstandort und bedeutenden Forschungszentrum. Zu den wichtigsten Veränderungen zählen der Auf- und Ausbau des neuen Sammlungsgebiets Photographie mit dem Forum Internationale Photographie (2001), die Errichtung der Curt-Engelhorn-Stiftung für die Reiss-Engelhorn-Museen und der Aufbau der neuen Zentralbibliothek (2001), die Inbetriebnahme des Instituts Curt-Engelhorn-Zentrum für Kunst- und Kulturgeschichte mit den Forschungsstellen Steinzeit und Frühmittelalter (2003), der Forschungsstelle Archäologie und Kultur Ostasiens (2006), dem Deutschen Mumienforschungsprojekt, dem EU-Projekt LECHE, dem Projekt Deutsche Porzellanmanufakturen sowie dem EU-Projekt DressID - Kleidung und Identität in der Römischen Welt. Weitere maßgebliche Schritte waren die Gründung des Curt-Engelhorn-Zentrums Archäometrie als An-Institut der Universität Tübingen (2004) sowie der Foto-Galerie Zephyr – Raum für Fotografie (2005) und die Einrichtung des Museums Schillerhaus als Literaturmuseum (2005). Am 24. Januar 2007 erfolgte nach knapp dreijährigen Sanierungsarbeiten die Eröffnung des neuen Museums Zeughaus mit auf 6000 m² neu gestalteten Schausammlungen. 2008 initiierte er die Gründung der Bassermann Kulturstiftung, deren Vorstandsvorsitzender er ist. Im Mai 2010 folgte die Inbetriebnahme des Klaus-Tschira-Labors für physikalische Altersbestimmung. Im Dezember 2011 wurde das neue Museum Bassermannhaus für Musik und Kunst als viertes Museum der Reiss-Engelhorn-Museen eröffnet.

Ausstellungen

In seiner Ausstellungstätigkeit pflegt Wieczorek internationale Kooperationen mit anderen weltweit agierenden Museen, Universitäten und weiteren Institutionen. Zu seinen bekanntesten Ausstellungen zählen:

  • Die Franken – Wegbereiter Europas (1996/97)
  • Lebenslust und Frömmigkeit. Kurfürst Carl Theodor (1999)
  • Das Gold der Barbarenfürsten (2001)
  • Europas Mitte um 1000 (2001/2002, 27. Ausstellung des Europarates)
  • Zeit der Morgenröte – Japans Geschichte und Kultur von den Anfängen bis zu den ersten Kaisern (2004)
  • Pompej – Die Stunden des Untergangs. 24. August 79 n. Chr. (2004/2005)
  • Saladin und die Kreuzfahrer (2006)
  • Mumien – Der Traum vom ewigen Leben (30. September 2007 - 24. März 2008)
  • Ursprünge der Seidenstraße (2. Februar – 1. Juni 2008)
  • Homer. Der Mythos von Troia in Dichtung und Kunst (14. September 2008 – 18. Januar 2009)
  • Alexander der Große und die Öffnung der Welt (3. Oktober 2009 – 21. Februar 2010)
  • Die Staufer und Italien. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa (19. September 2010 – 20. Februar 2011)

Anmerkungen

  1. archaeologie-online
  2. Kölner Stadt-Anzeiger
  3. Hermann Parzinger: Ein Dach für die deutsche Archäologie. In: Antike Welt, 1/2012, S.76–78. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart

Weblinks

 <Lang> Commons: Alfried Wieczorek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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